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Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Auch Pflanzen wollen gefüttert werden 

optimale Phosphorversorgung (links), Phosphormangel (rechts) bei Feldsalat
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Optimale Phosphorversorgung (links), Phosphormangel (rechts) bei Feldsalat.

Berchtesgadener Land - Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege im Landratsamt Berchtesgadener Land, Josef Stein, informiert: Wer gesunde und starke Gewächse kultivieren will, muss ihnen das richtige Verhältnis an Nährstoffen zur Verfügung stellen.

Dazu muss man wissen, welchen Nährstoffbedarf die jeweilige Pflanze hat und wie viele Nährstoffe im Boden bereits vorhanden sind. Deshalb wird den Gartenbesitzern von der Bayerischen Gartenakademie empfohlen, alle drei bis fünf Jahre eine Bodenanalyse durchzuführen. Eine solche Bodenprobenaktion bieten die Gartenbauvereine für alle interessierten Mitglieder und Nicht-Mitglieder bis 11. Dezember an.

Pflanzennährstoffe werden unterteilt in die fünf Hauptnährelemente Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Calcium (Ca) und Schwefel (S) und Spurennährstoffe wie Eisen (Fe), Kupfer (Cu) oder Bor (B), etc., die nur in geringem Umfang benötig werden. Sind alle Nährelement in einem Optimum vorhanden und lediglich ein Nährelement ist zu wenig oder nicht vorhanden, kann sich die Pflanze durch den Mangel nicht entwickeln und stirbt früher oder später ab. Übertragen gesprochen gilt für die Pflanzenernährung: Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. 

Glücklicherweise sind in unseren Böden in den allermeisten Fällen sämtliche Spurenelemente ausreichend vorhanden. Anders sieht es bei den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium aus, die in größeren Mengen benötigt werden. Zum besseren Verständnis kann man die pflanzliche Ernährung mit der des Menschen vergleichen, auch wenn der Vergleich bei intensiverer Auseinandersetzung mit dem Thema nicht mehr zutreffend ist: 

Was Kohlenhydrate für den Menschen sind, ist Stickstoff für Pflanzen. Es ist der Grundbaustein der Zellen krautiger Biomasse. Ein Mangel an Stickstoff bewirkt Kümmerwuchs und ältere Blätter verfärben sich gelblich. Ist viel Stickstoff vorhanden, wächst die Pflanze stark. Doch so wie beim Menschen zu viel Kohlenhydrate zu ungesunder Fettleibigkeit führen kann, entstehen bei Stickstoffüberversorgung große, weiche und krankheitsanfällige Pflanzen. Dies ist an starkem, dunkelgrünen Laubwachstum zu erkennen. Dieses starke Trieb- und Laubwachstum geht oft zu Lasten der Blütenildung und des Fruchtwachstums. Das weiche Gewebe erleichtert zudem Schaderregern das Eindringen und die Qualität der Ernte nimmt ab. Ein Stickstoffübernagebot schadet nicht nur den Pflanzen und der Ernte, auch können sich daraus Umweltschäden ergeben. Eine Überdüngung, die leicht bei Anwendung synthetischen Volldüngern entsteht, wird der Stickstoff ausgewaschen und sickert in das Grundwasser. Die Bekannte Nitratbelastung des Trinkwassers ist die Folge. 

Phosphor kann mit den Fetten der menschlichen Ernährung vergleichen. Wie Stickstoff ist Phosphor eine Grundsubstanz der Zellen. Bei ungenügendem Phosphorangebot kümmert die Pflanze und ältere Blätter verfärben sich rötlich. Anders wie bei zu viel Aufnahme von Fetten bei Menschen, schadet ein Überangebot von Phosphor der Pflanze selbst nicht. Jedoch kann der Boden bei einer sehr hohen Phosphorkonzentration andere Nährstoffe nicht mehr so gut speichern. Untersuchungen zeigten, dass 80% der bayerischen Gemüsebeete stark mit Phosphor überdüngt sind. Dies liegt an der phosphorhaltigen Komposterde, die jedes Jahr auf das Gemüsebeet gegeben wird. 

Kalium sind die Proteine der Pflanze. Zwar ist Kalium nicht direkt am Zellaufbau beteiligt, es ist jedoch für die Zellstabilität, die Pflanzengesundheit und für die Wasserversorgung der Pflanze verantwortlich. So kann es bei Kaliumunterversorgung passieren, dass die Blätter verwelken, obwohl genug Wasser zur Verfügung steht. Zudem bewirkt Kaliummangel eine Verschlechterung des Geschmacks und der Haltbarkeit der Ernteprodukte. Auch wenn das Gemüsebeet jedes Jahr mit Mist oder Kompost gedüngt wird, kann es sein, dass zu wenig Kalium enthalten ist. Wenig Ertrag oder faulige Früchte bei Obstbäumen die nie oder nur selten gedüngt wurden, sind oftmals auf einen Kalimangel zurückzuführen.

Falls genannte Probleme an Rasen, Obstbäumen, Gemüse oder Zierpflanzen wiedererkannt wurden oder nähere Informationen über den Nährstoffgehalt des eigenen Bodens gewünscht sind, haben die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Berchtesgadener Land bis 11. Dezember die Gelegenheit, an der von den Gartenbauvereinen des Berchtesgadener Landes organisierten Bodenprobenaktion teilzunehmen. Bei Interesse stehen die Vorstände des lokalen Gartenbauvereins gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten aller Vereine sind auf der Website des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege BGL unter www.garten-bgl.de abrufbar. Dort gibt es weitere Informationen zu der Bodenprobeaktion und weitere interessante Tipps und Berichte zu Gartenthemen.

Im Frühling werden jedem Teilnehmer die Ergebnisse aus dem Labor inklusive einer Düngeempfehlung zugesandt. Zusätzlich wird der Kreisgartenfachberater im Frühjahr 2021 - zum Start der Gartensaison - über das Thema Boden referieren und offene Fragen zu den Bodenprobenergebnissen beantworten.

Falls weitere Fragen zum Thema Düngung, Boden, Pflanzenschutz und Gartenthemen im Allgemeinen bestehen, steht Sepp Stein, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege im Landratsamt Berchtesgadener Land unter Telefon 0049-8651/773-853 oder per E-Mail an josef.stein@lra-bgl.de gerne zur Verfügung.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

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