Ein Filmemacher aus dem Mangfalltal

Stofferl Well: Schwach aber dafür doppelt stark!

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"Stofferl Well - Herzkasperl Kasperlherz": Ab dem 23. Februar im BR und der Mediathek
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Bad Aibling - Bekannt geworden mit Gerhard Polt und der Biermösl Blosn ist er auf der Bühne eine "Rampensau". Stofferl Well spielt im neuen Film von Boris Tomschiczek aber auch leise Töne:

Zusammen mit seinen zwei älteren Brüdern Michael und Hans, gründete Christoph Well, genannt Stofferl, im Jahr 1976 die bayerische Musik- und Kabarettgruppe "Biermösl Blosn". Bekannt geworden durch ihre Zusammenarbeit mit Gerhard Polt und Musikstücke wie "Lied vom Irschenberg", das "BayWa-Lied" oder auch dem Lied "Wir" zusammen mit den Toten Hosen, ist das Trio bekannt dafür, auf der Bühne kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Dass aber vor allem das jüngste Mitglied auch ganz leise Töne anschlagen kann, beweist der neue Film "Stofferl Well - Herzkasperl Kasperlherz" von Filmemacher Boris Tomschiczek aus Bad Aibling.

Er hat den Künstler aber auch den Privatmann zwei Wochen begleitet und Themen angesprochen, von denen sonst nicht viele wissen. Unter anderem den angeborenen Herzfehler des Vollblutmusikers. magfall24.de hat sich mit dem Regisseur unterhalten:

"Hinter der Kamera bin ich einfach besser"

Stofferl Well hat seit 30 Jahren eine künstliche Herzklappe. "Diese Einschränkung macht ihn aber doppelt stark"

Boris Tomschiczek dreht seit 2004 als freischaffender Regisseur und Autor Filme. Für den Bayerischen Rundfunk ist der Bad Aiblinger für Formate wie die Landfrauenküche oder auch "Stofferl Wells Bayern" verantwortlich. Und genau dort hat der Filmemacher auch den Protagonisten für sein aktuelles Werk kennengelernt: "Dank der Dreharbeiten zu Stofferl Wells Bayern, kannte ich ihn ja schon länger. Die Biermösl Blosn hat mein Erwachsenwerden einfach geprägt. Und als ich dann auch seine ernstere Seite, abseits der Bühne kennengelernt habe, habe ich mich entschlossen diese zu beleuchten", berichtet Boris Tomschiczek über seine Idee.

Bereits zuvor war der Aiblinger Filmemacher für zwei Folgen der bekannten Reihe "Lebenslinien" für den BR hinter der Kamera gestanden. "Hinter der Kamera bin ich einfach besser, schmunzelt Tomschiczek. Sowohl den Rosenheimer Peter Wiegand, dem Schauspieler und Sänger mit der unverwechselbaren Stimme, als auch dem "Maronimann aus Freising" hat Tomschiczek im Rahmen der Serie schon über die Schulter geschaut. "Auf einer Tonaufnahme beim Schnitt habe ich dann die künstliche Herzklappe von Stofferl schlagen hören", erzählt der Filmemacher. Der Moment in dem sich Tomschiczek entschied, über die "Rampensau" einen eigenen Film zu drehen.

Eine künstliche Herzklappe seit 30 Jahren

Insgesamt zwei Wochen hat der Aiblinger Regisseur den Künstler dazu begleitet, weitere vier Wochen saß er danach im Schneideraum. "Der Herzfehler macht ihn schwach aber auch wieder stark", berichtet Tomschiczek über seine Erfahrungen während der Dreharbeiten. Die Kraft, trotz der gesundheitlichen Einschränkungen auf der Bühne zu stehen, vor der Kamera aber trotzdem "echt" zu sein, bewundert Tomschiczek an seinem Gegenüber. Es lasse ihn sogar "doppelt stark" wirken, wenn man in den Gesprächen auch die leisen Töne zu hören bekomme.

Intime Einblicke in das Leben des Ausnahme-Musikers: Die Dreharbeiten auf dem Heimgarten

Tomschiczek wählte für das Portrait seines Idols daher eine sehr differenzierte Herangehensweise. "Wir haben ihn natürlich bei Auftritten begleitet. Wir haben ihn aber auch an Orte zurückgeführt, die in seinem früheren Leben als Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern von Bedeutung waren." Eine Anstellung, die Stofferl Well aufgrund seines Herzens aufgeben musste. Am Ende begleitete das Kamerateam den Musiker sogar bis auf den Heimgarten in den Bayerischen Voralpen. "Nicht nur bildlich eine Gradwanderung. Gesprächsthema war hier der Kontrast zwischen dem Privat- und dem Bühnenmenschen", so Tomschiczek.

"Stofferl Well - Herzkasperl Kasperlherz" im BR

Der fertige 45-Minüter über das jüngste Gründungsmitglied der Biermösl Blosn, Stofferl Well, wird zum ersten Mal am kommenden Montag, den 23. Februar ab 21 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein.

Wer dadurch Lust auf das Thema "Dokumentation"  bekommen hat, braucht nicht lange auf Nachschub zu warten. Vom 12. bis 15. März steigt das Filmfestival "nonfiktionale" in Bad Aibling wieder tiefer in die Materie ein.   

Quelle: rosenheim24.de

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