Glühbirnenverbot: Wiesn-Wirte müssen sich umstellen

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Für dieses Jahr sind die Lichter auf der Wiesn ausgegangen.

München - Auf der Wiesn sind am Sonntag für dieses Jahr die Lichter ausgegangen. Damit zum Anstich am 18. September 2010 alles im gewohnten Glanz erstrahlt, müssen Wirte und Schausteller vorsorgen und umstellen.

Denn das EU-Glühbirnenverbot greift 2010 zum ersten Mal richtig. Die klassische Glühbirne wird nach und nach durch moderne Energiesparlampen ersetzt, die die Umwelt schonen. Schon jetzt dürfen Glühbirnen ab 100 Watt nicht mehr verkauft werden. Allein für den beleuchteten Bräurosl-Schriftzug braucht Wirt Georg Heide aber Hunderte Glühbirnen. „Dafür können wir keine Sparlampen verwenden, das schaut greislig aus“, sagt er.

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Überall, wo man die Leuchten sehe, kämen Sparlampen derzeit nicht infrage. Nicht nur wegen der Optik, sondern auch, weil sie sich nicht dimmen lassen und ein so kaltes Licht verbreiten. „Das passt doch nicht in ein bayerisches Bierzelt“, findet Heide. Für sein Wirtshaus Heide Volm in Planegg hat er darum 2000 Glühbirnen auf Vorrat gekauft. „Damit komme ich ungefähr drei Jahre über die Runden. Und dann wird es ja hoffentlich bessere Sparlampen geben.“

Auch Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn stellt das Verbot bald vor ein Problem. „Der Sternenhimmel bei mir im Zelt wird von 15 500 Birnen à zehn Watt erleuchtet.“ Diese Birnen gibt es zwar noch bis 2012 – aber dann? „Ich brauche Lampen mit demselben Warmton“, sagt Hagn. „Die Industrie hat es verschlafen, geeignete Sparlampen zu entwickeln.“

Auch die Schausteller müssen umstellen: Familie Distel hat bei ihrem Autoscooter bereits vor drei Jahren auf LED-Lampen umgestellt – 69.000 Dioden beleuchten das Dach des Autoscooters. Beim 50 Meter hohen Riesenrad muss Geschäfts­führer Eckehard Vogel nach und nach 35 000 Leuchten tauschen. Bei einem Stückpreis von rund 2,10 Euro ist das eine Investition in Höhe von 70 000 Euro! Immerhin: Zwei Drittel der alten 21-Watt-Glühbirnen wurden schon durch moderne LED-Lampen ersetzt.

LED-Dioden verbrauchen nur noch zehn Prozent der Energie von Glühbirnen – die Investition rentiert sich also irgendwann. „Es ist ja richtig, die Umwelt zu schonen“, sagt Wiggerl Hagn. Für den Sternenhimmel in seinem Zelt muss er sich trotzdem was überlegen. Damit die Lichter niemals ausgehen …

S. Herzner

Quelle: Oktoberfest live

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