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Verhandlung am Landgericht Traunstein

Angeklagter gesteht Tötung und Schändung

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Der Angeklagte besprach sich vor Prozessbeginn mit seinem Verteidiger.
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Traunstein - Am Dienstag musste sich ein Mann aus Neumarkt-St. Veit vor Gericht verantworten. Er hat gestanden, seine Ehefrau getötet zu haben.

Update 15.50 Uhr - Weitere Zeugenaussagen

Für den Nachmittag waren weitere Zeugen geladen. Die Tochter des Angeklagten, die den 53-Jährigen zur Polizei gefahren hatte, wollte allerdings nicht vor Gericht aussagen.

Anschließend machte der Gastronom seine Aussage, in dessen Café der Angeklagte am Tattag den Nachmittag verbracht hatte. Dem Zeugen zufolge hat der Angeklagte fünf Halbe Weinschorlen getrunken, die in dem Café üblicherweise mit zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Wein zubereitet werden. Den Zeugen überraschte dies, weil der Angeklagte sonst immer nur einen Kaffee und ein Wasser getrunken hatte. Der Gastronom sagte allerdings aus, dass der 53-Jährige "absolut nichts Auffälliges" an sich gehabt habe.

Mit Spannung erwartet wurde die Aussage des Mitbewohners des Angeklagten und der Getöteten, der sich um den Haushalt und die Kinder gekümmert hatte. Von der Tat selbst hat er nichts mitbekommen, allerdings konnte er Näheres zur Beziehung der Eheleute sagen. Streit habe es demnach häufig gegeben, auch wenn der Angeklagte gerade trocken war. "Da war sie auch nicht zufrieden", so der Zeuge. "Er hat sein Bestes gegeben. Er ist immer korrekt gewesen", lobte der Zeuge den Angeklagten. Außerdem sei das Verhältnis der Kinder zum Vater besser gewesen als zur Mutter.

Tochter des Angeklagten sagte aus

Eine weitere Tochter des Angeklagten, zugleich Nebenklägerin, wollte eine Aussage machen. Am Abend der Tat war die junge Frau kurz zuhause, um sich zurecht zu machen. Sie hat dabei ein Top gesucht, wobei ihr ihr Vater geholfen hat. Wie sie erzählte, habe sie in jedem Raum gesucht außer im Schlafzimmer der Eltern - dort habe ihr Vater gesucht.

Nach Aussage der Tochter haben die Eltern häufig gestritten, vor allem wegen der Arbeit. "Mein Papa hat sich bemüht und geändert, aber alles, was mein Papa gemacht hat, war immer noch nicht recht", sagte die Tochter. Ihre Mutter habe im Streit immer geschrien, ihr Vater eher selten. Er habe zu seiner Frau immer gesagt: "Red normal mit mir."

Nachdem die DNA-Gutachterin sowie eine weitere Zeugin gehört wurden, beendete das Gericht den Verhandlungstag. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Update 13.15 Uhr - Die ersten Zeugenaussagen

Als erster Zeuge hat ein Mitarbeiter der Mühldorfer Kriminalpolizei ausgesagt, der in die Ermittlungen eingebunden war. Der Beamte erläuterte, welche Angaben der Angeklagte bei der Polizei machte. Offenbar "Last Minute", also unmittelbar bevor sich der Angeklagte der Polizei stellte, habe er der Tochter gesagt, dass seine Frau tot im Kofferraum liege. Die Tochter sei daraufhin davongelaufen, so der Kriminalpolizist.

Der Polizist ist nicht davon überzeugt, dass der Angeklagte noch am Morgen vor der Tat mit seiner Frau geschlafen hat. Auf Nachfrage der Polizei, wann er zum letzten Mal mit seiner Frau geschlafen hat, habe er den Geschlechtsverkehr am Morgen nicht erwähnt.

