Nebenbei noch Kellner oder Hausmeister

Immer mehr Münchner Polizisten brauchen einen Nebenjob 

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München - Sie riskieren für die Sicherheit ihrer Mitmenschen ihr Leben, aber die Anerkennung dafür reicht für viele kaum aus, um sich einen Urlaubsreise zu leisten. 

Wie die AZ berichtet, sind 15 Prozent der Münchner Polizisten auf einen 450 Euro-Nebenjob angewiesen, um sich etwas leisten zu können. In Zahlen: 930 Münchner Polizisten, allesamt Beamte, arbeiten nach Feierabend noch als Kellner, Hausmeister, Kassierer oder Trainer im Fitnessstudio. 

Das liegt insbesondere an den hohen Lebensunterhaltskosten in der Landeshauptstadt. "Ein Kollege in der Oberpfalz hat im Vergleich zu einem in München rund 500 Euro mehr im Monat zur Verfügung", so Personaldrat Jürgen Ascherl vom Polizeipräsidium München gegenüber der Abendzeitung. 

Jeder Zweite der Polizeibeamten mit Nebenjob hat die Besoldungsgruppe A9 des mittleren Dienstes. In der Stufe 1 sind das 2700 Euro brutto, bei einer Gehaltserhöhung in Stufe 2 lediglich 2789 Euro. 

Hinzu kommt eine kleine Ballungsraumzulage von 75 Euro vom Freistaat - viel zu wenig, um die hohen Kosten etwa für die Miete auszugleichen. Diese Zulage erhalten außerdem auch nur Beamte der Besoldungsgruppe A9. Für höher eingruppierte Beamte fällt sie ganz weg.  

So suchen kontinuierlich immer mehr Polizeibeamte in München einen Nebenjob. Erlaubt ist, dass sie maximal acht Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten. 

Tausende Polizisten arbeiten deutschlandweit in Nebenjobs

Wie die HuffPost Deutschland berichtet, ist München da keine Ausnahme. In Berlin würden knapp zehn Prozent der Polizisten, insgesamt 1560, noch einen Nebenjob haben. In NRW sind es sogar über 13 Prozent der Polizeibeamten (5300). Erschreckend hoch auch die Zahl in Bremen: 20 Prozent der Beamten, insgesamt 460, reicht der Beamtensold alleine nicht. 

In Bayern sind vor allem die junge Beamten und diejenigen des mittleren Dienstes betroffen. Teilweise seien es in dieser Besoldungsgruppe über 50 Prozent, die nebenbei arbeiten, so Jürgen Ascherl, der auch noch stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Polizei Gewerkschaft in Bayern ist. 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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