"Keiner ist für die Schließung des Flughafens"

+
Josef Flatscher, Bürgermeister von Freilassing.

Freilassing - Bürgermeister Flatscher stellt nach den Protesten der vergangenen Tage klar, dass die deutsche Seite dem Flughafen Salzburg nicht schaden will.

Nach dem Pressegespräch von Minister Dr. Peter Ramsauer am 3. Dezember im Rathaus Freilassing äußert sich Bürgermeister Josef Flatscher zu dem Rummel der vergangenen Wochen um die Durchführungsverordnung.

Stellungnahme des Bürgermeisters im Wortlaut

„Klar ist – auch wenn das bis zum Pressegespräch von Minister Dr. Ramsauer medial in Salzburg niemand hören und senden wollte: Keiner hier in Freilassing war und ist für die Schließung des Flughafens. Dies wurde mehrmals kommuniziert, schien aber niemanden zu interessieren.

Lesen Sie dazu auch:

Umso erstaunter waren beim Pressegespräch am Dienstag die österreichischen Medienvertreter und später die Politiker, dass die geplante Duchführungsverordnung den Flughafen nicht in seiner Existenz bedrohen werde. Hätten die Verantwortlichen auf österreichischer Seite die ihnen vorliegende Durchführungsverordnung „richtig“ gelesen und an die Medien weiter gegeben, hätte es nicht zu diesen unnöten und teilweise hetzerischen Pressemeldungen kommen müssen. Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt!

Klar ist auch: Seit Jahrzehnten reden wir, seit vier Jahren ist der deutsche Bundesminister alle paar Wochen in Sachen Flughafen im intensiven Einsatz – und auf österreichischer Seite kommen außer regelmäßigen Erfolgsmeldungen über neue Fluglinien und vermehrte Gewinne des Airports keine Bewegungen.

Und selbst jetzt scheinen manche österreichische Politiker und Medien nicht begriffen zu haben: Es geht nicht um die Existenz des Flughafens, sondern um die Verteilung der Konsequenzen aus dem Flugbetrieb. Das will aber offensichtlich keiner hören.

Dass die Salzburger Nachrichten am vergangenen Samstag eine Umfrage veröffentlichten, in der 55 Prozent der Befragten Verständnis für uns Freilassinger zeigen, in der eine beachtliche Zahl der Befragten auch sieht, dass der Flughafen es verabsäumt hat, die Zusammenarbeit mit uns zu suchen – das macht Hoffnung. Denn das teilweise geäußerte Kriegsvokabular ist erschreckend. Ich dachte, dass diese Zeiten vorbei sind.

Und zudem sollten die Salzburger Politik sowie die österreichischen Medien bedenken: Freilassing, Ainring und Saaldorf-Surheim stehen nicht alleine da. Auch viele Siezenheimer, Lieferinger, Taxhamer und Walser Bürger unterstützen unser Anliegen; sie leiden genauso unter den 200 Starts und Landungen an den Winterwochenenden wie wir auf bayerischer Seite.

Verlangen wir denn zu viel? Es muss das Verursacher-Prinzip gelten: Man kann auf Salzburger Seite nicht nur das Positive einstreichen und das Unangenehme dem Nachbarn aufbürden.

Fakt ist: Jahrelange Verhandlungen haben keinen spürbaren Erfolg gebracht. Minister Ramsauer war mehr als jeder andere Minister vor Ort und hat Lösungen gesucht. Nun hat er folglich und in sich konsequent eine Durchführungsverordnung auf den Weg gebracht. Er hat die Durchführungsverordnung lang genug angekündigt, ist dafür auf bayerischer Seite gescholten worden, jetzt wiederum hagelt es Vorwürfe aus Österreich. Unsere jahrelangen Forderungen sind einfach nicht ernst genommen worden.“

Ich persönlich sehe in dem derzeitigen Pressetheater eine Hetzkampagne gegen uns in Bayern. Aber was verlangen wir? Wir verlangen nur eine gerechte Verteilung der Belastung durch den Flugverkehr. Und das auch im Sinne der österreichischen Anrainer-Stadtteile von Liefering bis Wals. Leserbriefe oder Schreiben direkt an mich bestätigen das eindrucksvoll. Das vergessen leider auch die handelnden Personen ins Salzburg.

Ich kann immer wieder nur wiederholen: Freilassing bekämpft nicht den Flughafen, sondern den Fluglärm. Und jetzt ist Salzburg endlich gefordert, wirklich was zu tun.“

Pressemitteilung Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser