Einen Tag nach dem Interview:

Kirche wehrt sich gegen Berthalers Behauptung 

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Pfarrer gegen Landrat: Daniel Reichel wehrt sich gegen die indirekte Kritik von Landrat Wolfgang Berthaler
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Rosenheim - Das Erzbistum München reagierte nun auf eine Aussage von Landrat Berthaler. Entschieden widerspricht die Kirche, dass man bei Asylbewerbern zu untätig sei.

In einem Interview mit dem OVB, das am Donnerstag erschien, hatte Landrat Wolfgang Berthaler auf die Frage zur Unterstützung durch die Pfarrgemeinden bei der Unterbringung von Asylbewerbern geantwortet: "Es gibt freiwillige Helfer aus den Reihen der Kirchen, die uns ehrenamtlich unter die Arme greifen. Was das Bereitstellen von Unterkünften betrifft, sind die Pfarreien im Landkreis noch nicht groß in Erscheinung getreten."

Diese Kritik will das Erzbistum München so nicht auf sich sitzen lassen.

In einer am Freitagnachmittag versandten Pressemitteilung erklärt der Landkreisdekan und Leiter der Stadtteilkirche Rosenheim, Daniel Reichel: "Diese Aussage ist nicht zutreffend!"

Im Landkreis seien durch die Kirche derzeit 43 Plätze für Flüchtlinge bereitgestellt worden. Die Menschen sind demnach in kirchlichen Häusern untergebracht und würden vor Ort von Helferkreisen unterstützt.

Diese Helfer begleiten die Asylbewerber etwa bei Behördengängen und Arztbesuchen oder bieten Deutschkurse an. Die Flüchtlinge würden teils auch in Gottesdienste mit eingebunden, die sie etwa mit traditionellen Gesängen mitgestalten.

Zum Beleg zählt das Erzbistum in der Pressemitteilung die Unterbringungen auf:

- In Schlossberg (Pfarrverband Stephanskirchen) werden derzeit 24 Plätze angeboten

- In Heufeld (Pfarrei St. Korbinian, Dekanat Bad Aibling) sind es 12 Plätze

- Rott am Inn (St. Peter und Paul) sind es sieben Plätze.

- Zudem würden kirchliche Verbände wie die Caritas und die Malteser umfangreiche Arbeit leisten, die die Betreuung in den staatlichen Einrichtungen entscheidend mit gewährleistet

„Die Hilfe für Flüchtlinge ist für uns eine der wichtigsten Aufgaben und ein selbstverständliches Gebot der Nächstenliebe", teilt Dekan Reichel mit. 

Im gesamten Erzbistum München und Freising stünden bereits mehr als 670 Plätze in 34 Objekten zur Verfügung. Zum Vergleich: Mitte Juli seien es 535 Plätze in 30 kirchlichen Objekten der Erzdiözese gewesen. Weitere Objekte würden zurzeit geprüft.

mg/Quelle: Pressemitteilung Erzbistum München

Quelle: rosenheim24.de

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