NRW plant Reform des Jagdgesetzes

Warum unsere Jäger Tausende Katzen erschießen

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Landkreis - Tausende Katzen werden alljährlich von Jägern erschossen - ganz legal! Wir haben beim Bayerischen Jagdverband nachgefragt, wie das begründet wird.

In Nordrhein-Westfalen, wo abgeschossene Haustiere - anders als in Bayern - von den Jägern gemeldet werden müssen, werden jährlich rund 9000 bis 11.000 Katzen erschossen. Es ist wahrscheinlich, dass auch im Freistaat in ähnlicher Größenordnung Katzen erlegt werden. Tierschutzorganisationen wie "Vier Pfoten" gehen deshalb von jährlich bis zu 100.000 erschossenen Katzen in Deutschland aus.

Bayerisches Jagdgesetz erlaubt die Schüsse auf Katzen

In Bayern ist es Jägern erlaubt "wildernde Hunde und Katzen zu töten, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können", so wird es im Bayerischen Jagdgesetz im §42 geregelt. Katzen gelten dabei als wildernd, "wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Metern vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden".

Aus Sicht des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) ist das eine gute Regelung. Auf Anfrage unserer Redaktion hieß es dazu vom BJV, dass sich das Gesetz "bewährt hat und dem Jäger genügend Spielraum gibt, eigenverantwortlich zu handeln".

So werden die Abschüsse legitimiert

Die BJV-Sprecherin Barbara Ettl teilte unserer Redaktion mit, dass es dabei um den Schutz bodenbrütender Vogelarten und Singvögel gehe, deren rasanter Rückgang in Bayern belegbar sei. Streunende und wildlebende Katzen seien "dafür sicher nicht allein verantwortlich", würde aber einen Teil zum Populationsrückgang beitragen.

Katzen sind Familienmitglieder geworden

Der Tierschutzbund Bayern fordert dennoch ein klares Verbot des Abschusses von Hauskatzen. Tierschützer argumentieren, dass die Katzen als Haustiere insbesondere für Alleinlebende oftmals ein Partner- oder Kinderersatz geworden sind. Auch die Sprecherin des Bayerischen Jagdverbandes räumt ein, dass Katzen oft "geliebte Familienmitglieder" sind, jedoch könnten die Jäger "nicht einfach wegsehen, wenn streunende Katzen die wiesenbrütenden Arten immer stärker bedrängen", so Ettl.

Neben den wildernden Freigänger-Hauskatzen würden nämlich rund zwei Millionen herrenlose Katzen in Deutschland leben. "Eine nicht kastrierte Katze und ihre Nachkommen können rein rechnerisch in nur sieben Jahren bis zu 420.000 Nachkommen zeugen", erklärt Ettl.

Kastrationspflicht als Lösung?

In NRW wird nun ein neues Jagdgesetz vorbereitet, das Jägern unter anderem verbieten soll, auf streunende Katzen zu schießen. Die Regulierung der Katzenpopulation sei dann nicht mehr Aufgabe der Jäger, vielmehr sollen die Kommunen in ihren Satzungen eine Kastrationspflicht vorschreiben, so das Vorhaben der Landesregierung in Düsseldorf. 

Auch aus Sicht der bayerischen Jäger scheint über diesen Weg der Massenkastrationen und Registrierungen langfristig eine Lösung möglich zu sein. Der BJV befürworte eine Kastrationspflicht, so Ettl. Bis es soweit ist, sei es aber noch ein weiter Weg, "auf dem die Beutetiere nicht schutzlos ausgeliefert sein dürfen."

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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