WLAN-Test bei der Südostbayernbahn

Fazit: Trotz Spezialtechnik kein ausreichendes Netz

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Die Südostbayernbahn hat WLAN in einem Zug getestet.
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Landkreis - Rund drei Monate lang hat die Südostbayernbahn die Netzabdeckung in einem ihrer Züge geprüft. Die Ergebnisse sind ernüchternd, sollen aber weiterhelfen, das Problem mit dem fehlenden Funknetz zu lösen.

"Wir haben viele Erkenntnisse gewonnen, was das Nutzungsverhalten der Fahrgäste und die Netzabdeckung der Strecke betrifft", erklärt Julian Follner, Fachreferent für IT-Systeme und Entwicklung bei der Südostbayernbahn. Dennoch fällt das Fazit zu einem WLAN-Test Ende 2016 ernüchternd aus.

Es gibt große Lücken im Funknetz, die selbst mit entsprechender Technik an Bord nicht ausgeglichen werden können. Der Testwaggon ist mit einer Antenne auf dem Dach gefahren, die alle verfügbaren Netze bündelt und zusammenbringt. Dadurch wird das Funksignal verstärkt.

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Vor allem auf den Strecken, an denen es wenig Bevölkerung oder geografische Eigenheiten gibt, wie zum Beispiel teilweise im Inntal, ist das Funksignal katastrophal. "Es gibt auch Bereiche, in denen die Versorgung prinzipiell okay ist", erklärt Julian Follner. "Aber nicht, wenn mehrere Hundert Menschen zeitgleich im Zug im Netz sind." Und das ist eben der Fall, wenn Pendler auf Arbeit und wieder nach Hause fahren.

Auf der Salzburger Strecke gibt es nahezu gar kein Netz. Auf der Passauer Strecke hingegen ist das Netz in weiten Teil recht gut. In Richtung München ist die Netzabdeckung durchwachsen. Rund dreißig Prozent sind mit LTE abgedeckt. Der Rest mit 3G oder weniger.

Was das Nutzungsverhalten angeht, zeigen sich verschiedene Präferenzen der Nutzer. So wird das WLAN meist für das Lesen von Nachrichtenseiten und für Kommunikation mit anderen genutzt. Neben E-Mails werden dabei auch die sozialen Netzwerke Facebook und WhatsApp gecheckt sowie verschiedene Videoplattformen wie YouTube rege genutzt.

Der Pilot-Triebwagen wird weiterhin mit seinen auffälligen Fensteraufklebern sowie Stickern im Innenraum im Netz der Südostbayernbahn verkehren. "Wir wollen das System weiterhin optimieren und weiterentwickeln", erklärt Julian Follner. Wobei das gar nicht so einfach ist, weil da andere Kräfte am Wirken sind.

Derzeit gibt es Gespräche mit dem Aufgabenträger, der Bayrischen Eisenbahngesellschaft, kurz BEG. Nur diese kann in Verbindung mit der Staatsregierung und der Deutschen Bahn als Streckeneigentümer wirklich etwas bewegen und die Grundlagen für ein funktionierendes Funknetz liefern. Die Südostbayernbahn hat alle notwendigen Unterlagen bereitgestellt, um die Entscheidung zu erleichtern. Der Freistaat muss nun prüfen, ob und wie WLAN in bayerischen Zügen angeboten wird.

Die Südostbayernbahn wird das WLAN-Projekt vorerst nicht offensiv weiter vorantreiben. Wenn die genutzte Technik bei allen Zügen eingebaut würde, würden Erwartungen bei den Fahrgästen geweckt, die momentan vermutlich nicht erfüllt werden können. Das würde am Ende nur für Frust sorgen, obwohl die Südostbayernbahn das Problem mit dem fehlenden WLAN nicht alleine lösen kann.

Zwar ist das Netz mit der Außenantenne wesentlich besser als ohne, aber damit ist das Problem mit dem fehlenden Funksignal im Zug noch nicht behoben. Auch andere Bahnanbieter sind unzufrieden mit dem Netz.

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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