Erste Bilanz nach Einführung der Maut

Mautflucht im Inntal: "Ruhe vor dem Sturm"

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Wegweiser für Mautflüchtlinge
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Kiefersfelden - Noch warten die Anwohner der Inntalgemeinden auf die Flut der Mautflüchtlinge. Erste Anzeichen sind aber bereits erkennbar.

"Wir müssen abwarten, eine definitive Aussage ist noch nicht möglich," erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Kiefersfelden, Erwin Rinner, auf die Frage nach einem gestiegenen Verkehrsaufkommen aufgrund der Maut auf der Inntalautobahn. Man spüre schon, dass mehr Fahrzeuge unterwegs seien, zu einer Eskalation sei es aber noch nicht gekommen.

Weiter gelte es ebenfalls den Weg der Klage abzuwarten, bevor man hier Maßnahmen ergreifen wolle, ergänzt Rinner.

"Chance für die Politik"

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Roland Schmidt, der Sprecher der Bürgerinitiative "Keine Maut ab Grenze" gab hierzu weiter an, dass es im Moment nicht geplant sei, Aktionen durchzuführen. Die Klage bei der EU sei im Moment zur rechtlichen Überprüfung abgegeben. Auf einen Brief des zweiten Bürgermeisters von Kiefersfelden an die Behörde gäbe es bis zum jetztigen Zeitpunkt noch keine Antwort, so Schmidt. Man stehe im engen Kontakt mit den österreichischen Nachbarn, wenn dort Aktionen geplant werden, werde man sich auf jeden Fall beteiligen, ansonsten gebe man der Politik in Person von Horst Seehofer erst einmal die Chance etwas zu bewegen.

Mautwegweiser auf facebook

Wegweiser für Mautflüchtlinge

Eine Aktion der etwas anderen Art erregte dabei auf Facebook ungeahntes Interesse. Ein Wegweiser für Mautflüchtlinge fachte die Diskussion über Maut auf der Inntal-Autobahn erneut an. Der Bürgermeister der Gemeinde Oberaudorf, Hubert Wildgruber wollte mit der Aktion seinen Unmut und den seiner Bürger Ausdruck verleihen. Aus der Bevölkerung gab es dafür durchwegs positives Feedback. "Vorschläge wie die Pförtnerampel und die Verkehrsinformationstafeln auf deutschem Gebiet verlagern die Problematik nur. Sie sorgen eine Entlastung in Kufstein und eine Belastung für Bayern," erklärt Wildgruber im Gespräch.

Zur Zeit 30% mehr Fahrzeuge

Zum aktuellen Zeitpunkt sei die Bürgerinitiative "Keine Maut ab Grenze" und auch die Gemeinden entlang des "Flüchtlingswegs" in einer "Phase des Beobachtens und Dokumentierens". Roland Schmidt geht von einem bereits jetzt gestiegenen Verkehrsaufkommen von ungefähr 30% aus. "Interessant werden aber erst die kommenden Wochenenden, vor und nach den Feiertagen," so der Sprecher der Bürgerinitiative. Beobachtungen aus den Skigebieten in Scheffau, Elmau und Söll ergaben, laut Schmidt, dass sehr viele deutsche Skifahrer keine Vignette hätten. "Auf welchen Strecken diese Urlauber in die Skigebiete kommen, kann man sich ja dann auch denken." Am Wochenende komme es bereits zu Wartezeiten zwischen fünf und zehn Minuten im Stadtgebiet.

Verstärkte Kontrollen der ASFINAG

Neben einem erhöhten Anteil von österreichischen Fahrzeugen durch die Gemeinden Kiefersfelden und Oberaudorf, stellte die Bürgerinitiative weiter ein verstärktes Aufkommen von "Fahrzeugen mit dem Kennzeichen M und EBE" fest. "Was zudem auffällt, die österreichische ASFINAG hat ihre Kontrollen an den Ausfahrten Kufstein Süd und Kufstein Nord extrem verstärkt," ergänzt Roland Schmidt. Nicht selten passiere es den Einheimischen, dass sie aus "Macht der Gewohnheit" noch auf die Autobahn fahren. "Da sind die Kontrolleure eiskalt, selbst da gibt es kein Erbarmen."

  

Quelle: rosenheim24.de

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