Zahlreiche Bürger im Landkreis Rosenheim aufgeschreckt

"Hohe Intensität": Erdbeben war sogar in Tuntenhausen zu spüren

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Kiefersfelden - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ereignete sich im Raum Kufstein gegen 1.35 Uhr ein Erdbeben der Stärke 3,9. Die Auswirkungen waren weithin zu spüren. Die "nördlichste Meldung" stammt aus Tuntenhausen - rund 45 Kilometer vom Epizentrum entfernt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erdbeben mit Stärke 3,9 südöstlich von Kufstein gegen 1.35 Uhr
  • Auswirkungen auch im Landkreis Rosenheim spürbar
  • 200 Meldungen an Erdbebendienst
  • zahlreiche Anrufe besorgter Bürger bei Polizei

Update, 24. Oktober, 6.45 Uhr - Erdbeben verursacht Gebäudeschäden

Das Erdbeben im Raum Kufstein in der Nacht auf Mittwoch, 23. Oktober, erreichte in der nächstgelegenen deutschen Gemeinde Kiefersfelden nach neuesten Erkenntnissen eine Maximal-Intensität von fünf, vereinzelt sogar sechs. Nach mehreren Berichten liegen sogar kleinere Gebäudeschäden wie Haarrisse im Putz, winzige Risse im Mauerwerk oder Schäden an Schornsteinen vor, wie die Facebook-Seite "Erbeben in Deutschland" berichtet. Diese Seite wird von erdbebennews.de betrieben.

Entlang des Inns sei die Intensität des Beben besonders hoch gewesen, hieß es weiter - während am westlichen Ortsrand von Kiefersfelden und an den umliegenden Hängen das Erdbeben schwächer zu spüren war. Weiter entfernt vom Inn nahm die Stärke schnell ab. Dennoch lag die "nördlichste Meldung", die die Experten bekamen, rund 45 Kilometer vom Epizentrum entfernt - und kam aus Tuntenhausen!

Bürger in Kiefersfelden berichten vom Erdbeben:  

Am Mittwoch war das Erdbeben in der Gemeinde Kiefersfelden natürlich das Gesprächsthema Nummer eins. Zahlreiche Bürger in Kiefersfelden erzählten gegenüber rosenheim24.de, wie sie das Beben in der Nacht erlebt hatten. "Ich habe das richtig mitbekommen. Einen 'Schnoizara' hat es getan, dann haben die Gläser in der Küche und das Biertragerl neben dem Bett gewackelt", sagte Willi Langensiepen mit einem Augenzwinkern. "Es war so wie früher, wenn im Steinbruch was gesprengt wurde."

Ein Erdbeben mit einer Intensität fünf bis vereinzelt sechs ist laut "Erbeben in Deutschland" im Alpenraum nicht ungewöhnlich. Dennoch ist ein Beben mit dieser Maximalintensität für Deutschland das stärkste seit etwa fünf Jahren. Die Intensität wird anhand der Auswirkungen eines Erdbebens auf die Landschaft, Straßen und Gebäude bestimmt.

Update, 9.35 Uhr - User schildern das Erdbeben auf Facebook 

Auf Facebook wird derzeit über das Erdbeben im Landkreis Rosenheim heftig diskutiert. Ein User schrieb: "Hey, die Erde bebt in Oberaudorf...krass". Viele User teilten mit, dass sie gegen 1.35 wach geworden seien und sich heftig erschreckt hätten. 

"Das Haus hat so heftig gewackelt, dass ich dachte es fällt in sich zusammen", schrieb eine Dame auf Facebook. Ein anderer User schilderte die Situation mitten in der Nacht ähnlich: "Bin dadurch aufgewacht, wusste erstmal nicht was los ist, alles hat gewackelt, meine Wellensittiche sind komplett durchgedreht."

Auch in Kiefersfelden hat man das Erdbeben deutlich gespürt, wie uns Bewohner berichten. 

