Rosenheimer Feuerwehrler helfen in Deggendorf

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Rosenheim/Fischerdorf - Die Rosenheimer Keller waren noch nicht trocken, da mussten einige Floriansjünger schon zum nächsten Hochwassereinsatz - ins schwer betroffene Fischerdorf.

Sie waren noch mit dem Auspumpen von Kellern in Oberwöhr beschäftigt, da mussten einige Rosenheimer Feuerwehrleute zum nächsten Hochwassereinsatz ausrücken – diesmal bis nach Deggendorf in den schwer betroffenen Stadtteil Fischerdorf.

Bereits am vergangenen Sonntag machten sich acht Feuerwehrleute unter Leitung von Stadtbrandrat Hans Meyrl nach Niederbayern auf, um mit einem Spezialgerät rund um die Uhr Wasser aus dem schwer überschwemmten Ort zu pumpen. Dort standen beim Eintreffen der Helfer die Häuser noch teilweise bis zum ersten Stock unter Wasser. Die Rosenheimer Feuerwehr hatte das Gerät erst zwölf Stunden vor diesem Einsatz vom Hersteller aus Holland übernommen, dort wurden auch drei Maschinisten geschult. Eine schwimmfähige Großpumpe und Druckschläuche mit dem enormen Durchmesser von 15 Zentimetern sind auf einem Abrollbehälter verstaut, den ein LKW aufladen kann. Der „AB Löschwasserfördersystem“ wird nach einem neuen Konzept des Bayerischen Innenministeriums in jedem Regierungsbezirk bei einer Feuerwehr stationiert. Bis jetzt haben die Feuerwehren in Augsburg, Nürnberg und eben Rosenheim eine solche Anlage erhalten. Normalerweise soll damit bei Großbränden wie etwa in einer Raffinerie und in ganzen Stadtvierteln sehr viel Löschwasser über größere Strecken herangeschafft werden. Die Rosenheimer müssen dann bei Bedarf zu Einsätzen in ganz Bayern ausrücken. Gleich beim ersten Einsatz in Deggendorf wird aber der umgekehrte Effekt genutzt – sehr viel Wasser wird über eine Strecke von etwa 300 Metern in die Donau zurückbefördert.

8500 Liter pro Minute schafft die Pumpe, die von einem 200 PS starken Motor angetrieben wird und seit Sonntag ununterbrochen läuft, rund um die Uhr betreut von den Rosenheimer Feuerwehrleuten. Dabei geht nicht nur darum, Diesel nachzufüllen, der vom THW organisiert wird. Es gibt auch viele belastende Momente, erzählt Stadtbrandrat Meyrl: „Das Wasser, das wir wegpumpen, ist extrem verschmutzt mit Heizöl, Diesel, Gülle und Fäkalien, es stinkt entsprechend. Außerdem schwimmt viel darin, was unsere Leute dann jeweils im Wasser watend entfernen müssen, damit es nicht in die Pumpe gerät. Jede Menge Radis aus einer nahe gelegenen Gärtnerei oder Holzstücke gehören da noch zu angenehmeren Dingen. Aber bei toten Tieren von Katzen, Hunden bis hin zu Schweinen wird es dann schon sehr belastend für unsere Männer“, so Meyrl.

Mittlerweile ist die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Rosenheim von anderen Rosenheimer Kollegen abgelöst worden. Die Männer schlafen nicht in einer der bereitgestellten Unterkünfte in Deggendorf, sondern direkt neben der Pumpe in einem ihre Lastwagen. „Man muss diese Pumpe rund um die Uhr betreuen, drum können wir auch keine Pause machen“, erklärt Hans Meyrl diese besonderen Umstände für die Feuerwehrmänner, die sich alle freiwillig für den Einsatz gemeldet hatten. Noch bis Sonntag wird die Pumpe laufen, dann ist erst mal Schluss – aus technischen Gründen. Nach 200 Stunden ununterbrochener Laufzeit muss sie gewartet werden, sie braucht neues Öl und wird gründlich gereinigt. Die Rosenheimer Feuerwehrler fahren dann wieder heim, voll mit neuen Erfahrungen und dem Wissen, den leidgeprüften Menschen in Fischerdorf zumindest etwas geholfen zu haben.

FFW Rosenheim hilft in Fischerdorf

Martin Binder/Freiwillige Feuerwehr Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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