"Helfen, ohne den Helden zu spielen"

Rosenheim - „Hinschauen und Handeln“ statt „Wegschauen und Nichtstun“: Mit Informationsveranstaltungen will die Polizei die Zivilcourage der Bürger fördern.

Der Todesfall des Dominik Brunner am 12.09.2009 in München-Solln hat die Notwendigkeit, aber auch die Gefahren von Zivilcourage in tragischer Weise gezeigt. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat vor diesem Hintergrund eine Vortragsreihe konzipiert. Basierend auf dem bundesweiten Programm „Polizeiliche Kriminalprävention“ wurde eine auf den Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd angepasste ca. 1,5-stündige Informationsveranstaltung „Zivilcourage“ in das Präventionsprogramm der Polizei im Bereich Oberbayern Süd aufgenommen.

Mehr Informationen zu der Initiative gibt es im Netz bei www.aktion-tu-was.de .

Die Informationsveranstaltung beinhaltet im wesentlichen

  • Informationen zur Sicherheitslage im allgemeinen und in der jeweiligen Region,
  • positive Beispiele zur Zivilcourage,
  • rechtliche Hinweise
  • psychologische Hintergründe, warum nicht geholfen wird sowie
  • Vorstellung und Erläuterung von Regeln, die es zu beachten gilt.

Veranschaulicht werden die Erläuterungen durch kurze Übungssequenzen

  • zur richtigen Sitzplatzauswahl in öffentlichen Verkehrsmitteln,
  • zur klaren Kommunikation gegenüber Tätern (sog. „Stop-Übung“),
  • zum Ansprechen weiterer Personen (Verbündete suchen),
  • zum Hilfe holen (Schrillalarm oder Trillerpfeife einsetzen, Anruf bei der Polizei),
  • zum Wahrnehmen und Einprägen von Einzelheiten als Zeuge (v. a. Personenbeschreibung des Täters ) sowie
  • zur Betreuung von Opfern (Zuwendung unmittelbar nach der Tat).

Ziel der Informationsveranstaltungen ist es, die Bedeutung der Zivilcourage nachhaltig im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern und zu vermitteln, wie jedermann helfen kann, ohne den Helden zu spielen. Selbstverteidigungstechniken sind nicht Bestandteil dieser Präventionsveranstaltung.

Organisiert und durchgeführt werden die Informationsveranstaltungen durch die Kriminalpolizeilichen Fachberater der Kriminalpolizeidienststellen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger (ab ca. 16 Jahren) können sich an diese wenden.

Liste der kriminalpolizeilichen Fachberater in der Region (pdf)

(Presseaussendung Polizeipräsidium Süd)

Quelle: rosenheim24.de

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