Erste Urteile im Autobumser-Prozess

Traunstein/Mühldorf - Im Prozess gegen die so genannte "Autobumser-Bande" aus Südostbayern gab es am Dienstag ein erstes Geständnis und erste Urteile.

Ein 39-Jähriger legte ein umfassendes Geständnis ab, nach dem er bei fingierten Unfällen am Steuer saß. Der entstandene Gesamtschaden beträgt rund 400.000 Euro.

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Mit dem 39-Jährigen, der durch seinen Anruf im Juli 2009 bei einer Versicherung die Ermittlungen ins Rollen brachte, sitzen seit Mitte Dezember 2010 der Hauptakteur, ein kürzlich 48 Jahre alt gewordener Kaufmann und Wirt aus Heldenstein, ein 51-jähriger Kfz-Meister aus Perach, und ein 57-jähriger Versicherungskaufmann auf der Anklagebank vor der Sechsten Strafkammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel.

Außerdem seien ein 39-jähriger Werkstattbesitzer involviert gewesen, der sich im vergangenen Jahr das Leben genommen hat, sowie die jeweiligen Fahrzeugbesitzer.

Der geständige 39-Jährige belastete die anderen Angeklagten schwer: In der Verwandtschaft des Hauptangeklagten gebe es eine Wildbrethändlerin. Also sei es nicht schwer gewesen, an Wildhaare zu kommen, um so Wildunfälle vorzutäuschen.

Auf die Frage des Richters, wieso der 39-Jährige alles angezeigt habe, sagte der Angeklagte, er sei bedroht worden, es sei sogar ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt gewesen - der Hauptangeklagte habe aus dem Gefängnis heraus den Mord an dem 39-Jährigen in Auftrag gegeben. Der Staatsanwalt bestätigte die Geschichte: In einem laufenden Verfahren gegen den Hauptangeklagten habe der 39-Jährige ebenfalls als Zeuge wegen des "Mordauftrags" aus der JVA ausgesagt.

Am Dienstagabend fielen die ersten Urteile: Ein 51-Jähriger muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, sein Führerschein ist noch für zwei Jahre weg; der 57-jährige Versicherungskaufmann muss für ein Jahr und acht Monate ohne Bewährung in Haft, seinen Führerschein darf er aber behalten und der 39-Jährige Kronzeuge bekam zwei Jahre mit Bewährung, seinen Führerschein allerdings sieht auch er erst frühestens in zwei Jahren wieder. 

Der Prozess gegen den Hauptangeklagten wurde von der Verhandlung gegen die Mittäter abgetrennt und wird am 9. März fortgesetzt.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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