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Massiv- versus Holzbau und Containerklassen

Insgesamt 35 Millionen Euro: Neue Grundschule in Freilassing eine Hybrid-Lösung

erscheinen, die beiden oberen Stockwerke werden in Holzbauweise errichtet.
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Grundschule Neubau 1. Preis Bär Stadelmann (4).jpg

Ein Hybrid-Auto kennt man mittlerweile, eine Hybrid-Schule ist etwas Neues. Der neue Teil der Grundschule am Birkenweg soll zum Teil in der üblichen Massivbauweise (Keller und Erdgeschoss) zum anderen in Holzbauweise entstehen. In Summe rechnet die Stadt für alle Um- und Neubauarbeiten mit Gesamtkosten von 34 bis 35 Millionen Euro.

Freilassing - Die von den Planern am Dienstagabend (21. Juni) vorgestellten Entwürfe gefielen nicht nur den Stadträten – sie stimmten einstimmig zu – sondern auch den zahlreich erschienenen Lehrern und dem Schulleiter. In den 28,5 Millionen Euro sind auch 500.000 Euro enthalten mit denen das alte Zentralschulhaus ertüchtigt wird.

Weitere 4 bis 5 Millionen Euro kommen dann für die Flächen rund um das Schulgebäude noch oben drauf, also zum Beispiel engere Straßen und breitere Gehwege. In Summe rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von 34 bis 35 Millionen Euro, im September 2026 könnten die neuen Klassenräume fertig sein.

Über eine Stunde lang lauschten Stadträte sowie Mitglieder des Elternbeirats und Lehrer der Präsentation der Planer bei tropischen Temperaturen im Rathaussaal, doch es sollte sich am Ende lohnen.

Bürgermeister Markus Hiebl erinnerte an den Beschluss im Herbst 2020, dass statt einem neuen Standort die Grundschule am derzeitigen Areal nachverdichtet wird. Damit sollen am Ende 20 Schulklassen unterrichtet werden können sowie ausreichend Platz vorhanden sein für drei Kindergartengruppen und eine Nachmittagsbetreuung.

Bereits im September 2021 wurde das Siegerprojekt von Stadtplanern aus Nürnberg fürden Neubau vorgestellt. Hiebl verwies am Dienstag schon vor der Präsentation auf neue Formen des Unterrichts, Stichwort Digitalisierung, ab 2026 ist zudem ein Ganztagesunterricht vorgesehen, „auch die Inklusion ist eine Herausforderung und bei 80 verschiedenen Nationen in der Stadt ist natürlich auch immer ein gewisser Migrationsanteil in der Grundschule“.

Massivbau versus Holzbau

In den fünf Monaten seit der Präsentation des Wettbewerbssiegers haben sich die Architekten Gedanken darüber gemacht, ob der Neubau am Birkenweg in einer üblichen Massivbauweise oder als Holzbau errichtet werden soll.

Herausgekommen ist der Vorschlag, beides zu verwenden, also eine Massivbauweise für den Keller und das Erdgeschoss sowie eine Holzbauweise für die beiden Obergeschosse mit den Klassenräumen. Für den Holzbau spreche vor allem eine gute CO 2 -Bilanz sowie eine gute Isolation und eine ebensolches Raumklima, außerdem sei die Bauzeit kürzer und es entstehe auch weniger Baulärm, was bei den Arbeiten bei gleichzeitigem Unterricht im Zentralschulhaus nicht unwichtig erscheint.

Weitere Vorteile des hybriden Baus: Während der Rohbau erstellt wird, können gleichzeitig schon die Holzteile vorgefertigt werden, zudem würde durch das Holz in den Klassenräumen ein sehr gutes Raumklima für die Kinder entstehen. Das Holz müsste nur mit einer Art Öl bestrichen werden, damit kein Schmutz aufgenommen wird.

Zwölf Containerklassen im Park

Bevor im August 2023 das alte Gebäudedorf am Birkenweg abgerissen wird, um für den Neubau Platz zu machen, müssen weitere Container für insgesamt zwölf Klassen im Wrede-Park aufgestellt werden - nach derzeitiger Planung unmittelbar am Platz vor dem Zentralschulhaus. Diese Zwischenlösung bis zum Sommer 2026 wird alleine 1,4 Millionen Euro für die Miete der Container kosten. Der Vorteil sei, dass die bestehenden Gebäude am Stück und damit schneller und günstiger abgerissen werden könnten und es eine klare Trennung zwischen der Baustelle im südlichen Bereich und der Schule gebe.

„Alpenländischer Stil ist kein Jodel-Stil“

Das vorgestellt Hybrid-Modell, also mit viel Holz, gefiel erwartungsgemäß den Grünen im Stadtrat besonders. Edeltraud Rilling meldete sich als Erste zu Wort und sprach sich klar für die Hybrid-Lösung aus, sie will in dem Gebäudekomplex einen „alpenländischen Stil“ erkennen, „der aber eben kein Jodel-Stil ist“. Der jetzt vorgestellte Entwurf sei auch wegen der Nachhaltigkeit besonders zeitgemäß, „also wir sind für den Hybrid-Bau, mit allen Schikanen“.

FW-Stadtrat Christian Längst erschien die genaue Trennung zwischen der Baustelle und der Schule wichtig, es werde sonst Kinder geben die ihre Kindergarten- und Grundschulzeit nur in Baustellen verbracht hätten. Auch die CSU-Fraktion und die SPD-Stadträtin fanden den Vorentwurf sehr gelungen und stimmten zu.

Für so viel Einstimmigkeit gab es am Ende sogar noch Applaus von den anwesenden Lehrern. Schulleiter Johannes Zeitel bedankte sich ausdrücklich bei den Stadträten und auch bei den Planern für die schon bisher sehr gute Zusammenarbeit.

hud