Felssturz-Drama: Ein Jahr danach

Stein an der Traun - Genau ein Jahr ist es her: Das Felssturz-Unglück in Stein an der Traun. Konnten die Hinterbliebenen wieder zurück ins Leben finden? Was passiert mit dem Grundstück?

Am Abend des 25. Januar 2010 ereignete sich im beschaulichen Ort Stein an der Traun ein dramatisches Unglück. Nachdem ein riesiger Felsbrocken herabgestürzt war und das Haus unter sich begraben hatte, konnten der 45-jährige Familienvater Peter Baumgartl und seine 18-jährige Tochter Sophie nur tot geborgen werden. Mutter Ursula (41) und Sohn Leon (17) überlebeten damals schwer verletzt.

Genau ein Jahr ist das Felssturz-Unglück nun her. Ein Jahr in dem die Menschen im Ortsteil von Traunreut versuchten, wieder in die Normalität des Lebens zurückzukehren.

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"Das Felssturz-Unglück war natürlich für viele Wochen und Monate Gesprächsthema Nummer eins", erzählt Franz Parzinger, Bürgermeister von Traunreut im Videointerview. "Die Menschen hatten natürlich mit einer solchen Naturkatastrophe niemals gerechnet. Das hat die Leute schon gezeichnet. Mittlerweile ist dieses Unglück aber wohl gut verarbeitet worden."

Auch mit den beiden Hinterbliebenen der Familie stand Parzinger in Kontakt. "Ich habe mit Ursula und Leon Baumgartl zuletzt im Juli 2010 gesprochen. Sie haben mir berichtet, wie es ihnen geht. Da hatte ich schon das Gefühl, dass sie zumindest körperlich wieder auf dem Weg der Besserung waren. Wie es in der Seele aussieht, weiß man natürlich nicht."

Grundstück des Unglücks wird verkauft

Mittlerweile ist von dem Trümmerhaufen nicht mehr viel übriggeblieben. An dem Ort, an dem zwei Menschen ihr Leben lassen mußten, ist eine leere Fläche zwischen zwei Häusern.

Das Grundstück ein Jahr danach

Die Unglücksstelle ein Jahr nach dem Felssturz

"Das Grundstück soll auf jeden Fall verkauft werden", sagt Hermann Schätz, der Vater der überlebenden Ursula Baumgartl gegenüber Chiemgau24.

"Ein Rechtsanwalt ist an meine Tochter herangetreten und hat angeboten, sie beim Verkauf zu beraten. An wen das Grundstück aber verkauft werden soll steht noch nicht fest. Meine Tochter lässt sich da Zeit. Sicher ist aber, dass es verkauft wird."

"Verurteilung macht Tote nicht wieder lebendig"

Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein gegen die Firma, die für die Absicherung der Felsblöcke zuständig war. Bereits Jahre vor dem Unglück seien Risse in dem Gebäude zu erkennen gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein. Diese "für einen Experten deutlich sichtbaren Warnzeichen" hätten bei Felssicherungsarbeiten in den Jahren 2007 und 2008 nicht übersehen werden dürfen, erläuterte Staatsanwalt Andreas Miller. Die Behörde ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Mann.

"Für unsere Familie wäre es auf keinen Fall ein Gefühl der Genugtuung wenn der Bauleiter verurteilt werden würde", erzählt Hermann Schätz. "Wenn ein Mann beruflich solche Aufgaben übernimmt, ist er sowieso immer im Risikobereich. Ich wünsche ihm nur, dass er nicht fahrlässig gehandelt hat und deswegen verurteilt wird."

Uschi und Leon Baumgartl haben mittlerweile eine Wohnung im Landkreis gefunden. Der Weg zurück in das "normale" Leben war und wird sicherlich kein einfacher.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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