Männer flüchten zu Fuß über die A8

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Rosenheim/Bad Aibling - Aus einer Routinekontrolle ist eine Verfolgungsjagd geworden: Plötzlich stürmten Personen aus dem angehaltenen Auto und traten die Flucht an.

Auf der A8 bei Bad Aibling sind die Fahnder der Bundespolizei am Dienstag, den 19. November, auf ein voll besetztes Auto aufmerksam geworden. Als der Fahrzeugführer mittels Signal aufgefordert wurde, dem Streifenwagen zu folgen, stoppte dieser unvermittelt. Die Türen gingen auf und mehrere Personen rannten davon. Den Fahrer nahmen die Bundespolizisten fest. In einer gemeinsamen Suchaktion gelang es Landes- und Bundespolizei nach und nach, die flüchtigen Mitfahrer zu finden.

Zunächst sah alles nach einer gewöhnlichen Routinekontrolle aus. Die Beamten der Rosenheimer Bundespolizei hatten sich mit ihrem Fahndungsfahrzeug in der Nacht vor ein Auto mit italienischen Kennzeichen gesetzt und gaben das rot aufleuchtende Signal zum Folgen. Am Autobahnparkplatz „Im Moos“ sollten die Insassen kontrolliert werden. Etwa 500 Meter vor der Ausfahrt zum Parkplatz hielt der Wagen plötzlich an. Hastig stiegen Personen aus und suchten offenbar das Weite. Der Fahrer konnte von den Bundespolizisten festgenommen werden. Zunächst gab sich der 42-jährige Italiener völlig ahnungslos und behauptete sogar, dass er mit seinem Auto allein Richtung München gefahren wäre.

Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim und das verständigte Polizeipräsidium Oberbayern Süd nahmen gemeinsam die Fahndung nach den flüchtigen Begleitern auf. Dabei kamen auch ein Diensthund und ein Wärmebildgerät zum Einsatz. Hinter einem Gebüsch nahe der Autobahn entdeckten die Polizeibeamten tatsächlich mehrere Wärmequellen. Wie sich schnell herausstellte, stammten diese von drei Männern.

Im Schilf eines nahegelegen Wassergrabens versteckte sich ein anderer Mitfahrer. Ein weiterer konnte einige Stunden später in der Umgebung von Weyarn in Gewahrsam genommen werden. Bei den fünf handelt es sich eigenen Angaben zufolge um eritreische Staatsangehörige im Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Die Afrikaner hatten keine Papiere dabei. Sie erklärten, von ihrem Fahrer aufgefordert worden zu sein, den Wagen zu verlassen und zu flüchten.

Für die Etappe von Italien nach Deutschland hätten sie vor Fahrtantritt zwischen 400 und 700 Euro pro Person Zahlen müssen. Die Schleusung vom afrikanischen Kontinent nach Europa sei jedoch um ein vielfaches teurer gewesen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die fünf Eritreer der Münchner Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Gegen den mutmaßlichen italienischen Schleuser ermittelt die Bundespolizei in Rosenheim. Inzwischen wurde er auf richterliche Anordnung hin in Untersuchungshaft genommen und in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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