Temporäre G7-Grenzkontrollen

G7-Kontrollen: Von Gipfelgegnern bislang keine Spur

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Zollkontrolle am Parkplatz Kranzhorn

Kiefersfelden - Der G7-Gipfel naht und Reisende von Österreich nach Deutschland müssen sich noch bis zum 15. Juni auf temporäre Kontrollen an den deutschen Grenzübergängen einstellen. Wir waren bei einer Kontrolle dabei:

„60.000 Kontrollen wurden bislang entlang der deutsch-österreichischen Grenze zwischen Füssen, Kiefersfelden und Freilassing durchgeführt und dabei 3.000 Personen, die unerlaubt nach Deutschland einreisen wollten, aufgegriffen“, so die vorläufige Bilanz von Hanspeter Schwartz, Pressesprecher der Bundespolizei. Grenzkontrollen im Schengenraum gehören eigentlich schon längst der Vergangenheit an. Doch der G7-Gipfel naht und Reisende von Österreich nach Deutschland müssen sich noch bis zum 15. Juni auf sporadische Kontrollen an den deutschen Grenzübergängen einstellen.

Eine Klausel im Schengener Grenzkodex, erlaubt einem EU-Mitgliedstaat im Falle einer schwerwiegenden Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder inneren Sicherheit für einen begrenzten Zeitraum wieder Grenzkontrollen an seinen Binnengrenzen einzuführen. „Durch die Kontrollen sollen gewaltbereite Personen frühzeitig erkannt und deren Einreise nach Deutschland verhindert werden“, so Schwartz. In der Grenzregion im Inntal haben die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun.

Wie erkennen die Beamten gewaltbereite Aktivisten? 

Der Parkplatz Kranzhorn an der A93 zwischen Oberaudorf und Brannenburg ist abgeriegelt, eine temporäre Grenzkontrollstelle wurde eingerichtet. Doch wie picken die Grenzhüter gewaltbereite Aktivisten heraus? An der Rastanlage Inntal Ost unmittelbar an der deutsch-österreichischen Grenze nahe Kiefersfelden beobachten Bundespolizisten den einreisenden Verkehr. Ausgestattet mit dem richtigen „Riecher“ und mithilfe des sogenannten „Profilings“ machen sie potenzielle Verdächtige aus. Passt der Fahrer überhaupt zu dem Fahrzeug oder ist das Fahrzeug mit Insassen überfüllt? Fällt ein Fahrzeug ins Fahndungsraster, setzt sich ein Polizeiwagen kurzerhand vor das verdächtige Fahrzeug und geleitet es bis zur Kontrollstelle am Parkplatz Kranzhorn.

Für einen aus Tschad stammenden Beifahrer eines aus Italien kommenden Fahrzeuges endete die Weiterfahrt unverhofft. Aufgrund eines vorliegenden Haftbefehls wurde er in Gewahrsam genommen. Er sitzt jetzt in Abschiebungshaft zur Sicherung seiner Zurückschiebung aus Deutschland.

Durchschnittlich 20 bis 25 Kontrollen pro Stunde

Fünfzehn somalische Staatsangehörige scheiterten mit dem Versuch, mit gefälschten Dokumenten einzureisen. Unter ihnen befanden sich auch 8 junge Flüchtlinge unter 16 Jahren. „Ihnen droht jetzt ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung“, erläuterte Schwartz. Eine junge Frau aus Österreich wurde ohne Fahrerlaubnis erwischt. Da auch Ihr Beifahrer keine gültige Fahrerlaubnis besaß und zudem unter erheblichen Drogeneinfluss stand, musste sie ihr Fahrzeug erst einmal stehen lassen.

Durchschnittlich 20-25 Kontrollen werden am Parkplatz Kranzhorn stündlich durchgeführt, von gewaltsamen Aktivisten fehlt jedoch bislang jede Spur.

ume 

Quelle: rosenheim24.de

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