+++ Eilmeldung +++

Mit 89 Jahren

Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

Irische Psyche in einem Glas

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Im Glas geschwenkt, bildet ein Whiskey Schlieren am Rand des Glases – aufgrund des Alkoholgehaltes.

Berchtesgaden - Torfig, kantig, eine gewisse Süße. Überraschend frisch, seidig apostrophiert, bemerkenswert elegant im Geschmack, ein Bouquet voll Aromen - Whiskey heißt Vielfalt.

Ahnung davon haben die Wenigsten und so war die Teilnahme am Whiskey-Seminar, veranstaltet von der Volkshochschule Berchtesgaden in Zusammenarbeit mit der Schnapsbrennerei Grassl, naheliegend.

Eine große Auswahl an Whiskeys stand zur Verkostung bereit. Torfig, kantig, eine gewisse Süße – alles war vertreten.

Four Roses, Jameson oder Dimple? Kentucky Bourbon, Irish oder Scotch? Die Qual der Wahl hat nur derjenige, der sich dem Whiskey hingibt, das Geschmackserlebnis erfahren möchte. Nur wer genau schmeckt, wird den Unterschied herausschmecken, so heißt es. Ob Triple destilled, dreifach destilliert, Blended oder Single Highland Malt, Speyside Malt oder Islay Malt. Da den Durchblick zu behalten - kaum möglich. Nur gut, dass Mirco Vasic, Diplom-Sommelier aus Freilassing, vor Ort ist, Licht ins whiskey'sche Dunkel bringen möchte. Sieben verschiedene Whiskey-Sorten verkostet er, Aussehen, Aroma und Geschmack müssen die Teilnehmer nach eigenem Dafürhalten bewerten. "Zu sagen, wie ein Whiskey zu schmecken hat, ergibt keinen Sinn", sagt Vasic, der Genussmensch, der sich seit langer Zeit mit dem goldbraunen Gut auseinandersetzt, mit den Geschmacksprofilen jener Sorten, die das Geschmacks-Universum mit all seinen Ablegern ausmacht. "Jeder nimmt einen Whiskey anders wahr" - mild-fruchtig, rauchig, intensiv, mit pfeffriger Note, vollmundig oder würzig.

Mirco Vasic, der Freilassinger Diplom-Sommelier, führte durch den Abend.

Elf Teilnehmer haben sich an den in historischem Ambiente aufgebauten Tischen versammelt. Weiße Tischdecken, Schälchen mit Salamistückchen gefüllt, Weißbrotkörbe, Wasserkaraffen, tulpenförmige Gläser, die darauf warten, gefüllt zu werden. Der Jameson, ein Irish, steht auf dem Programm, Triple destilled, zwölf Jahre alt, 40-prozentig, Hauptanteil - Gerste. Sanft wird der Whiskey in seinem Glas geschwenkt. Der Alkohol hinterlässt Schlieren am Rand des Glases. Die Aromen werden dadurch frei, entfalten sich in ihrer ganzen Bandbreite, steigen den Teilnehmern tief in die Nase. Der Alkoholgehalt ruft ein leichtes Prickeln in der Nase hervor. Whiskey-Kenner wissen, dass ein Zugeben von Wasser weitere, zusätzliche Aromen hervorruft, ein paar Tropfen genügen. Mirco Vasic klärt über die Herstellung des Whiskeys auf, über die Destillation, über die Umwandlung von Getreide in Stärke, die alkoholische Gärung, darüber, dass Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. "Fakten, die Sie auch nachlesen können", sagt er. Wichtiger sei es, selbst den Versuch zu wagen, immer wieder, an einem Scotch zu nippen, dann - im Vergleich dazu - den Kentucky Bourbon zu probieren, später zum torfig-rauchigen Single Islay Malt zu wechseln. Verreibt man von diesem ein paar Tropfen in der Handinnenfläche, steigt einem kalter Rauch in die Nase, ein wenig so, als habe man ein Stück verkohltes Holz in den Fingern gehabt.

Erst durch die Lagerung erhält ein Whiskey sein Aroma, sagt Mirco Vasic, der Profi. Auch die Farbe hängt davon ab, in der Regel werden Whiskeys im Eichenfass dunkler, je nach Länge der Lagerung. "Das ist das Geheimnis des Whiskey-Herstellers", sagt er, die Verwendung der Zutaten. Ein Single Malt Whiskey etwa wird ausschließlich "durch die Verwendung von gemälzter Gerste, Hefe und Wasser gewonnen". Die Produktion und Lagerung findet in einer einzelnen Destillerie statt.

Auf den Spuren des Whiskeys: Die Teilnehmer waren durch die Bank zufrieden und sicher, eine Menge gelernt zu haben.

Im Mundgefühl offenbart sich dann das ganze Aroma, das Verweilen der Flüssigkeit auf der Zunge, dann der Schluck. Im Nachklang zeigen sich die verschiedenen Nuancen der schottischen, irischen oder amerikanischen Whiskeys. Im Mund erwärmt sich die Flüssigkeit, während des Ausatmens treiben die flüchtigen Stoffe über die Nase in das Wahrnehmungszentrum. "Hervorragend sind die Whiskeys mit rauchiger Note", sagt ein Teilnehmer. Keiner stimmt ihm zu - die milderen seien besser, so der allgemeine Tenor. Vasic bittet nun zum allgemeinen Snack - zum Abschluss gibt es salzige Chips und 99-prozentige Kakao-Schokolade. "Zu welchem Whiskey passt welches Produkt", fragt Vasic in die Runde. Man zeigt sich unentschlossen. Die Schokolade ist ungewöhnlich bitter, Freunde findet sich dafür nicht viele. Man bleibt bei den Chips. "Jedem das, was er bevorzugt", sagt Vasic mit einem Lächeln. Nicht jeder Whiskey-Kenner würde das sagen.

kp

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser