Was sagt der Kreisbrandrat dazu?

Das Ärgernis des Feuerwehr-Fehlalarms

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Gut dass es die Feuerwehren in der Region gibt, doch ärgerlich für die Einsatzkräfte, wenn sie wegen eines Fehlalarms ausrücken müssen.
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Landkreis - Die Sirene meldet einen Einsatz, der Piepser setzt Signal. Schnell weg von der Arbeitsstelle, hin zu der Stelle, wo man gebraucht wird. Ärgerlich, wenn es sich um einen Fehlalarm handelt. Was tun?

Die alarmierten Feuerwehrmänner sammeln sich am Feuerwehrhaus, ließen Zuhause oder in der Arbeit alles liegen, um schnell beim Einsatz nach dem Alarm dabei zu sein.

Immer wieder stellt sich aber heraus, dass nicht alle Einsätze nötig gewesen wären. Fehlalarm! Ärgerlich, wenn dann mehrere Dutzend Feuerwehrler vor Ort sind und sich herausstellt, dass keine Einsatzkräfte gebraucht werden. „Fehleinsätze kommen immer wieder vor, im Durchschnitt ist jeder siebte Einsatz ein Fehlalarm“, heißt es von einigen Freiwilligen Feuerwehren aus dem Altlandkreis Wasserburg. „Einsatz bleibt Einsatz, wir können nicht vorher hinterfragen, ob viele Einsatzkräfte mitsollen“ sind sich langjährige Feuerwehrmänner einig.

Unterschiede in der Einstufung 

In der Region gibt es selbstgesteuerte Alarmsysteme in Behörden und Einrichtungen, doch auch bei Firmen und Großunternehmen in der Region sind solche Brandmelder montiert. „Man muss unterscheiden, ob es sich um Sonderobjekte, wie beispielsweise Altenheime oder Krankenhäuser handelt, oder Brandmeldeanlagen in Standartobjekten wie Industriegebäuden oder bei gewerblichen Betrieben Alarm schlägt“, erklärt Kreisbrandrat Richard Schrank im Gespräch mit wasserburg24.de.

Die Kreisbrandinspektion werde zukünftig die Situation etwas mehr durchleuchten, teilt Schrank auf Nachfrage mit. Damit solle eine Entlastung der Feuerwehren in der Region geschaffen werden. „Eine bestimmte Alarmierungsschwelle muss eingehalten werden, von Seiten der Regierung und der Ordnungsbehörden. Bei Sonderobjekten wie Schulen oder anderen Einrichtungen bleibt eine hohe Alarmierung bestehen“, so Schrank. Andererseits sei es bei Standartobjekten möglich, zunächst eine Erstsichtung mit relativ geringer Alarmierung zu machen und im Bedarfsfall weitere Einsatzkräfte hinzu zurufen, heißt es vom Kreisbrandrat.

Gemeinsam mit den Feuerwehren im Landkreis Rosenheim sollen baldigst die Objekte durchgesprochen und eine Alarmierungsstufe festgelegt werden. „Wir werden entscheiden, welche Alarmierung bei welchem Objekt sinnvoll beziehungsweise unbedingt erforderlich ist und dadurch eine wesentliche Reduzierung von den Feuerwehren, die bei den einzelnen Alarmen sofort losziehen, erreichen“, so Schrank im Gespräch mit der Redaktion.

Die Alarmverfolgungspflicht nehmen die Feuerwehren im Landkreis sehr ernst. Gut so, schließlich geht es oftmals um schnelle Hilfe und ein sofortiges Eingreifen durch die Einsatzkräfte. „Wenn ein Alarm aufschlägt, hat die Feuerwehr die Pflicht, hier nachzukontrollieren, ob es sich tatsächlich um einen Falschen Alarm handelt oder um einen echten“, erklärt Richard Schrank. Es sei nicht erlaubt, sich mit einem Firmeninhaber nur telefonisch auszutauschen, weil die Pflicht der Feuerwehr ganz klar sei, einen möglicherweise versteckten Brandherd vor Ort des Gebäudes aufzuspüren.

Die Feuerwehr müsse als fachkompetente Stelle hier stets eine Sichtung vor Ort machen, doch der Aufwand und die Anzahl der alarmierenden Einsatzkräfte könne sich für die Erstsichtung zukünftig reduzieren, nimmt sich Schrank zum Vorsatz.

Aktuelle Entwicklung der Alarmierung

Eine bestimmte Zusammenstellung von Fahrzeugen wird weiterhin notwendig bleiben. Beispielsweise werde es immer einen Löschzug geben, der bei den Alarmierungen bei Brandmeldealarmen umgehend ausgesandt werde, so Schrank. Doch man könne bei Standartobjekten mit der neuen Regelung sehr weit mit Einsatzkräften für die Erstsichtung runtergehen, was auch Sinn mache, so der Kreisbrandrat.

Eine Nachalarmierung sei jederzeit möglich, beruhigt Schrank. Durch den Wechsel in der Kreisbrandinspektion wurde dieser Punkt neu konzipiert, der bayerische Feuerwehrverband sei von dem Lösungsvorschlag ebenfalls nicht abgeneigt, berichtet Richard Schrank.

Großen Dank sprach der Kreisbrandrat den Arbeitgebern von aktiven Feuerwehrleuten aus. „Wenn die Arbeitgeber bereitwilligst ihre Mitarbeiter ziehen lassen, wenn es einen erforderlichen Feuerwehreinsatz, zum Beispiel nach einem Unfall im Einzugsgebiet oder bei einem Brand gibt, dann ist dies ohnehin sehr dankenswert und beachtlich“, so Schrank. Es könne nicht auch noch sein, dass ein Arbeitgeber auf einen Feuerwehrler verzichten müsse, der zu einem Einsatz wegen Fehlalarms unterwegs sei, findet Schrank weiter.

Arbeitgeber tragen den Einsatz von freiwilligen Feuerwehren in der Region dankenswerter Weise mit, so der Kreisbrandrat. Dies müsse man nicht überreizen.

Immer wieder kommt es vor, dass Brandmeldeanlagen durch schlechte Wartung oder Unachtsamkeit reagieren und nicht notwendige Einsätze auslösen.

Die Kosten

Bei einem berechtigten Einsatz durch die Feuerwehr entstehen keine Kosten für den Betreiber beispielsweise einer Firma, in der es gebrannt hat.

Doch wer zahlt, wenn es sich um einen Fehlalarm handelt?

Hier haben die jeweiligen Kommunen selbst zu entscheiden, ob eine Gebühr in Rechnung gestellt wird. Von der Stadt Wasserburg heißt es, dass beim ersten und oftmals auch noch beim zweiten Fehlalarm durchaus ein Auge zugedrückt werde und nichts gezahlt werden müsse. Bei zu häufigem Einsatz bei Fehlalarmierung von Brandmeldeanlagen werde im Einzelfall entschieden, wie die Situation verbessert werden könne oder ob dem Betreiber Kosten entstehen, heißt es von Verantwortlichen der Stadt.

Auch in anderen Gemeinde im Altlandkreis Wasserburg wird es ähnlich gehandhabt. „Wir entscheiden immer im Einzelfall, doch die Arbeit der Feuerwehr sei ein freiwilliger Dienst, der darauf gelte, anderen zu helfen, zeigen sich viele Aktive der örtlichen Feuerwehren überzeugt.

Quelle: rosenheim24.de

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