Neuer Höslwanger Bürgermeister 

Matthias Maier überwältigt: "Niemals mit über 70 Prozent gerechnet"

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Höslwang - Nachdem Josef Eisner im Juni plötzlich verstarb, stand die Gemeinde am Sonntag parallel zur Bundestagswahl vor der Neuwahl eines Ortschefs. Mit über 70 Prozent ist der einzige Kandidat Matthias Maier zum neuen Bürgermeister der Gemeinde gewählt worden. 

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UPDATE, 20.55 Uhr: Statement des neuen Bürgermeisters zur Wahl

Für den frisch gewählten Bürgermeister Matthias Maier ist das Ergebnis eine große Überraschung: "Niemals hätte ich mit über 70 Prozent gerechnet, ich weiß gar nicht, wie ich damit jetzt im ersten Moment umgehen soll", freut sich Maier im Gespräch mit rosenheim24.de. 

"Offensichtlich sind Kompetenz und Erfahrung doch noch was wert", mutmaßt der ehemalige Vogtareuther Bürgermeister bezüglich des Ergebnisses. "Ich weiß, welche Arbeit jetzt auf mich zukommt und freue mich auf die anstehenden Aufgaben als Bürgermeister meiner Heimatgemeinde", so Maier abschließend. 

UPDATE, 20.35 Uhr: Matthias Maier gewählt

Die Stimmen der Bürgermeisterwahl sind ausgezählt: Wahlleiter Marco Binder erklärt gegenüber rosenheim24.de, dass Matthias Maier mit über 70 Prozent zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Höslwang gewählt worden ist. Josef Heinrichsberger kam auf 18,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 80,5 Prozent

Mit über 70 Prozent wurde Matthias Maier zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Höslwang gewählt. 

UPDATE, 20.08 Uhr: Noch ein Wahlbezirk fehlt 

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Es bleibt spannend bei der Bürgermeisterwahl in Höslwang: Wie die Verwaltungsgemeinschaft Halfing auf Nachfrage von rosenheim24.de mitteilt, müsse noch ein Wahlbezirk ausgezählt werden, ehe ein endgültiges Ergebnis feststehe. 

UPDATE, 19.10 Uhr: Erste Wahlbezirke ausgezählt 

Die ersten Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken stehen fest. In Kürze wird die Verwaltungsgemeinschaft Halfing konkrete Zahlen zum Ausgang der Bürgermeisterwahl veröffentlichen. 

UPDATE, 17.45 Uhr: Anzahl der Briefwähler 

Wie Wahlleiter Marco Binder gegenüber rosenheim24.de erklärt, sei die Wahlbeteiligung in Höslwang "wohl nicht schlecht". Genaue Zahlen könne er aber erst nach Auszählung der Stimmen sagen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Halfing betreut als Verwaltungsgemeinschaft drei Gemeinden: Schonstett, Halfing und Höslwang. So viele Briefwähler haben bisher für die Bürgermeisterwahl abgestimmt:

  • 699 von 2098 wahlberechtigten Briefwähler in Halfing
  • 258 von 980 wahlberechtigten Briefwähler in Höslwang
  • 290 von 1025 wahlberechtigten Briefwähler in Schonstett 

Vorbericht: Interview mit alleinigem Kandidaten Matthias Maier 

Der Höslwanger Matthias Maier (CSU) ist kein unbekanntes Gesicht in der Lokalpolitik: 18 Jahre lang hatte er das Amt des Bürgermeisters in der Nachbargemeinde Vogtareuth inne. Seit 2014 ist er wieder Gemeinderat und derzeit Dritter Bürgermeister in Höslwang. "Anfangs habe ich die Kandidatur deutlich abgelehnt", erklärt der alleinige Bürgermeister-Kandidat im Gespräch mit rosenheim24.de, "Doch nach und nach kamen immer mehr auf mich zu und ermutigten mich, mich aufstellen zu lassen. Plötzlich eröffneten CSU und Parteifreie Wähler, dass ich ihr Kandidat sei. Da kam ich dann doch ins Grübeln und überlegte mir die Sache nochmal. Schließlich sagte ich zu." 

