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Hitze: So gefährlich kann sie für Mensch und Tier sein

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Landkreis - Hitze, Hitze, Hitze! Die hohen Temperaturen haben enorme Auswirkungen auf uns und die Umwelt. Welche das sind und wie Sie geschickt damit umgehen:

Es ist so heiß! Das ist ja jetzt nichts Neues - aber wie reagiert die Umwelt eigentlich darauf? Und wie sind denn die ganz Jungen, die Alten und Kranken unter uns betroffen? Wie können wir unsere Lieblings-Vierbeiner dabei unterstützen, die Hitze durchzuhalten? Viele Fragen und bisher keine Antworten. Das ändert sich jetzt - wir haben für Sie interessante Informationen und nützliche Tipps zusammengeschrieben:

Tieren kann die Hitze zum Verhängnis werden

Katzen mögen Sonne total - man betrachtet sie gerne, wenn sie sich faul gen Himmel räkeln. Aber irgendwann wird es auch ihnen zu heiß - das sagt Andrea Thomas, Vorsitzende des Tierschutzvereins Rosenheim e.V.

Wenn Tieren die Hitze nicht mehr gut bekommt

Wenn Tiere regelrecht platt sind von der Hitze, kann das schlimme Auswirkungen haben und über einen sehr gefährlichen Hitzschlag bis hin zum Tod führen. Einen Hitzschlag erkenne man bei Hunden zum Beispiel daran, dass sie Gleichgewichtsstörungen und tiefrote Zungen hätten. Katzen würden eine erhöhte Körpertemperatur haben und schnell unruhig werden. "Grundsätzlich gilt: Wenn sich Tiere hechelnd auf den Bauch schmeißen, glasige Augen haben oder gar erbrechen, sollten Sie so schnell wie möglich den Tierarzt aufsuchen! Einen Hund z.B. abrupt mit kaltem Wasser abzukühlen ist der falsche Weg, auch das bekommt dem Tier nicht gut", informiert Thomas. "Wir Menschen gleichen die Hitze mit Schweiß aus, das hat dann eine so genannte Kühlfunktion. Vierbeiner können das in den seltensten Fällen, denn Hunde und Katzen zum Beispiel können durch ihr Fell nicht schwitzen."

Das können Sie tun, um Ihren Liebling zu schützen

Im Lebensbereich der Tiere - sei es im Haus oder im Garten - solle auf jeden Fall immer ein kühles Plätzchen zugänglich sein, zum Beispiel im Keller oder im Schatten. Außerdem rät Thomas, jederzeit Trinkwasser bereitzustellen. Große Anstrengungen für das Tier sollen vermieden werden - Gassi gehen sei demnach frühmorgens oder in den Abendstunden am besten.

Hunde plantschen gerne und sollen auch die Möglichkeit dazu bekommen. Sperren Sie ihren Freund außerdem nie im Auto ein. "Schon nach fünf Minuten kann die Temperatur 80 Grad betragen und tödlich sein! Falls Sie den Tierarzt aufsuchen, gestalten Sie den Transportweg möglichst kurz und angenehm für das Tier - lange Wege in der Transportbox werden sonst zur Qual", so Thomas.

Kleintiere wie Hamster oder Kaninchen würden geschützt, indem man sie niemals direkter Sonneneinstrahlung aussetze. Laut Thomas können Sie dazu die Rollos oder Vorhänge zu ziehen. Ventilatoren hingegen seien zur Abkühlung nicht geeignet, da sie eine leichte Augenentzündung hervorrufen können.

"Achten Sie auf jeden Fall auf Ihren Liebling und wenn er ungewöhnliche Verhaltensweisen aufweist informieren Sie sich. Rufen Sie bei einem Tierarzt an oder recherchieren Sie im Internet - aber lassen Sie den Vierbeiner nicht aus den Augen!", so Thomas abrundend.

Die Gemeinde Babensham hat tatsächlich richtige Probleme damit, dass die Fische in ihrem Flussbach kein Wasser mehr bekommen. Bei so hohen Temperaturen sind also auch sie gefährdet - und sterben deswegen.

Auch auf unsere eigene Gesundheit ist acht zu geben

Die Meinungen über die Hitzewelle gehen weit auseinander. Einige unter uns freuen sich, während andere sich überhaupt nicht damit wohl fühlen. Maximilian Gruber, Pflegedienstleiter des Caritas-Altenheims St. Martin, hat für uns mal beleuchtet, wie es älteren Menschen unter der Hitze so ergeht: "Man muss sich eigentlich nur mal vorstellen, wie ältere Menschen die Hitze spüren, wenn bereits junge Personen schon davon geschlaucht sind." Der Kreislauf älterer Personen funktioniere nicht mehr so gut und es bestehe die Gefahr zu dehydrieren. Darum ist es laut Gruber Aufgabe der Pfleger sicher zu stellen, dass die Bewohner des Altenheims viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das bestätigt auch Allgemeinmediziner Dr. Fritz Ihler: "Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl oft nicht mehr so stark vorhanden." Deswegen müssten sie regelmäßig etwas trinken, um sicher der Dehydrierung zu entgehen.

