Florian, der Lebensretter aus Griesstätt

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Der 19-jährige Florian aus Griesstätt hat im Januar 2015 Stammzellen gespendet, möchte seither andere motivieren, sich typisieren zu lassen.
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Griesstätt – Florian ist 19 Jahre alt und Schüler an der FOS in Rosenheim. Im Januar wurde er zum Lebensretter. Der junge Mann konnte durch seine Stammzellen einer Frau aus Kanada helfen.

Die letzten Monate waren eine spannende Zeit für Florian. Der FOS-Schüler aus Griesstätt steht kurz vor seinem Abitur und möchte nachher Informatik studieren.

Für die Schule lernen, Nebenjob und Freunde, etwas Sport, der Tag vergeht wie im Fluge. Florian scheint ein sehr aktiver und engagierter junger Mann zu sein. Er ist Mitglied der EJW (evangelische Jugend Wasserburg), seit seinem 15. Lebensjahr ist Florian im Besitz eines Organspendeausweises.

Lesen Sie hier: Typisierungsaktion an der Berufsschule in Wasserburg - Florians Erzählungen brachten hohe Bereitschaft zur Typisierung

An eine Registrierung bei DKMS als potentieller Stammzellen-Spender hatte er zunächst nicht gedacht. Eine Typisierungsaktion an der Schule am 18. Dezember 2013 (genau einen Tag nach seinem achtzehnten Geburtstag) brachte Florian in die Spenderdatei. „Wirklich geglaubt, dass ich mal als Spender in Frage kommen würde, habe ich damals nicht“ erzählt Florian.

Doch im September 2014, nicht einmal ein Jahr nach der Registrierung kam die Mitteilung, Florians Merkmale könnten einem Patienten das Leben retten. Nach weiteren Untersuchungen war es im Januar 2015 schließlich soweit, Florian spendete Stammzellen. „Ich wurde von Anfang an und auch jetzt immer noch von der DKMS hervorragend betreut“ erklärt Florian gegenüber wasserburg24.de.

Alle Schritte wurden erklärt, der Check up und die notwendigen Informationen waren sehr umfangreich.

Infos über den Patienten?

Florian fuhr in die Klinik um die Periphere Stammzellspende durchführen zu lassen. „Das ist vergleichbar mit einer Dialyse, bei mir hat es vier Stunden am Stück gedauert“. Während der Spende wusste Florian nicht, wer der Patient ist oder woher er stammt.„Nach der Spende wurde mir mitgeteilt, dass die Patientin aus Kanada kommt und 40 Jahre alt ist“, heißt es von dem 19-Jährigen.

Er denke häufig an die Person und zeigt sich von seiner Spendenbereitschaft immer noch überzeugt: „Es war oder ist immer noch ein sehr spannender Prozess. Ich habe es nie bereut. Warum auch, es war für mich ein minimaler Zeitaufwand mit hoffentlich maximalem Erfolg“. Weitere Infos, beispielsweise erste Berichte über den Zustand der Patientin erfahre er erst drei Monate nach der Spende, erklärt Florian. Das wäre dann ungefähr im April dieses Jahres. „Kontakt aufnehmen könnte man dann nach zwei Jahren“ heißt es von den Verantwortlichen der DKMS. Solange solle sich der Zustand des Patienten stabilisieren und etwas Ruhe in den Alltag des Spenders einkehren.

Umfeld und Familie

„Meine Familie hat mich zu jeder Zeit unterstützt und war begeistert von meinem Entschluss, die Stammzellspende zu machen“ erinnert sich der Schüler aus Griesstätt. Auch seine Freunde reagierten positiv, hatten jedoch oft Fragen, wie die Spende ablaufen werde und ob sich Florian tatsächlich auch durch einen Eingriff Knochenmark entnehmen lassen würde.

Stammzellen-Spender Florian aus Griesstätt gemeinsam mit Martin Kott von der DKMS bei einer Infoveranstaltung in Wasserburg.

„Es kamen ein paar Diskussionen auf. Ich wurde manchmal gefragt, ob ich mir da wirklich in die Wirbelsäule bohren lassen würde, es hat bisserl Zeit in Anspruch genommen, meine Mitmenschen über diesen Irrglauben aufzuklären, schließlich wäre eine Knochenmarkspende durch einen operativen Eingriff nicht im Bereich der Wirbelsäule sondern am Becken“. Seitdem ist Florian immer wieder gerne bereit, seine Geschichte und die Wichtigkeit einer Typisierung und der tatsächlichen Stammzellspende anderen mitzuteilen. Auch an der Berufsschule in Wasserburg tat er dies gemeinsam mit Botschaftern der DKMS. „Leute, macht mit und lasst Euch typisieren“ motiviert Florian seine Mitmenschen. Der 19-Jährige aus Griesstätt ist zum Lebensretter für eine 40-jährige Frau aus Kanada geworden.

Im Januar 2015 hat er die Stammzellspende vornehmen lassen, seitdem möchte er anderen Mut machen, sich bei der DKMS in die Spenderdatei aufnehmen zu lassen. „Genau solche Erfahrungsberichte von jungen Menschen sind für uns sehr wichtig, um weitere Personen als mögliche Spender zu registrieren“ heißt es von Martin Kott von DKMS.

Das Tolle an Florians Geschichte: Er erzählt es mit einer Leichtigkeit und mit voller Überzeugung, dass Stammzellspende eine machbare Angelegenheit sei und durch wenig Zeitaufwand ein Menschenleben gerettet werden könne. Auch die Betreuung und Begleitung durch DKMS habe wunderbar funktioniert, heißt es von Florian abschließend.

Quelle: rosenheim24.de

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