Großbrand: Familienvater schwer verletzt

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Ruhpolding - Ein Einfamilienhaus im Ortsteil Brand ist am späten Donnerstagabend durch ein verheerendes Feuer vollständig zerstört worden. Der Familienvater wurde dabei schwer verletzt.

Ein Einfamilienhaus im Ortsteil Brand wurde am Donnerstagabend durch ein verheerendes Feuer vollständig zerstört. Das Gebäude brannte aus. Die vierköpfige Familie konnte sich aus dem Haus retten. Der 37-jährige Familienvater wurde schwer verletzt. Er zog sich Verbrennungen im Gesicht und an den Händen zu und musste vom Rettungsdienst in eine Salzburger Klinik gebracht werden. Seine Frau und die beiden Kinder blieben unverletzt, wurden aber dennoch vorsorglich zur Untersuchung ins Klinikum Traunstein gebracht. Im Einsatz waren fünf Feuerwehren mit 170 Mann sowie 13 Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes.

Großbrand bei Ruhpolding

Kurz nach 22 Uhr wurde die Feuerwehr Ruhpolding zunächst mit der Meldung „Zimmerbrand“ zu dem Einfamilienhaus im Ortsteil Brand alarmiert. Noch auf der Anfahrt gingen bei der Integrierten Leitstelle Traunstein weitere Notrufe ein, die einen Vollbrand des Gebäudes meldeten. Daraufhin wurden die Wehren aus Siegsdorf, Eisenärzt, Inzell und Traunstein sowie die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung“ nachalarmiert. Bei Eintreffen der ersten Löschtrupps stand das gesamte Gebäude im Vollbrand. Eine schwarze Rauchsäule stieg in den Nachthimmel auf und aus den Fenstern des Hauses loderten meterhohe Flammen.

Brand bei Ruhpolding

Die vier Bewohner, ein Ehepaar mit zwei Kindern, hatten sich selbständig zu Nachbarn in Sicherheit gebracht. Der 37-jährige Familienvater zog sich vermutlich bei Löschversuchen schwere Verbrennungen zu. Er wurde vor Ort notärztlich behandelt und anschließend mit dem Rettungswagen in die Spezialabteilung einer Salzburger Klinik transportiert. Die Frau und ihren beiden Kinder erlitten einen Schock und wurden zur Abklärung, ob sie möglicherweise giftigen Brandrauch eingeatmet hatten, in das Klinikum Traunstein gebracht.

Die Feuerwehren brachten rund um das Gebäude Löschtrupps in Stellung und versuchten das Feuer sowohl mit Wasser als auch mit Schaummittel zu ersticken. Auch zwei Drehleitern wurden postiert und aus luftiger Höhe gelöscht. Das Löschwasser wurde aus der nahen Urschlauer Ache abgesaugt und zum Brandort gepumpt. Trotz des schnellen und umfangreichen Einsatzes der Feuerwehren von außen, als auch im Innenangriff mit Atemschutzträgern, brannten das Erd- und Obergeschoß aus, ebenso der Dachboden. Das Gebäude, ein ehemaliges Forsthaus, wurde ein Raub der Flammen und muss vermutlich abgerissen werden.

Schon zu Beginn der Löscharbeiten wurden die Feuerwehren darauf aufmerksam gemacht, dass sich nur wenige Meter vom brennenden Gebäude entfernt ein freistehender Flüssiggastank befindet. Die Gaszufuhr konnte jedoch unterbrochen, der Tank von den Flammen abgeschirmt und so die Explosionsgefahr gebannt werden.

Da die Gefahr des Durchbrechens der Fehlböden im Ober- und Dachgeschoss zu groß wurde, mussten die Atemschutzträger ihre Löscharbeiten im Gebäude einstellen. Die Einsatzleitung entschied deshalb die Glutnester im Dachboden mit Hilfe von Löschlanzen abzulöschen. Dazu werden die Lanzen von außen durch die Dachhaut geschlagen und unter Wasser gesetzt, das heißt, dass aus den Spitzen Wasser oder Löschschaum in das Innere gesprüht wird. So konnte der Brand vollständig gelöscht werden. Das weitgehend ausgebrannte Gebäude wurde von den Feuerwehren ausgeräumt und von Brandschutt befreit. Auch wurde mit einer Wärmebildkamera nach Glutresten gesucht. Gegen 2 Uhr morgens, rund vier Stunden nach der Alarmierung, konnten mit Ausnahme der Feuerwehr Ruhpolding alle Wehren abrücken. Die Ortsfeuerwehr blieb bis zum frühen Freitagvormittag für Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten sowie als Brandwache vor Ort.

Geleitet wurde der Einsatz von Thomas Mayer, 1. Kommandant der Feuerwehr Ruhpolding, unterstützt von Kreisbrandrat Hans Gnadl, Kreisbrandinspektor Georg König, Kreisbrandmeister Josef Steinhauer sowie Fachkreisbrandmeister Christof Grundner. Auch Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler kam an den Brandort und informierte sich über den Verbleib der betroffenen Familie, den Gesundheitszustand des verletzten Familienvaters und den Einsatz der Feuerwehren.

Neben den 170 Floriansjüngern waren die Besatzungen zweier Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes und ein Notarzt im Einsatz, ebenso die Schnell-Einsatz- Gruppe „Achental“ des BRK und der Organisatorische Einsatzleiter Rettungsdienst. Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Feuerwehr-Einsatzleitung geht davon aus, dass das Feuer im Erdgeschoss entstanden ist und sich rasend schnell auf das Ober- und den Dachboden ausgeweitet hat. Der entstandene Sachschaden dürfte nach einer ersten Einschätzung der Feuerwehr-Einsatzleitung mehrere Hunderttausend Euro betragen.

Peter Volk

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Volk

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