Herrenchiemsee: Jetzt kann der Ansturm kommen

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Chiemsee – Nun ist man endgültig für den Ansturm gerüstet: Kurz vor Beginn der Landesausstellung ist die Schlosswirtschaft unter den Augen von Finanzminister Georg Fahrenschon wiedereröffnet worden.

„Die Herreninsel mit der weltweit bekannten Attraktion des Königsschlosses von Ludwig II. ist ein zentraler Besuchermagnet für den gesamten Chiemgau. Den vielen Besuchern, die auch zur Landesausstellung ,Götterdämmerung – König Ludwig II.’ erwartet werden, steht wieder eine ansprechende und leistungsfähige Gastronomie zur Verfügung“, stellte Finanzminister Georg Fahrenschon gestern Nachmittag bei der Wiedereröffnung der Schlosswirtschaft vor 300 geladenen Gästen fest.

Herrenchiemsee: Paradeschlafzimmer saniert

400 Plätze bietet das Panoramarestaurant mit Blick auf den See und die Fraueninsel. Finanzminister Georg Fahren- schon (Mitte) – der Freistaat ist Eigentümer des Gebäudes – stieß mit den Pächtern Peter und Gisela Wulf (links) sowie Sabine und Klaus Löhmann auf die Wiedereröffnung an.

Die Schlosswirtschaft ist in dem ehemaligen Seminargebäude des Augustiner-Chorherrenstifts untergebracht, das von Probst Floridus Rappel 1737 bis 1740 für den Nachwuchs des Stifts gebaut wurde. Um 1820 wurde das Gebäude zum Gasthaus „Zur Schlosswirtschaft“ umgewandelt. Mit dem beginnenden Fremdenverkehr ab 1850 entstand dann die erste Veranda auf der Ostseite mit Blick zur Fraueninsel.

In der Zeit König Ludwigs II. war die Insel mehr oder weniger unzugänglich. Bereits kurz nach dem Tode des Märchenkönigs 1886 wurde das Schloss für den Besichtigungsbetrieb geöffnet. Damals begannen die ersten großen Um- und Ausbauten, eine zweite große Umbauphase erfolgte ab 1925.

In Folge dieser Baugeschichte gestaltete sich auch die Renovierung schwierig. Diverse archäologische Befunde erforderten „Planungsanpassungen“. Die Bausubstanz wartete immer wieder mit unangenehmen Überraschungen auf. Insbesondere musste auch die Statik des denkmalgeschützten Gebäudes verbessert werden.

Die Anbauten wurden wegen ihrer maroden Bausubstanz abgebrochen und neu errichtet. Die äußerst komplexe und schwierige Bauaufgabe wurde trotzdem erfolgreich bewältigt, stellte Fahrenschon gestern fest.

Die Bayerische Schlösserverwaltung hat das historische Gebäude seit August 2009 mit Gesamtkosten von 8,3 Millionen Euro saniert und modernisiert. Mit 4,5 Millionen Euro übernahm dabei der Bund rund die Hälfte der gesamten Baukosten im Rahmen des Konjunkturpakets II (Investitionsschwerpunkt „Touristische Infrastruktur“).

Besonders innovativ in puncto Klimaschutz nannte Fahrenschon auch die Beheizung mittels Wärmepumpe. Dadurch könne der Kohlendioxid-Ausstoß um zirka 80 Tonnen pro Jahr gegenüber einer herkömmlichen Anlage reduziert werden.

Seit 1994 hat der Freistaat nach Angaben des Finanzministers knapp 50 Millionen Euro für Baumaßnahmen auf der Herreninsel investiert. Der Großteil der allein in den vergangenen beiden Jahren getätigten Investitionen von rund 16 Millionen Euro entfällt auf den Ausbau der Rohbauräume im Nordflügel des Neuen Schlosses für die Landesausstellung „Götterdämmerung“, die Mitte Mai beginnt, und die Instandsetzung der Schlosswirtschaft. Fahrenschon: „Diese Investitionen in unser bauliches Erbe sind gut angelegtes Geld.“

Mit den neuen Pächtern der Schlosswirtschaft, den Familien Löhmann und Wulf aus Prien, seien „in der Region verwurzelte und fachlich hervorragend geeignete Persönlichkeiten zur Bewirtschaftung der Besucher aus nah und fern nach einer obligatorischen Ausschreibung gefunden worden“, freute sich der Minister.

Das Panoramarestaurant bietet Platz für 400 Personen, im Biergarten finden weitere 600 Besucher Platz. Versorgt werden sie von einem Team aus knapp 40 Mitarbeitern.

re/db/Oberbayerisches Volksblatt

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Berger

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