Unfall an der Wassersportanlage in Kiefersfelden

"Ich hatte zwei Wochen lang einen Filmriss"

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Kiefersfelden - Ende Mai verunglückte der 32-jährige Marcel Thiele an der Wassersportanlage am Hödenauer See. Lange war nicht klar, ob er den Sturz überleben würde. Nun meldete sich der Wakeboarder zurück:

Am 29. Mai 2017 stürzte der 32-jährige Marcel Thiele aus Tirol am Hödenauer See in Kiefersfelden mit dem Wakeboard und zog sich dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu, obwohl er einen Helm trug. Die Polizei schrieb in ihrem Pressebericht: "Da ein Ableben des Verunglückten nicht ausgeschlossen werden kann, wurde zur Klärung der Unfallursache von der Staatsanwaltschaft ein Gutachten in Auftrag gegeben." 

Vergangene Woche meldete sich Marcel mit einer erfreulichen Nachricht bei unserer Redaktion: "Servus, ich bin der Glückspilz aus euren Nachrichten vom 29. Mai, der nicht abgelebt ist, sondern trotz der ganzen Verletzungen etc. jetzt sogar seit dieser Woche auf dem Brett steht."

"Ich hatte zwei Wochen lang einen Filmriss"

Unsere Reporterin hat sich darauf hin mit Marcel getroffen und mit ihm über den schweren Unfall gesprochen. "Ich habe zum ersten Mal einen Rückwärtssalto probiert und das ging schief", erzählte Marcel, wie es zu dem Unfall kam. Seit sechs Jahren steht der dreifache Vater auf dem Brett. Er ist Wakeboarder aus Leidenschaft.

"Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und hatte zwei Wochen lang einen Filmriss." Auf die Notaufnahme folgten zwei Wochen Intensivstation und sechs Wochen Reha. Insgesamt acht Wochen war der EDV-Spezialist außer Gefecht. "Ich musste alles komplett neu lernen. Sprechen, gehen, alles. Aber ich habe mich nicht unter kriegen lassen." Seit vier Wochen arbeitet Marcel wieder und stand vor einigen Tagen sogar schon wieder auf dem Brett. Eines ist klar, er will weiter Wakeboarden.

"Ich habe meine Prioritäten neu gelegt"

Marcel hat von dem Unfall keine bleibenden Schäden davon getragen. Dennoch hat der Unfall ihn ein wenig verändert: "Ich bin ruhiger geworden, bedachter in dem was ich tue. Ich habe meine Prioritäten neu gelegt. Meine Familie ist mir durch den Unfall noch wichtiger geworden."  Deshalb möchte er sich vor allem bei seiner Frau bedanken. "Sie hat in der Zeit, als ich im Krankenhaus war, alles alleine geschmissen. Dafür möchte ich mich bei ihr aus ganzem Herzen bedanken. Ich habe mich häufiger gefragt, was habe ich meiner Familie da nur angetan.

Ich danke neben meiner Frau auch meiner Familie meinen Freunden, meinem Arbeitgeber und den Kollegen, allen Ärzten, Pflegern, Therapeuten und allen Ersthelfern und Mitarbeitern am Wasserskilift."

Erster schwerer Unfall seit 1969 an der Wassersportanlage

Auch für die Mitarbeiter der Wakeboardanlage sei der Unfall ein großer Schock gewesen, wie uns eine Mitarbeiterin berichtete. "Der Wasserskilift in Kiefersfelden ist seit 1969 in Betrieb. Seit dem war es der erste schwere Unfall, der sich auf diese Weise bei uns ereignet hat. Wir haben uns riesig gefreut den Verunfallten letzte Woche das erste Mal wieder auf dem Wasser zu sehen. Einer der besten Momente die ich in dieser Saison bei uns am See erlebt habe." 

Wichtig für die schnelle Genesung sei laut Mitarbeiterin die perfekt funktionierende Rettungskette nach dem Unfall gewesen. So habe der aufmerksame Liftbediener den Unfall selbst gesehen und direkt den nachfahrenden Läufer bei dem Verunfallten gestoppt. Auch haben einige Zuschauer und Mitarbeiter direkt die schwere des Unfalls erkannt, sind zu dem Verunfallten ins Wasser gesprungen und haben ihn stabilisiert. Zeitgleich sei die die Rettung gerufen worden, sodass de ersten Helfer innerhalb weniger Minuten vor Ort waren.

Gutachter findet keine Mängel an der Wassersportanlage

Der Wasserskilift wurde nach dem Unfall von der Staatsanwaltschaft gesperrt und erst nach einer eingehenden Begutachtung des Österreichischen TÜV´s am 31. Mai, wieder frei gegeben. Bei der Begutachtung wurden keinerlei Mängel festgestellt und die Wasserskiseilbahn für einwandfrei gewartet und bedient befunden. Der Unfall ist also auf einen Fahrfehler zurück zu führen. Die Seilbahn wird grundsätzlich jährlich vom TÜV begutachtet und zertifiziert, täglich gewartet und das Material geprüft. Die Sicherheit der Gäste habe oberste Priorität.

Quelle: rosenheim24.de

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