IHK-Gremium will Fusion der Verbände

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Der Rosenheimer Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl bei der Sitzung des IHK-Gremiums Rosenheim am 19. September 2013 bei der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG.

Landkreis - Jetzt hat sich auch das IHK-Gremium Rosenheim in die Diskussion um die Fusion der Tourismus-Verbände aus Traunstein und Rosenheim mit eingebracht.

Das IHK-Gremium Rosenheim forderte jetzt die politisch Verantwortlichen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein auf, die einheitliche Vermarktung des Chiemsees als Tourismus-Destination voranzutreiben. Die verstärkte Projekt-Zusammenarbeit solle langfristig in der Fusion der beiden Tourismusverbände Chiemsee Alpenland auf Rosenheimer und Chiemgau Tourismus auf Traunsteiner Seite münden, verlangte das IHK-Gremium Rosenheim einstimmig in seinem Beschluss.

Eine gemeinsame Vermarktung sei aus Sicht der Tourismuswirtschaft unabdingbar, um die Region um den Chiemsee im internationalen Tourismus-Wettbewerb zu stärken, begründete der IHK-Gremiumsvorsitzende Sebastian Bauer den Vorstoß. Bereits im Juni hatte sich auch das Nachbar-IHK-Gremium Traunstein, unter Leitung des dortigen Vorsitzenden, Werner Linhardt, für die Fusion der Tourismusverbände ausgesprochen.

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Damals hatte Peter Stocker, Inhaber des SeeHotels Wassermann in Seebruck sowie BHG-Kreisvorsitzender Traunstein, die große Frustration der Tourismuswirtschaft mit der derzeitigen Situation geäußert. "Wir kämpfen seit Jahren um eine sinnvolle touristische Destination mit einer entsprechenden Vermarktung und haben viel Zeit in Arbeitsgruppen investiert, dann werden unsere Vorschläge vom Tisch gewischt", so Stocker. Als Beispiel nannte er die ChiemseeCard. "Man lässt uns Leistungserbringer in der Tourismuswirtschaft am langen Arm verhungern. Wir haben ja noch nicht einmal ein Mitspracherecht im Tourismusverband", erläuterte Stocker.

Dass die IHK sich generell für eine Reduktion von Organisationseinheiten im Tourismus ausspreche, um Überlappungen zu vermeiden, effizienter zu arbeiten und kundenfreundlicher größere Regionen zu bewerben, betonte auch Markus Pillmayer, Tourismusreferent der IHK für München und Oberbayern. Auch ein Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht des Gastgewerbes in den Tourismusgremien sei legitim, so Pillmayer.

Stadt Rosenheim setzt auf Wachstum

Der Rosenheimer Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl hielt bei der Sitzung des Rosenheimer IHK-Gremiums ein flammendes Plädoyer für eine Kommunalpolitik, die das Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft fördert. Bugl betonte, dass sich Rosenheim als eigenständiges Wirtschaftszentrum im Dreieck München-Salzburg-Rosenheim behaupten müsse. Mit Stillstand und Blockadehaltung gerate Rosenheim, im Vergleich zu anderen regionalen Zentren wie Landshut, weiter ins Hintertreffen und werde zu einer Schlafstadt im Speckgürtel Münchens, warnte Bugl.

Deswegen sei die weitere Entwicklung von Gewerbe- und Wohnflächen in der Stadt und ihrem Umland dringend notwendig. Angesichts steigender Bevölkerungsprognosen bis 2025, vor allem durch Zuwanderung, sieht Bugl dringenden Handlungsbedarf, mehr Wohnraum in Rosenheim zu schaffen. Er appellierte aber auch an die Gemeinden im Umland, Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Beim Thema Gewerbeflächen hofft Bugl, dass entlang der geplanten B15-Westtangente Gewerbegebiete entstehen werden, um die knappen Flächenreserven der Stadt aufzustocken.

Neue Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee vorgestellt

Über die Verschmelzung der beiden Genossenschaftsbanken in Rosenheim, der VR Bank Rosenheim-Chiemsee und der Volksbank Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim, berichtete Hubert Kamml, Vorstandssprecher der neuen Bank und Gastgeber der Gremiumssitzung. Unter dem gemeinsamen Namen Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee belegt das Geldhaus mit einer Bilanzsumme von über 3,8 Milliarden Euro zukünftig Platz 2 unter Bayerns Genossenschaftsbanken. Damit steige auch die Wettbewerbsfähigkeit der Bank im immer umkämpfteren und strenger regulierten Markt der Finanzdienstleistungen, so Kamml.

Aus dem Video-Archiv:

Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern

Quelle: rosenheim24.de

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