Beschnei(d)ungsanlage auf dem Sudelfeld?

Wo kommt dieses kleine "d" denn her?

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Infotafel am Sudelfeld: Schreibfehler oder Absicht?
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Bayrischzell - Relativ ruhig ist es in den vergangenen Wochen um die Beschneiungsanlage am Sudelfeld geworden. Für Gesprächsstoff sorgt jetzt aber ein kleiner Fehler - besser gesagt ein kleines "d":

Der Streit um den Bau der größten Beschneiungsanlage in Bayern ist noch immer nicht zu Ende. Zwischen dem künftigen Betreiber, der Bergbahnen Sudelfeld GmbH, und Vertretern aus Politik und Tourismus auf der einen Seite und den Naturschützern in Form von BUND Naturschutz und Deutschem Alpenverein (DAV) auf der anderen, haben sich die Wogen noch immer nicht geglättet. Der Fortschritt der Baumaßnahmen unterhalb der Walleralm auf ca 1400 Metern ist indes weit fortgeschritten. Mehrere Bagger und Radlader transportieren Abraum, ein Baukran bringt die Elemente wie Rohrleitungen und Betonteile in Stellung. "Wir liegen im Zeitplan", erklärte der Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld gegenüber merkur-online.de. Die Baufirma habe ihm zu verstehen gegeben, dass alles rechtzeig fertig wird. Ab dem 1. Oktober soll die Befüllung des Speicherteichs beginnen können.

Die verhängnisvolle Infotafel 

Auf großen Informationstafeln werden die Wanderer an der Walleralm über das Großprojekt informiert. Neben Fotoaufnahmen vom Baugerät und Illustrationen der künftigen Landschaft ist ein interessanter Satz zu lesen: "Die Bergbahnen Sudelfeld GmbH & Co. KG realisiert für Sie im Sommer 2014 ein großes Beschneidungsprojekt." Betrachtet man die Tafel genauer, kann man erkennen, dass der Buchstabe "d" aufgeklebt ist. Schnell kommen einem hier wieder die Bedenken und Einwürfe der Projektgegner in den Sinn. Von "Fremdkörpern in der Berglandschaft", "sinnlosen Eingriffen" und "Landschaftszerstörung" war hier die Rede, dagegen klingt ein "Beschneidungsprojekt" fast schon harmlos.

Von Seiten des DAV und Naturschutz hieß es auf Nachfrage von rosenheim24.de lediglich, dass man das Schild zur Kenntnis genommen habe, auch wenn sich Kurt Schmid, Sprecher des BUND Naturschutz in Bayern e.V. ein kurzes Lachen nicht verkneifen konnte, bevor er wieder in ernstem Ton die Bauarbeiten auf dem Sudelfeld bedauerte. "Wir haben die Segel noch nicht gestrichen, wir müssen auf jeden Fall auf die Entscheidung des Gerichts in München warten," so Schmid. Weiter betonte er nochmals, dass der BUND Naturschutz das Vorgehen für den falschen Weg halte und einen "alternativen Tourismus" bevorzuge. Zur Herkunft der Beschneiungsanlage mit dem zusätzlichen Buchstaben "d" wollte sich weder Schmid noch der DAV äußern.

Bereits am Dienstagvormittag berichtete die tz über die Manipulation an der Infotafel. Auf dem Leserreporter-Foto ist eindeutig zu erkennen, was unter dem Aufkleber ursprünglich gestanden hat (also nicht wie im aktuellen Fall auf dem Aufkleber).

Wo kommt dieses kleine "d" nun her?

Aber wer hat diese Fauxpas-Tafel produzieren lassen? Auf Nachfrage bei der auf dem Sudelfeld tätigen Baufirma, der Terrag-Asdag AG aus Österreich, an deren Bauzäunen die Tafel zu finden ist, verwies man auf den Betreiber der Liftanlagen. Bei den Bergbahnen Sudelfeld war jedoch niemand für eine Stellungnahme bereit. Ob es sich bei dem doppelten "d" um einen erneuten Fehler der Bergbahnen handelt, oder ob hier ein Gegner der Anlage am Werk war, bleibt dadurch offen.

Bilder vom Baufortschritt am Sudelfeld

Bilder vom Baufortschritt am Sudelfeld

Quelle: rosenheim24.de

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