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G7-Gipfel in Bayern

Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger: Der Hüter von Obamas Weißbierglas

G7-Gipfel-Obama-Weißbier
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US-Präsident Barack Obama prostet am 07.06.2015 in Krün (Bayern) mit einem Bier. Die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen (G7) kommen am Sonntag und Montag im bayerischen Elmau zusammen, um über außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen zu beraten.

Die Bilder aus Krün vom Weißwurst-Frühstück von Obama und Kanzlerin Angela Merkel gingen 2015 um die Welt. Krüns Bürgermeister, Thomas Schwarzenberger, sorgte geistesgegenwärtig dafür, dass das Weißbierglas, aus dem Obama getrunken hatte, in Obhut genommen wurde. Jetzt bereitet sich der Bürgermeister auf den nächsten G7-Gipfel vor.

Von: Sabine Dobel

Krün – Erstmals seit Jahren nimmt Bürgermeister Thomas Schwarzenberger das berühmte Weißbierglas aus dem Rathausschrank. Daraus nippte 2015 beim G7-Gipfel der damalige US-Präsident Barack Obama ein wenig Weißbier – alkoholfrei, wie später bekannt wurde.

Die Bilder aus Krün (Kreis Garmisch-Partenkirchen) vom Weißwurst-Frühstück von Obama und Kanzlerin Angela Merkel inmitten Einheimischer in Lederhose und Dirndl gingen um die Welt. Das Glas Obamas und das der Kanzlerin hütet der Rathauschef seither in seinem Amtszimmer.

Der nächste Gipfel steht bevor

Jetzt bereitet sich der Bürgermeister wieder auf den Gipfel vor. Zu seiner Gemeinde gehört Schloss Elmau, wo vom 26. bis 28. Juni die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen erneut zusammenkommen. Auf die Frage, ob er sich freue, zitiert Schwarzenberger gern Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Das Treffen sei angesichts des Krieges in der Ukraine wichtiger denn je. Seine größte Hoffnung sei, dass es Ergebnisse für Frieden bringe. 

Ob Gipfelteilnehmer erneut einen Ausflug nach Krün machen und entspannt zusammen Weißwurst essen werden? Schwarzenberger glaubt nicht, dass es ein Frühstücks-Revival in bayerischer Idylle mit US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz geben könnte. Corona, Ukraine, anderer Zeitplan: „Die Rahmenbedingungen sind andere.“

Ein Souvenir aus unbeschwerter Zeit

Obwohl 2015 die Annexion der Krim schon Schatten warf und aus dem geplanten G8-Gipfel einen G7-Gipfel werden ließ: Das Weißbierglas scheint wie ein Souvenir aus unbeschwerter Zeit. „Das ist ein ganz normales Weißbierglas“, sagt Schwarzenberger. „Spektakulär ausschauen tut das nicht.“ Die Brauerei Karg in Murnau habe Bier und Glas geliefert – nichts Besonderes an sich, sagt Schwarzenberger. Damals allerdings hatte er geistesgegenwärtig dafür gesorgt, dass das eben doch besondere Glas in Obhut genommen wurde, noch ehe Obama an jenem 7. Juni 2015 den Rathausplatz verlassen hatte. 

Der Bürgermeister der Gemeinde Krün, Thomas Schwarzenberger (CSU), packt das Bierglas aus, dass der damalige US-Präsident Obama beim letzten G7 Gipfel 2015 benutzt hat.

Der umtriebige Bürgermeister, seit 20 Jahren Rathauschef, hatte Ende Februar souverän die erste Bürgerversammlung mit Vertretern von Bundespresseamt, Staatskanzlei, Landräten und Bürgermeistern aus der Region für den Gipfel geleitet. „Mr G7“ nannte ihn unsere Zeitung. Der CSU-Mann sitzt im Kreistag und im Bezirkstag, ein Vollblut-Kommunalpolitiker mit staatsmännischem Auftreten. Gemunkelt wird, er könnte einmal höhere Ämter bekleiden.

Ein Bilderbuch-Gipfel

Als einziger Ort in Deutschland bekommt das 2000-Seelen-Dorf den G7- Gipfel ein zweites Mal. Bei Heiligendamm 2007 gab es Randale. Das G20- Treffen 2017 in Hamburg endete mit Ausschreitungen. In Krün blieb 2015 alles weitgehend friedlich – ein Bilderbuch-Gipfel.

Vor dem Rathaus in Krün erinnert an das Treffen und den Obama-Besuch eine Kopie der Bierbank von damals, auf der Tischplatte ein Foto Obamas inmitten seiner Gastgeber und ein Text. Im Winter wird die Bank abgebaut. Inzwischen nehmen dort wieder Brautpaare Platz, als Fotokulisse sei die Bank weiter beliebt, sagt Schwarzenberger. Aus dem ursprünglichen Plan, in der Gemeinde ein G7-Museum mit Erinnerungsstücken einzurichten, wurde nichts, zu teuer. Es wäre ein Platz gewesen auch für die Dankesschreiben aus Washington, die nach dem Treffen vor sieben Jahren ankamen. Er habe eine „kleine Brieffreundschaft“ mit Obama gehabt, zweimal gingen Briefe hin und her. 

Mit Absender „The White House Washington“ und schwungvoll unterzeichnet von US-Präsident Obama, bedankt sich dieser beim „Dear Mayor Schwarzenberger“. Besuche wie diese machten ihm große Hoffnung auf „eine Zukunft voller Chancen für alle Menschen“, schrieb der US-Präsident. Wenn im Juni die Welt wieder den Blick auf die Region richtet, ist diese Hoffnung – auf eine Zukunft voller Chancen für alle – bei vielen freilich stark gesunken.