Feuerwehr-Führungskräfte besichtigen Eishalle

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Sie organisierten und leiteten die Herbstvollversammlung der Feuerwehr-Führungskräfte in Oberbayern: (vo.li.): Regierungsdirektor Karl Traunspurger, Karl Neulinger, Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern und Hans Gnadl, Kreisbrandrat Landkreis Traunstein).

Inzell - Rote Feuerwehrfahrzeuge gehörten am Wochenende zum Ortsbild. Eine Besichtigung des neuen Eisstadions war einer der Höhepunkt der Herbstvollversammlung der Feuerwehr-Führungskräfte.

In der Chiemgau-Gemeinde kamen die Feuerwehr-Führungskräfte aus den oberbayerischen Landkreisen zusammen. Rund 80 Kreisbrandräte und –inspektoren folgten der Einladung der Regierung von Oberbayern zur Herbstversammlung, die zusammen mit der Vollversammlung des Bezirksfeuerwehrverbandes im Festsaal stattfand.

Eine Besichtigung der Baustelle des neuen Eisstadions Inzell war einer der Höhepunkt der Herbstvollversammlung der Feuerwehr-Führungskräfte aus ganz Oberbayern. Stadiondirektor Hubert Graf stellte den Feuerwehrchefs die neue Eissportarena vor.

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand eröffnete die zweitägige Versammlung mit viel Lob für die Feuerwehren. Es könne nicht hoch genug geschätzt werden, was die 320.000 Aktiven in Bayern durch ehrenamtliche Arbeit leisten. Rund um die Uhr an 365 Tagen bereit zu sein, und jederzeit, ob Regen, Sturm oder Sonnenschein aus dem Haus zu rennen, zum Gerätehaus zu eilen und Menschen in Not zu helfen, verdiene höchsten Respekt und Anerkennung. „Danke für alle Mann- und Frauschaften und ihre engagierte Arbeit für dieses Land.“ Der Regierungspräsident hob auch die hervorragende Jugendarbeit der oberbayerischen Feuerwehren hervor und freute sich besonders über den Erfolg der Jugendfeuerwehr Oberneukirchen (Lkr. Mühldorf), die beim Bundeswettbewerb in Leipzig Deutscher Meister wurde und sich damit für die Jugendfeuerwehr-Olympiade 2011 in Slowenien qualifizierte.

Hillenbrand informierte, dass die Regierung von Oberbayern in diesem Jahr Zuschüsse in Höhe von 5,7 Millionen Euro für neue Einsatzfahrzeuge und Gerätehäuser auszahlte. Trotz Finanzknappheit wolle der Freistaat Bayern die Fördersätze für die Feuerwehren beibehalten. Dies sei ein Zeichen dafür, wie hochgeschätzt die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren ist. Der Versammlung stellte sich Robert Heimberger, der neue Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd vor. Die Zusammenarbeit von Feuerwehren und Polizei sei unschätzbar wichtig. Vieles können nur gemeinsam gemeistert werden, betonte Heimberger und erinnerte an den Großeinsatz beim Felseinsturz in Stein an der Traun, der ein Musterbeispiel für das ausgezeichnete Miteinander von Floriansjüngern und Polizei gewesen sei. Doch auch bei weniger spektakulären, alltäglichen Einsätzen sei die enge Kooperation und Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Er wolle alles tun um diese dort, wo Defizite sind, zu intensivieren und zu verbessern.

Über die geplante Neustrukturierung der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried und eine Reform verschiedener Lehrgangsangebote informierte Torsten Kraemer aus dem bayerischen Innenministerium. Ein neues Konzept wird derzeit zur Bewältigung von Einsätzen mit ABC-Gefahren (atomar, biologisch, chemisch) erarbeitet. Nicht alle Feuerwehren müssen alles können, wenn es um ABC-Einsätze geht, die Kräfte müssen aber so gebündelt werden, dass diese besonderen Einsatzlagen bewältigt werden können. Ein erster Schritt wird mit den neuen Strahlenschutzfahrzeugen getan. Das erste Sonderfahrzeug wurde dieser Tage in Dienst gestellt; weitere elf folgen in 2011.

