Facelifts für die Seele

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Feldkirchen-Westerham/Aschbach – Therapie statt Meditation heißt es künftig im Schloss Altenburg. Der Schönheitschirurg Professor Mang will eine Klinik für psychosomatische Störungen errichten.

Das Schloss Altenburg war fast zwei Jahrzehnte lang ein Ort der Meditation und Stille - bis zum Ende letzten Jahres. Dem gleichnamigen Verein „Haus der Stille“, der die Meditation anbot, wurde der Mietvertrag nicht verlängert, da die Besitzerin das Schloss verkaufen wollte. Nach fast einem Jahr ist nun klar, was damit passieren soll: es ist ein Therapiezentrum für psychosomatische Erkrankungen geplant - die Klinik Schloss Altenburg. Kein geringerer als der umstrittene Schönheitschirurg und HNO-Arzt, Professor Werner Mang hatte die Idee dazu.

So soll der Neubau aussehen

Professor Mang der zuletzt in den Medien durch Negativschlagzeilen von sich Reden machte, will sich jetzt nicht mehr nur der äußeren Schönheit von Menschen widmen – die innere Schönheit soll im Schloss Altenburg künftig im Mittelpunkt stehen. Wer glaubt Mang kehrt damit seinem Spezialgebiet der Schönheitschirurgie den Rücken zu irrt. „Nein“, sagt der Professor, „die Behandlung von Burnout und anderen psychischen Problemen ist nur eine logische und konsequente Ergänzung zur Schönheitschirurgie. Seelische Probleme sind mit der Schönheitschirurgie nicht immer heilbar. Eine Operation kann zwar die äußere Schönheit zurückgeben, aber die Narben auf der Seele bleiben.“

Mang eröffnet Schlossklinik Altenburg

Um diese Narben verblassen zu lassen, soll sich ein Spezialteam, unter anderem aus Psychologen und Psychotherapeuten, im Schloss den Vorstufen von Burnout-Erkrankungen annehmen. „Im Anfangsstadium ist Burnout heilbar“, erklärt der 63-Jährige. „Die Menschen sollen hier außerdem wieder lernen, sich richtig zu ernähren und Glücksmomente durch Sport zu erleben“, sagt Mang weiter. Das sei der richtige Weg, um dem Burnout den Kampf anzusagen. Das Schloss Altenburg biete dafür den richtigen Platz. Denn: hier im Schloss, eingebettet in einen kleinen idyllischen Park, würden die gestressten und ausgelaugten Menschen ausreichend Ruhe erfahren.

Hier im Schlosspark soll der Neubau entstehen

Da das Schloss, mit etwa 150 geplanten Betten, nicht ausreichend Platz bietet, wird Mang einen Neubau (rund 1700 m²) im Schlosspark errichten lassen. Dieser geplante Bau greife allerdings nicht in die Natur ein und soll auf einer bereits freien Fläche im Park errichtet werden, fernab des Schlosses, versichert der Architekt Stefan Mauritz. Im Neubau sollen auf 9000 m² Geschossfläche, Räume für Wellness, Massage, Therapie und ein Restaurant entstehen. Außerdem sei eine Tiefgarage unter dem Neubau mit eingeplant. Die Fassade für den Neubau soll einen modernen Kontrast zum Schloss geben, mit Naturstein und Holz aus der Region. Die Kosten für den Neubau und die Sanierung des bestehenden Schlosses liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Während der Architekt Mauritz und Professor Mang schon tief in ihren Plänen für eine neue Psychosomatische Klinik stecken, ist auch die Gemeinde nicht untätig. „Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für diese neue Nutzung des Schlosses Altenburg. Jetzt muss nur noch der Bebauungsplan geändert werden. Die Gemeinde steht auf jeden Fall hinter dem Projekt. Diese Klinik ist ein absoluter Gewinn für uns“, erklärt Bürgermeister Bernhard Schweiger. Bis zum Juli 2013 soll eine Entscheidung fallen, inwieweit das bestehende Konzept für eine Psychosomatische Klinik im Schloss Altenburg umgesetzt werden kann. Die ersten „Gäste“ sollen dann Ende Juli 2015 empfangen werden können.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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