"Pickerl": "Eine untragbare Situation"

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Kufstein/Kiefersfelden - Der Zweite Bürgermeister von Kiefersfelden befürchtet mit einer Maut das Schlimmste für seine Bürger. Er hofft nun auf den Protest:

Wer in der Gemeinde Kiefersfelden an einem Samstag in der Früh Semmeln holen will, der wird sich offenbar ab Dezember 2013 schwer tun. Der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Hans Hanusch befürchtet, dass keiner der Einheimischen mehr bis zum Bäcker durch die Ortschaft kommen wird.

Schuld daran wäre, wenn es soweit kommt, die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag, die die Mautfreiheit auf der Inntalautobahn zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd aufheben möchte. In der Folge wird sich, befürchtet Hanusch, ein Großteil der Urlauber einen kostengünstigen Alternativweg über die Bundes- und Staatsstraße (B171 und St2089) suchen.

Was Kiefersfelden mit Maut droht:

Damit drohe Kiefersfelden ein Verkehrskollaps, da der gesamte Verkehr von der Autobahn auf dem Weg zur Bundesstraße B171 nach Österreich über eine einzige Brücke müsste. Hier handelt es sich um die Brücke am Kieferbach, die ebenfalls ein wichtiges Verbindungsstück für die Gemeinde und die Kieferer darstellt. "Das ist eine untragbare Situation", so der Zweite Bürgermeister. Auch ein Ausbau der Straße sei wegen dieser Brücke nicht zu realisieren.

2,5 Millionen Euro sollen der österreichischen Autobahngesellschaft Asfinag jährlich durch die Mautfreiheit auf dem Teilstück der A12 durch die Lappen gehen. Ein möglicher Grund, warum die Asfinag nun die Mautpflicht auf einem einführen möchte. Eine Maut werde aber nicht zum Erfolg führen, so der Bürgermeister von Kufstein, Martin Krumschnabel, bei einem Pressegespräch am Freitag, 21.06., an der B171 in Kufstein. Hier würde der Verkehr im Falle einer Maut, so die Befürchtung des Bürgermeisters, fast vollständig zum Erliegen kommen.

Nur wenige werden Vignette kaufen:

Warum die Einführung einer Maut zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd nichts bringe, erklärt der Kufsteiner Bürgermeister ganz einfach: Die meisten Autofahrer, die kurzentschlossen in die Naherholungsgebiete um Kufstein fahren, würden sich keine Vignette kaufen und die kostenlose Staatsstraße 2089 auf deutscher und die Bundesstraße 171 auf österreichischer Seite nutzen. Eine Umgehungsstraße für Kufstein lehnt Krumschnabel ab, da dies "eine große Verschwendung von österreichischem Geldvermögen" sei, wie er im Videointerview mit rosenheim24 sagt.

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Gesetzesänderung muss her:

Um dies zu verhindern, da sind sich am Freitag in Kufstein alle anwesenden Bürgermeister aus dem Inntal und Tirol einig, muss eine gesetzliche Regelung her. So schlägt Martin Krumschnabel eine Änderung im Bundesstraßen-Mautgesetz vor, um die Gemeinden von Kiefersfelden bis Kufstein vor einem Verkehrskollaps zu bewahren.

Gutachten soll Klarheit bringen:

Sollte sich die Republik Österreich, der die Asfinag gehört, stur stellen, werde er versuchen das Gesetz zu kippen, so Krumschnabel weiter. "Das derzeitige Gesetz ist meiner Meinung nach verfassungswidrig", erklärt der Bürgermeister. Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, wonach auch Ausnahmeregelungen möglich sein müssen. "Um dies zu untermauern, werde ich dem Stadtrat bei der Sitzung am kommenden Montag vorschlagen, bei der Universität Innsbruck ein entsprechendes Gutachten in Auftrag zu geben", so Krumschnabel abschließend.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © kmr

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