Angeklagter bricht in Tränen aus

Anschließend haben weitere Polizisten ihre Zeugenaussage gemacht, wobei sie ebenfalls Erkenntnisse aus den Ermittlungen schilderten. Als einer der Polizisten dem Gericht den Zustand der Leiche  bei einer ersten Untersuchung erläuterte, ist der Angeklagte für einen kurzen Moment in Tränen ausgebrochen.

Update 11.20 Uhr - Die Aussage des Angeklagten

Unter riesigem Medienandrang hat heute um 9 Uhr der Prozess gegen den 53-Jährigen begonnen. Der Angeklagte war dazu bereit, umfassend auszusagen, auch zu seinen persönlichen Lebensumständen. Nach der Scheidung seiner Eltern, da war er gerade zehn Jahre alt, zog er zu seiner Oma. Er besuchte die Hauptschule und begann eine Lehre, die er allerdings wieder abbrach.

Psychische Probleme, Alkohol und Drogen

Auch "psychische Probleme" begleiteten den Angeklagten auf seinem Lebensweg, wie er erzählte. Als er bei der Bundeswehr war, war er sogar in Behandlung. "Wenn jemand schreit, kann ich nicht mehr denken", so der 53-Jährige.

Eine erste Ehe scheiterte - auch wegen seiner Trinkerei, wie der Angeklagte erzählte. Auch Betäubungsmittel hat er im Laufe seines Lebens konsumiert, darunter Cannabis, Speed und Kokain, teilweise schon als Jugendlicher.

Nach seiner Scheidung habe sich sein Alkoholkonsum eher noch gesteigert, auf bis zu "zwei, drei Flaschen Whisky pro Tag", so der Angeklagte, der vor Gericht erzählte, dass er gespielt hat und regelmäßig Schulden hatte. Auch während seiner zweiten Ehe sei sein Alkoholproblem "permanent" gewesen.

Einer konsequenten Behandlung habe sich der 53-Jährige nie unterzogen, resümierte der Vorsitzende Richter Erich Fuchs. "Quartalsmäßig" habe es einen Alkoholexzess gegeben, schilderte der Angeklagte. Seine Frau habe ihn dann immer "angeschrien" und "obibügelt".

Ehefrau drohte ihn zu verlassen

Eines Tages habe seine Frau damit gedroht, ihn zu verlassen - wegen finanzieller Sorgen, wie der Angeklagte sagte. Er habe daraufhin innerhalb von drei Monaten 25 Kilo abgenommen, mit selbst angesetztem Kombucha-Tee, wie der 53-Jährige erklärte. Alkohol getrunken habe er zu jener Zeit "null. Da waren wir beide stolz".

Bis zur Tat im Sommer schliefen die Eheleute allerdings in getrennten Betten. Seine Frau habe von "Freiraum" gesprochen und davon, dass der 53-Jährige einen "Stoß vor den Kopf" brauche.

Trotz allem hatten die beiden nach Aussage des Angeklagten regelmäßig Verkehr, "morgens und abends", so der 53-Jährige. Eine Affäre mit einem anderen Mann hat seine Frau dem Angeklagten zufolge aus "geschäftlichem Interesse" begonnen. Es sei "rein beruflich" gewesen, sagte der 53-Jährige.

Angeklagter schildert Tag der Tat

Auch zum Tag der Tat hat sich der Angeklagte ausführlich geäußert. Sowohl am Tag vor der Tat als auch am Morgen will der 53-Jährige mit seiner Frau geschlafen haben. Am Abend wollten es sich die Beiden dann "gemütlich" machen, es war der 21. Jahrestag ihres Kennenlernens. Am Nachmittag erlitt der 53-Jährige aber einen Rückfall. Er trank mehrere Weißweinschorlen.

Wieder zuhause hat ihm seine Frau deshalb Vorwürfe gemacht. "Schau dich mal an, wie du ausschaust. Hast du wieder gesoffen?", habe sie gefragt. "Ich war total aufgelöst", so der Angeklagte. "Dann hat sie losgeschrien und nicht mehr aufgehört." Wie ein "Scharfschützengewehr" sei das gewesen, ein "Redeschwall" sei auf ihn "eingeprasselt". "Es war sogar das Positive negativ, es war irgendwie anders als sonst."

