Schützt diese Idee unsere Kinder?

Notfallplan? Passwort zwischen Eltern und Kids

Kann diese Idee unsere Kinder schützen? Viele Familien glauben daran.
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Landkreis – Anlass zur Sorge vor verdächtigen Personen, wie etwa Pädophilen, gibt es immer wieder. Kann ein ausgemachtes Notfallpasswort zwischen Eltern und Kind helfen, dass unsere Schützlinge nicht mit Fremden mitgehen?

Es gibt keine Garantie und keine absolute Sicherheit, dass Kinder ein stets sorgloses Leben haben. Familien sollten aufklärend bestimmte Situationen des Alltags besprechen, um den eigenen Nachwuchs selbstbewusst in den Alltag ziehen zu lassen. Dennoch haben viele Eltern die Sorge, das eigene Kind könnte beispielsweise auf dem Schulweg von einem Fremden angesprochen, mitgezogen oder gar belästigt werden.

Was tun?

Margarete Lindner ist Mutter eines fünfjährigen Buben aus dem Altlandkreis Wasserburg. Die Eltern haben sich mit ihrem Sohn auf ein Passwort geeinigt.

„Wenn es tatsächlich mal zu einem Notfall kommen sollte, und ich jemanden bitten würde, dass derjenige meinen Sohn abholt, um ihn zu mir zu bringen, dann würde ich dieser Person das ausgemachte Passwort mitteilen, das auch mein Sohn weiß“ erklärt Margarete Lindner.

Die 36-Jährige zeigt sich davon überzeugt, dass diese Vereinbarung ihren Sohn stärke, im Ernstfall definitiv nicht mit einem Fremden mitzugehen, wenn derjenige das Passwort nicht kenne. „Befreundete Familien aus München handhaben dies ebenfalls so und motivieren wiederum ihre Bekannten, auch ein Passwort mit den eigenen Kindern auszumachen, das im Notfall auch die Person, die das Kind abholen würde, wüsste“, so Lindner im Gespräch mit wasserburg24.de

Was hält die Polizei davon?

Im Internet kursieren Fotos mit dem Hinweis, gemeinsam im Familienrat mit den Kids solch ein Passwort zu vereinbaren. Es hätte einem Kind schon einmal geholfen, einen Fremden von seinem Vorhaben abzubringen, es mit zu locken, heißt es in Facebook-Posts aus der Landeshauptstadt München.

Wir fragen nach beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd und stoßen auf Zuspruch. „Ich halte das durchaus für eine sinnvolle Geschichte, wenn Eltern und Kinder ein gemeinsames Passwort vereinbaren, um mögliche Tricksereien von fremden Leuten ausschließen zu können“, findet Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium.

Kann diese Idee unsere Kinder schützen? Viele Familien glauben daran.

Es könne nicht schaden, wenn dies innerhalb der Familie vereinbart werde, heißt es aus dem Polizeipräsidium weiter. „So kann das Kind ziemlich sicher sein, dass stimmt, was derjenige erzählt, oder eben nicht“, glaubt Sonntag. Sicherlich sei es ein geeignetes Mittel, um gefährliche Situationen gegebenenfalls ausschließen zu können, so die Polizei. Stefan Sonntag weist im Gespräch mit wasserburg24.de dennoch darauf hin, dass es bestimmt nicht das „Allheilmittel“ sei, um gänzlich alle gefährlichen Situationen zu minimieren. Die Idee sei aber vorausschauend, erklärt Sonntag.

Inselgeschäfte als Anlaufstelle

Einzelne Geschäfte in der Region, unter anderem in Rosenheim und Waldkraiburg haben am Schaufenster einen Aufkleber angebracht. "Wir sind ein Inselgeschäft, eine Anlaufstelle für Schutzsuchende, die im Ernstfall zu uns rennen dürfen" berichten einige stolze Ladenbesitzer".

„Das gilt als Hinweis, dass sich Kinder zu uns ins Geschäft retten können, wenn beispielsweise jemand sie verfolgt oder belästigen möchte“ erklärt Britta Neukemper aus einer Apotheke im Altlandkreis Wasserburg.

Im Ernstfall, wenn Hilfesuchende, egal ob Kind oder Erwachsener Hilfe benötigen, sei durch den Hinweisaufkleber am Schaufenster erkennbar, dass der Laden Schutzsuchenden gerne zur Seite stehe, so Neukemper gegenüber wasserburg24.de.

Stefan Sonntag zeigt sich erfreut darüber, dass Ladenbesitzer sich öffentlich als Hilfeleistende positionieren. „Jeder, der seine Hilfe anbietet, ist willkommen“, erläutert Sonntag. „Es sollte heutzutage allerdings selbstverständlich sein, dass Schutzsuchende in jedes Geschäft laufen darf und nicht nur dorthinein, wo ein Aufkleber angebracht ist“, führt Sonntag weiter aus.

Die Polizei fordere die Allgemeinheit durchaus dazu auf, sich bereitzuerklären, stets zu helfen, heißt es aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd. „In unserer Gesellschaft ist Hilfsbereitschaft wichtig und gesetzlich auch vorgeschrieben“, so Stefan Sonntag. Hilfsbereitschaft sei auch gesetzlich vorgeschrieben, erläutert Sonntag. Jeder sei gefordert, zu helfen, wenn es zu gefährlichen Situationen komme. „Es gibt auch sowas wie unterlassene Hilfeleistung im Strafgesetzbuch“ weist Stefan Sonntag abschließend darauf hin. Ganz egal, ob er durch einen Aufkleber Kund tue, dass er hilfsbereit sei.

Quelle: rosenheim24.de

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