Auffälligkeiten während der Hitzewelle

Fragt man Maximilian Gruber nach den Auffälligkeiten seit dem Beginn der Hitzewelle, antwortet er: "Es ist einfach nicht mehr so viel los. Bei so großer Hitze bewegen sich unsere Bewohner nicht gerne, sind nicht - so wie sonst - im Garten, sondern bleiben lieber drinnen im Aufenthaltsraum." Auffällig sei auch, dass sie vermehrt nach Eis fragten, und dass, obwohl ältere Menschen erfahrungsgemäß nicht so gerne Eis essen, weil es ihnen zu kalt sei. Dafür dass sie sich tagsüber nicht bewegten, seien sie jetzt abends aber aktiver: "Auch die Bewohner, die abends sonst nicht raus gehen, machen so ab 20 oder 21 Uhr ihren Spaziergang, weil es da kühler und somit angenehmer für sie ist."

So schützen Sie sich:

Aber nicht nur ältere Menschen haben Probleme mit der Hitze. Gesundheitlich gefährdend kann sie für uns alle werden. Insbesondere Sonnenanbeter, die sich mit Bikini oder Badehose den ganzen Tag in die pralle Sonne legen sollten darum ihr Verhalten noch einmal überdenken, denn "neben der Kreislaufprobleme besteht hier natürlich zusätzlich die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken", wie Dr. Ihler betont. Wenn es einen aber doch in die Sonne zieht, dann nur mit Sonnenschutzmittel und nicht allzu lange. Überhaupt ist es für Menschen, die sich oft draußen aufhalten - auch berufsbedingt - unabdinglich auf den richtigen Sonnenschutz zu achten, den Körper mit leichter Kleidung zu bedecken und eine Kopfbedeckung zu tragen. Um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden wird empfohlen, viel zu trinken und sich vor allem in kühleren Räumen aufzuhalten. Besonders sei das bei Menschen mit Vorerkrankungen und Kleinkindern zu beachten. Aber auch Schwangere sind gefährdet. Einer direkten Sonneneinstrahlung sollten auch sie aus dem Weg gehen. "Das wäre ein Grund für ein Beschäftigungsverbot in dieser Zeit, wenn eine Schwangere sich in ihrem Beruf oft draußen aufhalten muss."

Das Fazit:

Man sollte sich möglichst konsequent vor der Sonneneinstrahlung schützen! Also nicht in die pralle Sonne gehen und nur bedeckt mit luftiger Kleidung, Sonnenschutz und Kopfbedeckung! Da die größte Gefahr darin besteht zu dehydrieren, muss man viel trinken - auch, wenn man eigentlich kein Durstgefühl verspürt.

So reagiert die Natur auf die große Hitze

Oft unterschätzen wir, welche Funktion Pflanzen, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für uns Menschen haben. Gerade im Stadtgebiet bieten uns zum Beispiel Bäume einen Haufen Gesundheit: "Bäume sind für uns neben der Sauerstoffproduktion gerade wegen der Staubfilterwirkung enorm wichtig", so Ursula Fees, Mitarbeiterin des Bund Naturschutz'.

Außerdem ist uns Schatten angenehm, er schützt uns vor der Sonne. "Gerade jetzt bei der Hitze ist auch die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit von großer Bedeutung für unsere Gesundheit. Ein großer, ungefähr 100-jähriger Baum verbraucht und verdunstet rund 400 Liter Wasser täglich", so Fees.

Alte Bäume sind gute Bäume

Dabei gehe nichts über diese alten Bäume: Kleine Bäumchen zu pflanzen, wie es etwa ersatzweise am Bahnhof getan wird, habe nicht annähernd den selben Effekt - außer man pflanze 2000 junge Bäume. Die Natur habe außerdem einen ökonomischen Effekt auf uns: Wenn wir nicht total erschöpft in die Arbeit kommen, sind wir effektiver.

Fees: "Es gibt Bäume mit sehr weiten Wurzeln. Aber gerade in der Stadt haben sie nicht die Möglichkeit, ein breites Wurzelnetz aufzubauen - der Platz ist begrenzt und der Bedarf an Staubfilterung und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffproduktion hoch. Allerdings habe ich schon beobachtet, dass die Bäume im Stadtgebiet zur Zeit gegossen werden. Das finde ich sehr gut!"

Fees rät allen, die einen Garten, eine Terasse oder einen Balkon haben, diese zu bepflanzen und sich für die Wertschätzung unserer Natur einzusetzen. Man könne so etwas für die allgemeine Lebensqualität in der Stadt tun.

Bauern konnten uns zudem sagen, dass das Gras diesen Sommer erneut sehr trocken ist. Die Qualität der Ernte werde dadurch deutlich gedrückt.

Pegah Meggendorfer / Viktoria Lachenmaier

Quelle: rosenheim24.de

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