UPDATE, 8.25 Uhr - Erdbeben mit Stärke drei im Raum Rosenheim

Am Mittwoch, den 23. Oktober, um 1.35 Uhr Ortszeit ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 3.7 südöstlich von Kufstein in einer Tiefe von etwa 15 Kilometern. Das Beben wurde auch auf bayerischen Staatsgebiet im Raum Kiefersfelden bis Ober- und Niederaudorf verspürt. Die Intensität (ein Maß für die Schütterwirkung am Beobachtungsort) dürfte nach erster Einschätzung in etwa drei betragen. 

Schäden sind bei dieser Magnitude und Intensität im Allgemeinen nicht zu erwarten. Personen, die das Beben gefühlt haben, werden gebeten ihre Beobachtungen auf der Internetseite des Bayerischen Erdbebendienstes (www.erdbeben-in-bayern.de - "Erdbeben gefühlt?") einzutragen. 

Pressemitteilung Erdbebendienst Bayern

UPDATE, 8 Uhr - Drei Erdbeben im Berchtesgadener Land 2019 

Vor allem im Berchtesgadener Land kommt es immer wieder zu Erbeben. Am 9. April ereignete sich kurz nach Mitternacht ein Erdbeben der Stärke 1,7 in der Ramsau. Etwa zwei Monate später bebte die Erde gegen 9.43 Uhr Ortszeit mit einer Stärke von 2,5 im Gebiet des Hochstaufen bei Bad Reichenhall

Das stärkste Erdbeben ereignete sich am Pfingstsonntag in Bad Reichenhall. Die Intensität dürfte dabei die Stufe drei jedoch nicht überschritten haben. 

UPDATE, 7.41 Uhr - Einteilung des Erdbebens auf der Richterskala

Bei einem Erbeben der Stärke 3,9 handelt es sich laut der Richterskala um ein sehr leichtes Beben. Ab Stärke drei oder 3,5 spüren Anwohner in besiedelten Gegenden die Beben. Schäden sind jedoch sehr selten. 

Erst ab Stufe fünf muss mit Schäden gerechnet werden, wie das Deutsche Geoforschungszentrum auflistet. Ein Erdbeben der Stärke acht dagegen kann starke Zerstörungen in Bereichen von einigen hundert Kilometern verursachen.

UPDATE, 7.15 Uhr - Erdbeben weithin zu spüren

Der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtet nun von "teilweise starken Erschütterungen". Menschen seien aufgewacht, weil sich teilweise sogar Gegenstände verschoben hätten. Und das Beben sei sogar in einem Umkreis von rund 35 Kilometern, also auch bis weit hinein in den Landkreis Rosenheim, zu spüren gewesen.

Laut ersten Erkenntnissen gingen bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) binnen kurzer Zeit rund 200 Meldungen über das Erdbeben ein, das von den Wissenschaftlern nun analysiert werden soll. "Strukturelle Gebäudeschäden" seien aber nicht zu erwarten, hieß es.

Die Erstmeldung:

Mehrere Leser meldeten sich in der Nacht bei rosenheim24.de und teilten mit, dass es im Bereich Kiefersfelden beziehungsweise im südlichen Landkreis Rosenheim ein Erdbeben gegeben haben soll. Auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigte ein Sprecher der Polizei Kiefersfelden, dass die Erde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch tatsächlich gegen 1.35 Uhr gebebt hat. "Man es gemerkt und es hat einen lauten Knall gegeben", so der Sprecher weiter.

Das Erdbeben hat eine Stärke von 3,9 erreicht. Laut ersten Erkenntnissen lag das Epizentrum des Bebens offenbar rund fünf Kilometer südöstlich von Kufstein. Spürbar war es laut ersten Berichten zufolge auch im Bereich Wörgl und am Wilden Kaiser. 

Dabei habe das Beben nach derzeitigen Erkenntnissen keine Schäden in Kiefersfelden angerichtet und verletzt sei niemand. Sowohl in Tirol als auch in Kiefersfelden meldeten sich besorgte Bürger bei der Polizei.

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ma/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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