Milchwerke überlegen weitere Konsequenzen

Glyphosat! Traunsteiner Bauer bekommt Anpfiff von Molkerei

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Foto unserer Leserin in der Nähe von Axdorf bei Traunstein: Klar ersichtlich wird, wie sich die Wiesen nach dem Einsatz des Glyphosats verfärbt haben. Die Milchwerke "Berchtesgadener Land" in Piding überlegen wegen diesem Fall, die Zusammenarbeit mit Bauern, die Glyphosat verwenden, grundsätzlich zu beenden.
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Traunstein/Piding - Zuerst saftig grün, dann kraftlos gelb: Einige Wiesen südwestlich von Traunstein wurden zuletzt wohl ordentlich mit Glyphosat bearbeitet. Die Molkerei Berchtesgadener Land, die dem Bauern die Milch abnimmt, hat sofort reagiert. 

Einer Leserin stach es sofort ins Auge, wie sich die Wiesen um Axdorf und Einham bei Traunstein veränderten. Die Vermutung von befreundeten Bauern und ihr: Glyphosat. Ihre Befürchtung: Sterbende Insekten, belastete Milch und Rückstände im Fleisch.

Sofort Kontakt mit Landwirt aufgenommen

Das Problem zieht weitere Kreise, denn der Traunsteiner Bauer liefert seine Milch an die "Milchwerke Berchtesgadener Land" in Piding. Auch dort hat man von der Sache erfahren. Die Molkerei findet klare Worte - und kündigt Konsequenzen an: "Wir befürworten den Einsatz von Glyphosat überhaupt nicht", so Pressesprecherin Barbara Steiner-Hainz. Man stehe bereits in Diskussion mit dem Landwirt: "Wir gehen davon aus, dass er das nicht wiederholen wird", so Steiner-Hainz gegenüber chiemgau24.de.

Ein weiteres Foto der Leserin

Der Glyphosat-Fall aus Traunstein ist der bisher einzige, mit dem es die Pidinger Molkerei zu tun hatte, betont man dort. 1800 Lieferanten zählt die Genossenschaft insgesamt. 

Möglicherweise Präzedenzfall für ganze Molkerei

Der Fall könnte nun sogar Auswirkungen auf die kompletten Milchlieferbedingungen der Genossenschaftsmolkerei haben: "Vorstand und Aufsichtsrat werden demnächst beraten, ob wir die Zusammenarbeit mit Landwirten grundsätzlich beenden, die Glyphosat ausbringen", so die Pressesprecherin. Der Einsatz von Gentechnik oder Klärschlamm auf den Futterwiesen ist den Genossenschaftsbauern ebenfalls schon lange untersagt: "Die Hofberater der Molkerei werden ein Auge drauf haben, aber wir sind auch auf Hinweise der Verbraucher angewiesen", so Steiner-Hainz zur Frage der Kontrolle. 

Prinzipiell gilt: Der Einsatz von Glyphosat ist in der Landwirtschaft erlaubt und kann auch für den Hausgebrauch oder im heimischen Garten verwendet werden. Doch die Diskussion, ob das Mittel für den Menschen krebserregend ist, hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Inzwischen steht die Wiederzulassung von Glyphosat in der Europäischen Union auf der Kippe

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xe

Quelle: chiemgau24.de

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