Das Brandschutzkonzept der Eissporthalle interessierte die Feuerwehr-Führungskräfte ganz besonders. Dazu fand auch ein Rundgang um das neue Stadion auf dem, von der Gemeinde Inzell als unabdingbar notwendig erachteten Rettungsweg statt.

Der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Dr. Christan Schwarz konnte den Kreisbrandräten die erfreuliche Mitteilung machen, dass der Bedarf an Lehrgangsplätzen, insbesondere für Kommandanten und Gruppenführer in 2011 fast vollständig gedeckt werden kann. Damit werde der Stau an erforderlichen Fachschulungen für Führungskräfte abgearbeitet, wie Regierungsdirektor Karl Traunspurger betonte. Er gab zudem bekannt, dass die Sonderförderung zur Beschaffung von Hilfeleistungssätzen (Rettungsspreize und –schere) für 2010 ausgeschöpft sei. Er informierte über die Regelungen zur Aufgabenabgrenzung im Bereich der Technischen Hilfeleistung zwischen Feuerwehren und privaten Dienstleistern. Neu definiert wird im Bayerischen Feuerwehrgesetz auch der Einsatz von Werkfeuerwehren außerhalb des Werksgeländes. Diese müssen künftig auch außerhalb des Werksgeländes Hilfe leisten, nicht nur wenn sie speziell nachalarmiert werden, sondern auch wenn deren notwendiger Einsatz erkannt wird.

Bezirksfeuerwehrjugendwart Franz Waltl betonte, dass die Jugendfeuerwehren in Oberbayern sehr gut aufgestellt seien, dennoch diskutiere eine Projektgruppe über die Zukunft der Jugendfeuerwehr. Wichtig sei es, die Jugendlichen bei den Wehren zu halten und den Übertritt in den aktiven Dienst zu sichern. Auch werde über zukunftsorientierte Methoden der Gewinnung Jugendlicher für den Feuerwehrdienst beraten.

Helmut Rottmair referierte über die Fahrzeugtechnik, speziell über die Auswahl des richtigen Fahrgestells bei der Neubeschaffung von Einsatzfahrzeugen. Bezirksfeuerwehrarzt Martin Dotzer sprach zum Thema „Zeitmanagement bei der Schwerverletztenrettung und –versorgung.“ Weitere Fachvorträge über spezielle Gefahren für den Rettungsdienst bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen und den Umgang mit Faserverbundstoffen bei Flugunfällen rundeten den ersten Tagungstag ab. Beim Kameradschaftsabend, zu dem auch Landrat Hermann Steinmaßl und Inzells Bürgermeister Martin Hobmeier kamen, wurden die Feuerwehrler aus ganz Oberbayern mit Musik und dem Einakter „Der falsche Alarm“ unterhalten.

Dabei zeigten Feuerwehrler, wie Kreisbrandmeister Georg Fleischer aus Waging und Nußdorfs Kommandant Willi Müller ihr Können als Komödianten. Mit der Besichtigung der Baustelle der Eissporthalle Inzell wurde die Feuerwehr-Fachtagung am zweiten Tag vorgesetzt. Bürgermeister Martin Hobmeier, Stadiondirektor Hubert Graf und Architekt Andreas Leupold stellten den Feuerwehrlern das 36-Millionen-Projekt vor. Beeindruckt zeigten sich die Feuerwehrler von der neuen, 7000 Besucher fassenden Arena. Interessiert waren die Feuerwehrchefs vor allem Brandschutzkonzept der Eissporthalle, das von Helmut Rottmair vorgestellt wurde. Ein Rundgang um das imposante Gebäude, auf dem, von der Gemeinde Inzell durchgesetzten und realisierten Rettungsweg beendete die Besichtigung. Die Tagung im Festsaal fand mit Einsatzberichten zum Felssturz in Stein, vorgetragen von Traunsteins Kreisbrandrat Hans Gnadl, zum Großbrand einer ehemaligen Traditionsgaststätte in Waldkraiburg über den Kreisbrandrat Karl Neulinger berichtete und einem Sägewerksbrand in Seeshaupt, referiert von Kreisbrandmeister Anton Kappendobler seinen Abschluss.

pv 

Quelle: rosenheim24.de

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