Franz Bergmüllers Bilanz zum Rauchverbot

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Franz Bergmüller

München - Gut zwei Monaten gilt in Bayern das absolute Rauchverbot. Franz Bergmüller,  Gastronom aus Feldkirchen-Westerham und Chef des Raucher-Aktionsbündnisses, zieht Bilanz.

Herr Bergmüller, wie ist denn die Situation in Bayern?

Wie in allen anderen Staaten, die ein Rauchverbot haben: Wo kein Kläger, da kein Richter. Bis eine Anzeige kommt, wird geraucht.

Gibt es denn tatsächlich Anzeigen?

Im städtischen Bereich laufend, ja. Und zwar von der Konkurrenz.

Da stellen Sie Ihren Kollegen aber kein gutes Zeugnis aus.

Ja, das ist nicht schön. Das ist mangelnde Solidarität, Denunziantentum.

Hatten Sie nicht befürchtet, dass die Bürger denunzieren, und nicht die Wirte?

In der Stadt gibt es die andere Marschrichtung auch. Grundsätzlich ist es so: Wenn die Stimmung an der Bar dementsprechend ist und geraucht wird, muss die Bedienung den Gast auf das Gesetz aufmerksam machen. Wenn der dann weiterraucht, muss der Wirt andere Maßnahmen ergreifen - aber ich finde nicht, dass Gastronomen Gesetze durchsetzen müssen.

Das muss er doch in vielerlei Hinsicht, etwa beim Jugendschutzgesetz.

Nein, das Beispiel passt nicht. Wenn einer raucht, bin ich der Hilfspolizist. Alkohol verkaufe ich aktiv, der Raucher hat seine Zigaretten aber schon dabei.

Sind die Gaststätten, in denen geraucht wird, die Ausnahme?

Ich denke, in jedem vierten Lokal wird geraucht.

Und dazu kommen die „echten geschlossenen Gesellschaften“. Nimmt das überhand?

Es wird sogar geworben für Namenstags-Feiern zum Beispiel, letztens war das in Bad Tölz der Fall. Der Begriff ist leider rechtlich nicht abschließend geklärt. Wir brauchen präzise Vollzugshinweise, damit die Behörden nicht nach Gutdünken entscheiden. Unklar ist, wer die geschlossene Gesellschaft einberuft. Und: Ist ein Club eine geschlossene Gesellschaft? Das klären wir gerichtlich.

Das Verbot wird also nicht selten umgangen?

Jetzt ist der Druck noch nicht so da, wir hatten lange schönes Wetter, die Leute saßen draußen. Der Leidensdruck kommt im Winter.

Wie viele Betriebe mussten wegen des Rauchverbots schon aufgeben?

Verlässliche Zahlen gibt es noch nicht. Aber beim Bündnis für Freiheit und Toleranz (vormals „Bayern sagt Nein!“, Anm. d. Red.) haben mehr als 1000 Wirte prognostiziert: „Länger als bis zum Jahresende halte ich nicht durch.“ Bei der Brauerei Flötzinger, Rosenheim, haben neun Wirte ihren Pachtvertrag gekündigt.

Zusammengefasst von Carina Lechner

Hinweis der Redaktion:

Der Beitrag wurde uns in gekürzter Version vom Münchner Merkur zur Verfügung gestellt. Das vollständige Interview mit Franz Bergmüller lesen Sie bei merkur-online.de

Rauchverbote in den Bundesländern

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Quelle: rosenheim24.de

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