Polizei ermittelt

Königsfischen: Angler ziehen verunglückte Rentnerin (88) an Land 

+
Wasserburg am Inn: Nahe der Innbrücke haben Angler die verunglückte Rentnerin (88) an Land gezogen. 

Ausnahmesituation beim Königsfischen: Angler in Wasserburg reagierten handlungsschnell und holten eine Rentnerin aus dem kalten Wasser. Minuten später wäre die Frau wohl ertrunken. 

Wasserburg - Es dämmerte erst, doch Sebastian Freiberger (67) und Sebastian Hölzl (66) bezogen schon ihr Revier. Der Platz war lange ausgesucht, schließlich ging es um den Sieg beim Königsfischen des Wasserburger Kreisfischereivereins. Die beiden Petrijünger versuchten ihr Glück nahe der Innbrücke – und wurden dort zu Lebensrettern einer alten Frau (88).

Gegen 7.30 Uhr sahen die beiden etwas im Wasser treiben. Beim näheren Hinsehen stellten die zwei Babenshamer fest, dass es sich nicht um normales Treibgut handelt. „Erst konnten wir es nicht genau erkennen. Dann wurde uns schlagartig bewusst: ,Des is ja a Mensch‘“, schildert Sebastian Freiberger der Wasserburger Zeitung.

„Sie stand unter Schock und zitterte am ganzen Leib“

Die Strömung trieb die Person näher ans Ufer heran. Jetzt konnten die Fischer ganz deutlich erkennen, dass da eine Frau im zehn Grad kalten Innwasser trieb.

Hölzl reagierte mit seinem Kescher. Und er bekam damit den Menschen zu fassen. Gemeinsam mit seinem Fischerei-Kollegen zog er die Frau schließlich ans Ufer. „Sie stand unter Schock und zitterte am ganzen Leib, das Reden fiel ihr schwer“, erzählt Freiberger.

Die Kameraden aus Babensham verständigten die Rettung. Bis dahin leisteten sie Erste Hilfe. „Wir haben die Frau mit unseren Jacken gewärmt“, sagt Sebastian Hölzl. Er ist sich sicher: „Wenn sie nur ein paar Meter weiter in der Inn-Mitte getrieben wäre, hätten wir sie nicht rausziehen können.“ Dass die Rentnerin Glück im Unglück hatte, verdeutlicht auch die Polizei. „Wenn sie noch länger im Wasser getrieben wäre, wäre sie mit ziemlicher Sicherheit ertrunken“, so ein Beamter. Mit starken Unterkühlungen wurde die 88-Jährige ins Krankenhaus gebracht.

Frau hat Glück im Unglück gehabt 

Wie die Verunglückte, die in einem Alten- und Pflegeheim wohnt, in den Inn gekommen war, wird derzeit ermittelt. Die Lebensretter sind sich einig: „Die Frau hat wirklich Dusel gehabt. Wäre das Ganze ein paar Minuten vorher passiert, wäre es kompliziert gewesen, denn bei Dunkelheit kann man auf dem Wasser nur schlecht etwas erkennen.“ Hinzu komme, dass das Königsfischen ja nur einmal im Jahr stattfindet. Und dass nur deswegen dann Leute überhaupt den Inn so genau beobachteten.

Großes Lob und kräftiger Applaus wurden den Lebensrettern schließlich noch bei der Siegerehrung zuteil. Franz Göpfert, der Vorsitzende des Wasserburger Kreisfischereivereins, dankte den beiden im Namen aller für ihr couragiertes Eingreifen bei dem dramatischen Notfall: „In dieser Jahreszeit in den kalten und reißenden Inn zu gehen, ist alles andere als selbstverständlich. Fischerkönig wurde übrigens keiner von beiden.

Markus Salzeder

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser