Kirche nimmt Rücktritt von Kemptener Dekan nicht an

Augsburg/Kempten - Die Augsburger Ordinariatsspitze hat den Rücktritt des Kemptener Dekans Michael Lechner nicht angenommen.

Lechner solle das in ihn gesetzte Vertrauen ernst nehmen und sein Amt weiterführen, hieß es am Dienstag nach der ersten Sitzung des Gremiums seit dem Rücktritt von Bischof Walter Mixa. Sie fand unter Leitung des vorübergehenden Bistumschefs, Weihbischof Josef Grünwald, statt.

Lechner war aus Protest gegen die Ernennung von Grünwald zum Verwalter des Bistums zurückgetreten. Er hatte die Wahl des 73- Jährigen als “empörende Perspektivlosigkeit“ bezeichnet und erklärt, die Diözese brauche andere Signale für einen echten Neubeginn. Lechner ist seit 2008 Dekan von 14 Pfarrgemeinschaften und fünf Pfarreien.

Der Abschlussbericht von Sonderermittler Sebastian Knott über die Prügelattacken von Mixa als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in der Zeit von 1975 bis 1996 wurde von der Ordinariatskonferenz mit großer Betroffenheit aufgenommen. Jetzt sollen Gespräche mit den Beteiligten aus dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen gesucht werden. “Es ist für uns selbstverständlich, das den Kindern damals zugefügte Leid sehr ernst zu nehmen. Stellvertretend für das Bistum Augsburg bitten wir um Verzeihung“, hieß es in der Mitteilung des Ordinariats.

dpa

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