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Stadtrat Bad Reichenhall entscheidet über Bebauungsplan

Kritik an Hofwirt-Plan: „Schuhschachteln“ auf einer „Perlenschnur“ und zu viel Verkehr?

Der Landgasthof Hofwirt in Bad Reichenhall soll wiederbelebt werden
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Der altehrwürdige Landgasthof Hofwirt in Bad Reichenhall soll „in der Form wie er war“ wiederbelebt werden.

Der Hofwirt in Bad Reichenhall soll in neuem Glanze erscheinen. Der dazugehörige Bebauungsplan ist erneut überarbeitet, doch die Kritik bleibt. Lässt sich das Hotel mit dem Schulumfeld vereinbaren?

Bad Reichenhall - Beim Hofwirt soll „was weitergehen“, wie Oberbürgermeister Christoph Lung (CSU) in der Stadtratssitzung am Dienstag (23. November) meint. Deswegen habe man die Sitzung extra dazwischengeschoben.

Die Öffentlichkeit ist bereits im Frühjahr 2021 beteiligt worden. Zahlreiche Stellungnahmen von Bürgern - insbesondere zu den Baukörpern, der Begrünung und dem Verkehrsaufkommen - , sowie von Behörden und Trägern öffentlicher Belange sind eingegangen und ausgewertet worden. Durch die Anregungen ist es auch am Bebauungsplan zu Änderungen gekommen.

Bebauungsplan „Hofwirt“ in Bad Reichenhall erneut überarbeitet

Die Gästezimmeranzahl wird erneut verringert auf 119 Zimmer und 169 Gästebetten. Die Geschossigkeit der vier Baukörper wird anders aufgeteilt. Auch die Stellung der Baukörper wird überarbeitet. Ein neues Gutachten für Verkehr und Schallimmissionen ist erstellt worden. Jetzt hat der Stadtrat die Verwaltung mit der erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit zu den Planänderungen beauftragt.

Das Projekt hat inhaltlich einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, so Lung. „Ich weiß, dass sich die Reichenhaller wünschen, dass der Hofwirt wieder aufmacht.“ Doch auch wenn der allgemeine Konsens im Stadtrat die touristische Nutzung des Hofwirts zu sein scheint, kommt Kritik an dem Projekt auf.

Verkehrsproblematik in der Salzburger Straße nicht gelöst?

Dr. Pia Heberer (Grüne) hat bei einem Thema Bauchschmerzen: der Verkehrssituation. „Die wurde auch bei vielen Stellungnahmen angesprochen.“ Das Verkehrsaufkommen in der Salzburger Straße sei durch Kindergarten und Schulen geprägt und an dieser Stelle einfach noch nicht gelöst, so Heberer. Insgesamt sei die Hotelnutzung wünschenswert, aber man solle nicht die Schüler und Fahrradfahrer vergessen. Heberer appelliert, das Verkehrsthema stärker zu beachten.

Oberbürgermeister Lung sieht keine Notwendigkeit, bei einem einzigen Bebauungsplanvorhaben den Verkehr zu regeln. Sein Vorschlag ist, das ganze Gebiet generell noch einmal von Experten ansehen zu lassen. Schließlich passiere hier einiges, ob die Bebauung von St. Zeno Ost, das Schulareal oder eben der Hofwirt. „Den Verkehr haben wir auf dem Schirm.“

Auch Thomas Knaus von der Stadtverwaltung meldet sich zu Wort. Es sei „recht hart formuliert, dass die Verkehrssituation nicht gelöst sei. Wenn es nicht gelöst wäre, dann hätten wir uns heute als Verwaltung nicht hierher getraut.“

Heberer ist es ein Anliegen, „da jetzt nicht zu sagen, ‚irgendwann müssen wir mal‘“. Sie wünsche sich eine konkretere Zusage, dass man in absehbarer Zeit die Verkehrssituation analysieren lasse „und nicht irgendwann mal“. Heberer sei überzeugt davon, „dass das Karlsgymnasium und das Hotel nicht zusammen passen“.

„Was grob vernachlässigt wird, ist die Verkehrsproblematik“, meint auch Michael Nürbauer (Grüne). Diese sei eine „Zeitbombe und ein Mammutproblem“. Guido Boguslawski (SPD) ist Anwohner und sieht die Verkehrsproblematik als vehement an. Aber es sei nicht das Problem des Bebauungsplanes. Die ursprüngliche Planung ging von 300 Betten aus. Es sei also enorm zurückgeschraubt worden. „Mehr kann man nicht zumuten.“

Martin Schoberth (CSU) begrüßt den Schritt. Man dürfe nicht vergessen, dass die touristische Entwicklung ein ausdrücklicher Wunsch des Stadtrats war. Die CSU Fraktion hoffe, Anfang 2022 einen Satzungsschluss machen zu können. „Bad Reichenhall braucht neue Hotels und neue Betten.“ Und: „Wie ich selber im Karlsgymnasium war, hat sich das mit dem Hofwirt sehr gut vertragen. Wir waren sehr oft da.“, so Schoberth im Lachen.

Baukörper wie Schuhschachteln? Kritik am Bauplan „Hofwirt“

Manfred Hofmeister (Bürgerliste) kritisiert neben der verpassten Chance von Grünflächen und Artenschutz die Baukörper: „vier Schuhschachteln aufgereiht wie eine Perlenschnur“. Es sei ein langgezogener Fremdkörper in der Nähe eines historischen Denkmals. „Ich denke, es hätte bessere Lösungen gegeben“, so Hofmeister.

Lung sieht die Bezeichnung als „aneinander gereihte Schuhschachteln“ als abwegig an. Man baue ein hochwertiges Hotel und habe viel Mühe in die äußere Gestaltung der Gebäude gesteckt und in die Planung die Belange mit aufgenommen.

ce

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