Herrmann: "Grundsätzlich machbar"

Werden Thüringer Landkreise bayerisch?

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Erfurt - In Thüringen sinkt die Bevölkerunsgzahl. Landkreise solllen zusammengelegt werden. Doch einige wollen das Bundesland verlassen und nach Bayern wechseln. Steht eine Gebietsreform bevor?

Bayerns Innenminister JoachimHerrmann (CSU) hält einen Wechsel zweier Landkreise im Süden Thüringens nach Bayern grundsätzlich für machbar. Das sagte er dem Radiosender MDR Info am Montag. Er betonte jedoch, solch ein Übertritt sei ein kompliziertes Verfahren. Bayern stelle sich daher nicht auf einen schnellen Gebietszuwachs ein. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sagte dem Radiosender Antenne Bayern, er halte die Wechsel-Überlegungen für eine Drohung, die nicht ganz ernst gemeint sei. Allerdings ergänzte er auch: „Unsere Tür steht auf jeden Fall offen.“

In Thüringen denken mehrere Landkreise nach einem Bericht von MDR Thüringen über einen Wechsel nach Bayern nach. Sie äußern damit ihren Unmut über eine geplante Gebietsreform. Nach Eichsfeld drohten nun auch die Südthüringer Landkreise Sonneberg und Hildburghausen damit, den Freistaat Thüringen zu verlassen. Sie lehnten die Pläne für einen Großkreis Südthüringen strikt ab. Wegen der sinkenden Bevölkerungszahl sollen in Thüringen Landkreise und Landesbehörden zusammengelegt werden.

Ein Landeswechsel als Druckmittel? Der Bayerische Städtetag sieht für das Ansinnen der Thüringer Landkreise kaum Chancen. Für die Änderung von Gebietsgrenzen gebe es große rechtliche Hürden, sagte der Geschäftsführer Bernd Buckenhofer MDR Info. „Eine solche Gebietsreform braucht einen Volksentscheid.“

Ähnliche Trennungswünsche aus Protest hatte zuletzt im Herbst 2012 ein Ort in Baden-Württemberg geäußert - mittlerweile aber will man dem eigenen Bundesland doch treu bleiben. Denn der Protest zeigte Wirkung: Dertingen wollte bayerisch werden, um den Ausbau der Autobahn 3 endlich voranzutreiben. Ortsvorsteher Egon Beuschlein (CDU): „Wir haben mittlerweile die mündliche Zusage, dass der Abschnitt zwischen 2014 und 2018 ausgebaut werden soll. Deshalb lassen wir den Wunsch nun ruhen und bleiben jetzt erstmal Baden-Württemberger.“

dpa/lby

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser