Nach tragischem Unfalltod

Toter Mikka (9): So reagiert die Schule

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Das Blumenmeer wird immer größer. Zum Gedenken an den verstorbenen Mikka werden immer wieder Kerzen und Blumen abgelegt.
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Schonstett/Wasserburg – Mikka ist tot, viele zeigen sich betroffen. Der Neunjährige verstarb am Montag an den schweren Verletzungen. Wie reagieren Luitpold-Gymnasium und Umfeld in dieser emotionalen Zeit?

Der neunjährige Mikka wurde vorzeitig eingeschult, besuchte seit September 2014 die fünfte Klasse des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg. Eigentlich werden hier Kinder im Alter von zehn Jahren in dieser Jahrgangsstufe erwartet. Der Schüler aus dem Gemeindebereich Schonstett ging jeden Tag zur Bushaltestelle, mit dabei auch Nachbarskinder, Weggefährten.

In der Klasse, in der Mikka täglich zum Unterricht erschien, bleibt sein Platz nun leer. Der jüngste Schüler der Fünften kam nach dem tragischen Unfall an der Querung in Au im Gemeindegebiet Schonstett ums Leben.

Jetzt gilt es, das emotional einschneidende Erlebnis, den Verlust des Mitschülers, des Freundes, zu verarbeiten. Wir fragen nach bei Gymnasiums-Schulleiter Peter Rink. „Es ist für alle Beteiligten schwer. Heute Früh kamen wir vom schulinternen Kriseninterventionsteam zusammen und haben beschlossen, alle Schülerinnen und Schüler in die Aula zu bitten“, erklärt Peter Rink im Gespräch mit wasserburg24.de.

Der Schulleiter berichtet darüber, dass er vor der Schülerschar um kurz vor acht Uhr eine Ansprache gehalten habe. „Anschließend gab es eine Schweigeminute, das hat dazu geführt, dass die Kinder anschließend auch wieder in den Unterricht gehen konnten und sich jeder aber sicher sein darf, dass bei seelischem Kummer wir als Schule da sind für jeden Einzelnen“, zeigt sich Rink als Anlaufstelle im Schulalltag offen. Es wurde ein Ruheraum am Gymnasium in Wasserburg eingerichtet, wo Schulpsychologen und Mitglieder von Kriseninterventionsteams zugegen sind und im Bedarf seelischen Trost leisten können.

„Leider haben wir hier schon Erfahrung, weil schon zweimal ein Mitschüler verstorben ist aus unserer Schulgemeinschaft“, ergänzt Peter Rink auf Nachfrage. Natürlich sei jeder Fall auf seine Weise besonders tragisch und ein menschlicher Niederschlag, so der Schulleiter weiter. „Man kann nur begleiten, aber das nehmen wir sehr ernst, sind auch mit den Eltern in regem Kontakt“ klingt es aus dem Gespräch. Mehr als begleiten könne man nicht, so Rink, doch hier sei man sehr präsent, betont der Direktor. „Ich hatte aber gerade das Gefühl, dass die Klassenkameraden des verunglückten Schülers ganz gerne in den Sportunterricht gegangen sind, um sich etwas abzulenken oder frei zu bewegen“.

Immer wieder kommen traurige Menschen an die Unfallstelle und legen Kerzen und Blumen ab. Mikka ist nach dem Zusammenstoß mit einem VW-Bus am Montag verstorben.

Gespräche mit den Schülern, Möglichkeiten der emotionalen Unterstützung seien momentan die Methode, die das Gymnasium in Wasserburg der Situation am hilfreichsten ansieht. „Wir stehen auf allen Ebenen zur Verfügung, machen es im Schulalltag aber nicht zusätzlich zum Thema“ schließt Peter Rink die Unterhaltung. Die Lehrer zeigten sich verständnisvoll und menschlich, bemerkte der Schulleiter noch. Heute hätte die Klasse, der Mikka angehörte, eine Schulaufgabe geschrieben, man verzichtete auf diesen Test, hat die Arbeit verschoben.

An der Unfallstelle kamen den gesamten Dienstagvormittag immer wieder Menschen hinzu, die Blumen und Kerzen niederlegten. Viele weinten und berichteten von dem Neunjährigen, der ein so tolles Kind gewesen war. „Es ist eine schlimme Sache, die wir hier an Ort und Stelle vielleicht am besten verarbeiten können“ zeigt sich eine Nachbarin betroffen. Sie selbst hat einen Sohn im gleichen Alter, die beiden Kinder gingen gemeinsam zur Bushaltestelle. Mikka wurde nur neun Jahre alt, hat die Folgen des schweren Verkehrsunfalls am Montag nicht überlebt.

Einige Freunde des Jungen gehen in die Mittelschule nach Eiselfing. Auch hier wurde am Dienstag mit Krisenintervention und Verständnis eine Anlaufstelle für betroffene Schüler, die den Buben kannten, gewährleistet.

Quelle: rosenheim24.de

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