Ausführlich vorgestellt

Das sind die regionalen Europawahl-Kandidaten und ihre Positionen

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Die Kandidaten:1. Reihe, von links: Ludwig Maier (ÖDP), Maria Noichl (SPD), Franz Farthofer (FDP) und Florian Weber (Bayernpartei)2. Reihe, von links: Isabella Ritter (CSU), Helmut Freund (Bayernpartei), Helmut Kauer (ÖDP).Auf Wunsch von Frau Klein ist von ihr, im Gegensatz zu den anderen Kandidaten, kein Foto im Artikel.
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Landkreise Rosenheim/Berchtesgadener Land/Traunstein  - Am Sonntag wird das neue Europäische Parlament gewählt. Auch acht Kandidaten aus der Region wollen einen der 751 Sitze ergattern. Wir stellen Sie noch einmal vor.

In den vergangenen Tagen erhielten alle Kandidaten bereits die Gelegenheit, sich über unseren Fragebogen jeweils ausführlich vorzustellen. Sie stammen aus den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land und treten für SPD, CSU, FDP, ÖDP, Bayernpartei und die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) an. Aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf gibt es keine Kandidaten für die Wahl. Die Rosenheimerin Maria Noichl ist aktuell die einzige Politikerin aus der Region, die im Europäischen Parlament vertreten ist. Nach der jüngsten Wahl 2014 zog sie als Achtzehnte der SPD-Liste ins Europaparlament ein.

Das sind die Kandidaten:

  • Die 52-jährige SPD-Politikerin Maria Noichl stammt aus Rosenheim. Als ihren Schwerpunkt nennt sie die Landwirtschaftspolitik. "Hier kann ich sehr viel für die Region erreichen. Besonders die Förderpolitik im Agrarbereich muss deutlich verändert werden. Dies würde unsere, im Verhältnis noch kleinen bäuerlichen Betriebe, kraftvoll unterstützen."
  • Für die CSU tritt die 26-jährige Isabella Ritter an. "Ich möchte den Bürgern in der Region Europa ein Stück weit zurückgeben und mich für die Belange Rosenheims verstärkt einsetzen", beschreibt sie ihre Motivation.
  • Der Marktschellenberger Franz Farthofer tritt für die FDP an. "Allem voran die zeitnahe Aufhebung der deutsch-österreichischen Grenzkontrollen, die das Leben der Bürger hier vor Ort in vielerlei Hinsicht massiv behindern und ihren Zweck schon lange nicht mehr erfüllen", gibt der 25-Jährige als sein wichtigstes Ziel an, sollte er Europaabgeordneter werden. "Darüber hinaus liegen mir der Ausbau der Breitband-Infrastruktur und der Schutz des Europäischen Binnenmarktes sehr am Herzen."
  • Helmut Kauer aus Traunreut ist einer der beiden ÖDP-Kandidaten aus der Region. Sollte er nach Brüssel kommen, will er sich für einen funktionierenden Klimaschutz einsetzen. "Die Region lebt vom Tourismus und dieser lebt von der Umwelt hier bei uns. Diese muss schnellstens geschützt werden!", sagt der 58-Jährige. "Wir brauchen aber auch eine Steuerharmonisierung zwischen den Ländern, damit auf beiden Seiten der Grenzen die Bedingungen für unsere Handwerker und Wirte / Hoteliers die gleichen sind." Für die Landwirte müssten viel mehr Mittel von der ersten in die zweite Säule umgeschichtet werden. "Die Landwirtschaft in unserer Region prägt unsere Kulturlandschaft mit Almen und Rindviechern auf der Weide, … Diese Arbeit kann mit reiner Flächenprämie nicht abgebildet werden."
  • Der zweite ÖDP-Kandidat ist der 58-jährige Ludwig Maier. Er wolle eine am Gemeinwohl orientierte Politik, "die sich endlich wieder am Menschen orientiert und nicht dagegen, so wie es die meisten auch deutschen Parteien praktizieren", so der Soyener. "Die Grünen mutieren immer mehr zur Volkspartei mit allen negativen Auswirkungen auf die Menschen." Das Vakuum sei da, die ÖDP habe als weitere ökologische Partei mit ganz anderen Ansätzen als die Grünen Platz im Parteienspektrum und werde dies nutzen. "Weniger Spendensumpf ist mehr Transparenz Weniger Agrarfabrik ist mehr Bauernhof Weniger Wachstum ist mehr Zukunft. Dazu stehen wir und dazu stehe ich!"
  •  Für die Bayernpartei tritt aus der Region deren Vorsitzender Florian Weber an. "Die Bayernpartei, wie auch ich, will Europa wieder vom Kopf auf die Füße stellen", so der 56-jährige Bad Aiblinger. "D.h. wichtige Fragen wie Außenpolitik, Verteidigungspolitik und grobe Wirtschaftsnormen müssen gemeinsam in Europa entschieden werden, alles andere aber soll wieder nahe bei den Menschen, am Besten in den Regionen geregelt werden."
  • Neben Weber tritt ebenfalls für die Bayernpartei der Frasdorfer Helmut Freund an. "Ca. 90 Prozent unserer Gesetze auf kommunaler, Landes- und Bundesebene basieren auf EU-Vorgaben, somit betreffen sehr viele Vorgaben in allen Bereichen auch unsere Region: Mir ist es wichtig, dass die Bürger in unserer Region wieder mehr Mitbestimmungsrecht erhalten", erklärt der 28-Jährige. "Kompetenzen müssen auf die möglichst nächste Ebene zum Bürger zurück - die Hinterzimmerpolitik muss ein Ende finden!"
  • Auf der Liste der LKR findet sich die Grassauerin Katharina Klein. Sie ist jedoch kein Mitglied der Partei mehr. "Ich bin für ein Europa der Vaterländer, ein Zurück im Euro zu den Maastricht-Kriterien und ein Deutschland ohne Euro-Haftung", so die 55-Jährige. "Wer das auch für richtig hält, sollte mich wählen."

Was Sie sonst noch zur Wahl wissen müssen:

Für Abgeordnete aus Deutschland sind im Europaparlament 96 Sitze reserviert. In Deutschland wahlberechtigt sind nicht nur volljährige Staatsbürger, sondern auch alle anderen Bürger der Europäischen Union, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Sperrklausel, wie die Fünf-Prozent-Hürde im Bundestag, gibt es bei der Europawahl nicht. Durch die begrenzte Sitzzuteilung für deutsche Abgeordnete ergibt sich aber eine Hürde von etwa 0,5 Prozent der Stimmen.

Eine Einteilung in Wahlkreisen gibt es bei der Europawahl nicht. Nur zur besseren Organisation und Feststellung der Wahlergebnisse wurden in Deutschland Wahlleitungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten eingerichtet. Am 26. Mai sind die Wahllokale in Deutschland bis 18 Uhr geöffnet. Hier finden Sie das Muster eines Stimmzettels für die Europawahl in Bayern. Zur besseren Übersicht sind bei jeder Partei nur die Namen der ersten zehn Kandidaten der jeweiligen Liste abgedruckt.

Quelle: rosenheim24.de

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