Inzestverdacht: Vater jetzt in U-Haft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Jetzt ging es schnell: Ein aus dem Raum Rosenheim stammender Mann, der verdächtigt wird, seine Tochter sexuell missbraucht und geschwängert zu haben, sitzt jetzt in Stadelheim in Untersuchungshaft.

Nachdem das Oberbayerische Volksblatt über den Fall, in dem seit knapp einem Jahr ermittelt wird, am Freitag berichtet hat, ging alles sehr schnell. Noch am Nachmittag nahmen Polizeibeamte den Mann fest.

Lesen Sie auch:

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte gestern auf Anfrage, dass der Verdächtige am späten Freitagnachmittag festgenommen wurde: "Es lagen neue Beweismittel vor, die einen dringenden Tatverdacht nahe legten", so ein Polizeisprecher. Für weitere Auskünfte verwies er an die Staatsanwaltschaft Rosenheim. Dort bestätigte auch Oberstaatsanwalt Jürgen Branz die Festnahme: "Es ist richtig, dass am vergangenen Freitag der des Inzests mit seiner Tochter verdächtige Beschuldigte aufgrund eines bestehenden Haftbefehls festgenommen und dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt wurde", erklärte Branz. Der Richter habe den Vollzug des Haftbefehls angeordnet und die Einweisung des Beschuldigten in eine Justizvollzugsanstalt verfügt. Ergangen ist der Haftbefehl wegen des dringenden Verdachtes des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener.

Den Meinungsumschwung in der Staatsanwaltschaft hat offenbar eine neue DNA-Analyse ausgelöst: "Aufgrund eines jetzt vorliegenden belastbaren Gutachtens ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte der Vater eines Kindes seiner leiblichen Tochter ist", sagte Branz. Weitere Einzelheiten, auch dazu, wie es gelungen ist, den in Tirol lebenden Beschuldigten festzunehmen, wollte er mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht nennen.

Sehr erleichtert über die Festnahme zeigte sich gestern die Tochter. "Ich bin froh, dass er jetzt endlich hinter Gittern sitzt", sagte die junge Frau, die im Landkreis Rosenheim lebt. Welche neuen Erkenntnisse die Festnahme ausgelöst haben, wusste sie nicht: "Darüber hat mit mir niemand gesprochen."

Die heute 19-Jährige gibt an, ihr Vater habe sie über einen Zeitraum von drei Jahren sexuell missbraucht. Wie später die DNA-Tests der Ermittlungsbehörden bewiesen haben, ist der Mann der Vater ihres 2010 geborenen Kindes. Als das Kind fünf Monate alt war, hatte sie sich zur Anzeige entschlossen.

Gegenüber unserer Zeitung zeigte sie sich enttäuscht über die in ihren Augen zunächst schleppend verlaufenen Ermittlungen. Nach der Anzeige im Juni 2010 war im Dezember ein erster DNA-Test gemacht worden. Seitdem wartet sie auf ein Gespräch bei einem Gerichtspsychologen, der ihre Glaubwürdigkeit beurteilen soll. Auch hier gibt es Neuigkeiten: Noch am Freitagvormittag meldete sich das Münchner Institut telefonisch bei ihr und gab ihr den lang ersehnten Termin.

Verzögert haben sich die Ermittlungen offenbar durch die Tatsache, dass der Beschuldigte heute in Österreich lebt. So konnten die bayerischen Behörden den Mann nicht selbst vernehmen. Im Herbst 2010 stellten sie ein Rechtshilfeersuchen an die österreichische Justiz. Gegenüber der Polizei dort sagte der Beschuldigte aus, er sei unschuldig. Den positiven DNA-Test erklärte der Mitte 40 Jahre alte Mann mit einem Racheakt seiner Tochter. Er behauptete, sie habe sich ein von ihm gebrauchtes Kondom besorgt und sich sein Sperma selbst eingeführt, um schwanger zu werden.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser