Kein Waffenskandal im BGL

Bad Reichenhall - Inwieweit der Waffenskandal des Altöttinger Landratsamtes Auswirkungen auf das Landratsamt Berchtesgadener Land hat, wird derzeit vor Ort intensiv untersucht.

Ein Mitarbeiter des Landratsamtes Altötting hat nach Zeitungsberichten unberechtigt über Waffen verfügt. Bei diesem wurden auch Waffen aus dem Bestand des Landratsamtes Berchtesgadener Land gefunden, die eigentlich vernichtet werden sollten. In intensiver Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wird der Vorgang nun auch strafrechtlich geprüft. „Wir wollen hier keinerlei Graubereich. Der Vorgang muss lückenlos geprüft werden“, so Landrat Georg Grabner. „Ich habe deswegen auch von mir aus die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, damit die Vorgänge rückhaltlos geklärt werden können.“

Problematisch ist, dass Waffen, die zur Vernichtung vorgesehen waren, an einen Dritten herausgegeben wurden, gegen den die Staatsanwaltschaft nun ermittelt. Nach Sachlage ist die Weitergabe deswegen erfolgt, weil dieser eine Waffenbesitzkarte vorweisen kann, die zum Sammeln von Waffen berechtigt. Da derartige Waffenbesitzkarten nur nach einem intensiven Prüfverfahren erteilt werden können, und der Inhaber aufgrund seiner jahrelangen Tätigkeit überörtlich als Fachmann bekannt ist, stand einer Aushändigung der Waffen nichts entgegen. Denn mit dieser Waffenbesitzkarte ist der Inhaber berechtigt, eine unbegrenzte Anzahl von Waffen zu erwerben.

„Inwieweit hier Handlungsbedarf für den Gesetzgeber besteht, die Anzahl der Waffen zu begrenzen, die ein Privatmann im Rahmen seiner Sammlung besitzen darf, vermag ich nicht zu sagen. Aus Sicht des Landratsamtes wurde hier die bestehende Rechtslage ausgenutzt“, so Landrat Georg Grabner. "Von einem Waffenskandal im Landratsamt Berchtesgadener Land kann deswegen nicht gesprochen werden.“

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Alles weitere zum Waffenskandal in Altötting lesen Sie hier.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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