Mittlerweile brenne der 62-jährige wieder für das Amt. "Erst dachte ich wirklich, ich sollte vielleicht langsam in Pension gehen. Aber jetzt brennt die Glut wieder, so als sei sie von zwei Seiten wieder zu einem Feuer entfacht worden", lacht Maier. 

Maier: "Schon als Bub hat mir das Spaß gemacht" 

Nach 18 Jahren als Bürgermeister der Nachbargemeinde sei er "geeicht für das Amt". Die Vogtareuther haben ihm dreimal als Bürgermeister ihr Vertrauen geschenkt und seien immer zufrieden gewesen mit Maier. "Schon als Bub hat mir das Spaß gemacht, für anderer da zu sein und mich zu engagieren." Er kenne die Aufgaben eines Gemeindeoberhaupts, sei gut vernetzt und viel in Kontakt mit dem verstorbenen Bürgermeister Josef Eisner gewesen, wisse, wie dieser "getickt" habe. "Ich möchte das zu Ende bringen, was er begonnen hat, das bin ich ihm schuldig", so Maier entschlossen. "Ich rede nicht lange, sondern werde vom ersten Tag an anpacken." 

Themen zum Anpacken gebe es genug: Vom Bebauungsplan Dorfmitte und sozialen Wohnraum über den Umbau des gesamten Klosters und den bis hin zum Neubau des Wertstoffhofs. Dass junge Familien gerne in Höslwang wohnen, das ist Maier eine Herzensangelegenheit: "Gerade jetzt brauchen wir Wohnungen für junge Familien, damit auch unserer Schule weiterlaufen kann." 

Und dennoch, bei aller Motivation, die Maier für das Amt an den Tag legt, wolle er Höslwang als Gemeindeoberhaupt nur übergangsweise bis zur Kommunalwahl 2020 führen. Bis dahin sollen sich laut dem 62-Jährigen Jüngere Gedanken zur Kandidatur machen. "Es gibt schließlich auch ein Leben nach dem Bürgermeister", lacht Maier. 

Zweiter Kandidat aus dem Hintergrund? 

Beispiel Griesstätt: So läuft die Bürgermeister-Wahl mit nur einem Kandidaten ab

Am Sonntag entscheiden etwa 800 wahlberechtigte Höslwanger, wer ihr neues Oberhaupt werden soll. Denn auch ohne Gegenkandidaten ist die Wahl noch nicht entschieden. Neben dem Kreuz für Matthias Maier gibt es auch ein Feld, in der die Bürger einen alternativen Wunschkandidaten eintragen können. Maier gilt nur dann als offiziell gewählt, wenn er mehr als die Hälfte der abgegebenen, gültigen Stimmen erhält. Schafft er die 50-Prozent-Hürde nicht, geht es in die Stichwahl gegen den im Leerfeld am häufigsten genannten Bürger.

Einer, der auf das leere Feld pocht und sich das Amt des Bürgermeisters ebenfalls zutraut, ist Josef Heinrichsberger, selbst CSU-Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Ortsverbandes. Der 56-Jährige versucht aktuell, die Wähler in der Gemeinde von seinen Qualitäten zu überzeugen. "Als gebürtiger Höslwanger kenne ich die Gemeinde so gut wie meine Westentasche", betont der Landwirt und Chef des Höslwanger Bauhofs. 

Die Themen seien klar, der Unterschied liege laut Heinrichsberger in den jeweiligen Ansichten von Maier und ihm, was beispielsweise den Standort des neuen Wertstoffhofs anbelange. Richtige Konkurrenten seien sie laut Heinrichsberger aber nicht. "Es liegt uns beiden fern, den anderen schlecht zu machen, am Ende entscheiden die Wähler." 

Entscheidung fällt am Wahlsonntag, 24. September

Matthias Maier, ebenfalls gebürtiger Höslwanger, steht dem Mitbewerber aus dem Hintergrund gelassen entgegen: "Josef Heinrichsberger hat bestimmt genauso Anhänger wie ich und kann seine Wähler erreichen. Ein jeder von uns hat Vor- und Nachteile, wir werden sehen, was die Wahl bringt."  

Die Wahl findet in der Schule statt. Die Auszählung der Stimmen für die Bundestagswahl hat aber Vorrang. Mit ersten Ergebnissen wird ab 20 Uhr gerechnet.

mb

Quelle: rosenheim24.de

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