Greifen hier Hundehasser zur Selbstjustiz?

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Dieses Schild prangt im Garten eines Wohnhauses in Hart.
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Chieming - Der Tierhass hat im Landkreis Traunstein eine neue Qualität erreicht: Auf einem Grundstück in Hart prangen seit kurzem Schilder, die den Hundebesitzern das Fürchten lehren.

Erst im August vergangenen Jahres war es in Haidforst zu einem ähnlichen Fall von Selbstjustiz gekommen. Damals hatten bislang unbekannte Tierhasser einer 69-jährigen Hundebesitzerin einen Drohbrief an die Autoscheibe geklebt: "Das ständige Gekläffe, besonders in der Früh, bringt uns alle zur Weißglut", stand dort zu lesen. Und weiter: "Wir würden uns über russische Regeln freuen: Jede Töle und Katzenviecher müssen lebendig verbrannt werden, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen."

Schilder sollen "nur ein Scherz" sein

Ein weiteres Schild hängt am Gartenzaun. Zum Vergrößern HIER klicken

Und nun das: Auf einem Grundstück in Hart bei Chieming stehen seit kurzem Schilder mit eindeutiger Botschaft: "Dieses Grundstück ist mit Hundeködern bestückt. Viel Glück für ihren Hund!", ist darauf zu lesen. Darunter abgebildet ist ein Grabkreuz mit der Aufschrift "Bello". Ein weiteres Schild zeigt einen Hund im Fadenkreuz, der gerade sein Geschäft verrichtet. Darüber steht: "NICHT HIER! sonst...". Auf Anfrage von chiemgau24.de meinte die Schwiegertochter des Hausbesitzers, dass die Schilder "nur ein Scherz" seien. "In letzter Zeit hatten wir einfach sehr oft Hundehaufen im eigenen Garten. Das hat uns natürlich schon geärgert." Daher habe ihr Schwiegervater nun die Schilder aufgestellt, um die Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen, ihre Hunde nicht ohne Leine durch den Ort streunen zu lassen. Giftköder seien definitiv keine in dem Garten ausgelegt.

Anwohner haben dafür kein Verständnis

Doch bei einer Anwohnerin, die selbst Hundebesitzerin ist, sorgten die makaberen Schilder für viel Unmut: "Ich kann die Verärgerung zwar verstehen: An der Straße liegen permanent Hundehaufen, die von den Tierbesitzern nicht weggeräumt werden. Aber diese Schilder haben mich doch sehr geschockt."  Man solle lieber die Besitzer in die Verantwortung nehmen, als die Hunde zu bestrafen, so die Nachbarin.

Eine andere Frau sagte uns: "Wir haben Sorgen um unsere Hunde und gehen dort nicht mehr spazieren!"

Von polizeilicher Seite ist allerdings gegen die eindeutigen Schilder nichts einzuwenden: "Das stellt keinen Straftatbestand dar", so Klaus Obermeier von der Polizeiinspektion Traunstein. So lange niemand zu Schaden komme, werde die Polizei auch nichts unternehmen.

Quelle: chiemgau24.de

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