Der Angeklagte stürzte sich auf seine Frau

Seine Frau habe auch gedroht, ihn zu verlassen. "Ich habe solche Verlustängste gehabt, dass ich meine Frau verliere. Dann habe ich es geschafft und dann fangt sie wieder an", schilderte der Angeklagte mit tränenerstickter Stimme. "Kruzifix, jetzt fängt sie schon wieder an!", so der 53-Jährige. "Irgendwann hat es mir den Schalter umgelegt."  Der Angeklagte stürzte sich auf seine Frau und erwürgte sie, indem er ihr sein Knie auf den Hals drückte. "Wir waren beide erschrocken", so der Angeklagte.

Anschließend hat der Angeklagte die Leiche seiner Frau ins Schlafzimmer hinaufgetragen, ist selbst zurück ins Wohnzimmer und hat aufgeräumt. "Kissen, Decken, das ist alles akurat bei uns", so der Angeklagte. Anschließend ist er wieder ins Schlafzimmer hinauf gegangen und hat sich an der Leiche vergangen. "Ich wollte ihr nah sein. Meine Frau ist alles gewesen, meine Familie ist alles." Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters erklärte der 53-Jährige, er habe seine Frau damit nicht bestrafen wollen. "Bestrafen? Für was denn?", fragte der Angeklagte.

Die Aussage des Angeklagten hatte auch einen rätselhaften Aspekt der Tat zum Thema. Der 53-Jährige soll seiner Frau ein lokales Anästhetikum in den Mund eingeflößt haben. Wie der Angeklagte erklärte, sei das Mittel schon über 50 Jahre alt und stamme aus einer Hausauflösung. Zum Zeitpunkt dieser rätselhaften Handlung des Angeklagten soll seine Frau seinen Angaben zufolge schon nicht mehr am Leben gewesen sein. Warum er ihr dann ein Betäubungsmittel in den Mund gegossen hat, konnte der 53-Jährige vor Gericht nicht erklären.

Tochter des Angeklagten fuhr ihn zur Polizei mit der Leiche im Kofferraum

Wie der Angeklagte erklärte, habe er nach der Tat eigentlich nach Leipzig fahren wollen, um "Schluss zu machen" - allerdings sei das Licht am Auto kaputt gewesen, weshalb er seinen Plan wieder verworfen habe.

Am nächsten Tag stellte sich der 53-Jährige der Polizei. Seine ahnungslose Tochter, die Stieftochter der Getöteten, fuhr ihn dorthin - mit der Leiche im Kofferraum, eingewickelt in eine Decke.

Vorbericht: Frau getötet und Leiche zur Polizei gefahren - Prozessauftakt

Im Juli erschütterte dieses Verbrechen die Region, ab Dienstag muss sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten: Ein inzwischen 53-jähriger Mann aus Neumarkt-St. Veit soll am Samstag, 6. Juli, seine Ehefrau erwürgt haben. Der Tat soll ein heftiger Streit vorausgegangen sein, die Getötete soll damit gedroht haben, ihren Mann zu verlassen.

Einen Tag nach der Tat fuhr der Mann zur Polizei, um sich zu stellen - mit seiner ahnungslosen Tochter am Steuer und der Leiche seiner Frau im Kofferraum. Wie erst später bekannt wurde, soll sich der Angeklagte unmittelbar nach der Tat im ehelichen Schlafzimmer an der Leiche seiner Frau vergangen haben.

Ab Dienstag, 11. Februar, muss sich der 53-Jährige am Landgericht Traunstein verantworten, die Anklage lautet auf Totschlag. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt.

**Innsalzach24 ist im Gerichtssaal und berichtet aktuell vom Prozess**

Archiv: Interview mit dem Polizeisprecher

Quelle: chiemgau24.de

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