Erste Augenzeugen haben Wolf gesehen

Wolf im Anmarsch: Im Bereich Thiersee wurde er erstmals fotografiert (unser Bild), jetzt wurde er südlich der Autobahn bei Bad Feilnbach zweimal gesehen.

Bad Feilnbach - Ein Jahr lang hat den freilebenden Wolf, der seit Dezember 2009 durch den Bergwald zwischen Kiefersfelden und Bad Feilnbach streift, niemand zu Gesicht bekommen. Das hat sich jetzt geändert.

Nach dem ersten Foto, aufgenommen von einer Infrarotkamera an einer Rehfütterung, gibt es jetzt auch zwei Autofahrer, die das Tier gesehen haben.

Ein Jäger aus Franken rieb sich verwundert die Augen, als er auf der Fahrt in den Süden aus dem Autofenster schaute. Er ist sich sicher: Das Tier, das am Neujahrstag gegen 16.15 Uhr auf Höhe der Ausfahrt Bad Aibling - etwa 150 Meter südlich der Autobahn - übers Feld schlenderte, war ein Wolf. Seine Angaben lassen sich gut mit der Beobachtung einer Autofahrerin aus Bad Feilnbach in Einklang bringen. Sie will den Wolf weniger Stunden später, genau war es 20.10 Uhr, bei Gottschalling (Gemeinde Bad Feilnbach) gesehen haben - nur wenige hundert Meter von der ersten "Wolfssichtung" entfernt.

Harald Schmauser aus Nürnberg war gerade auf dem Weg zu Verwandten im Raum Rosenheim, als er das Tier aus dem fahrenden Auto sah. Dass Meister Isegrim wieder in der Region unterwegs ist, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht.

Sah den Wolf: Jäger Harald Schmauser

Dann sah er das Wildtier auf dem Feld neben der Autobahn München-Salzburg. "Ein Schäferhund war es auf keinen Fall, und ein Fuchs war es auch nicht", schildert der 75-jährige Jäger und ehemalige Vizepräsident der IHK Nürnberg seine ersten Gedanken. Gangart, Farbe sowie Schwanzform und Schwanzhaltung - alles deuteten auf einen Wolf hin. "Aber das kann ja gar nicht sein, dachte ich", so Schmauser weiter. Erst als er eine halbe Stunde später seinem Sohn in Prutting von der außergewöhnlichen Beobachtung erzählte, erfuhr er, dass es tatsächlich einen Wolf in der Region gibt.

So detailliert wie der Jäger konnte die Bad Feilnbacherin das Tier aufgrund der Dunkelheit nicht beschreiben. Ihr fielen bei Gottschalling vor allem die leuchtenden Augen und der buschige Schwanz auf, und auch sie glaubt: "Es war der Wolf."

Wie berichtet, streunte der Wolf vor Wochen auf österreichischer Seite im Bereich Thiersee durch den Tiroler Bergwald, wo er an der Rehfütterung des Kufsteiner Jägers Herbert Gartner von einer am Baum hängenden Automatik-Infrarotkamera fotografiert wurde (wir berichteten). Ende Dezember könnte der scheue Jäger im Bereich von Bayrischzell zwei Rehe gerissen haben. Ob die Tiere tatsächlich dem Wolf zum Opfer gefallen sind, steht noch nicht fest. Die beiden Risse werden erst noch untersucht.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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