Wohin mit dem hochgiftigen Nazi-Teer?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Berchtesgaden - Auf 13 Kilometern wurde auf dem Obersalzberg in den 1930er Jahren hochgiftiger Teer verbaut. Heuer soll es den Straßen an den Kragen gehen, aber: wie und wo entsorgen?

Schon 2010 wurde mit einem kleinen Teilstück begonnen, heuer sollen auch die restlichen Straßen saniert werden: Um die 13 Kilometer ließen die Nationalsozialisten am Obersalzberg teeren. Nicht nur die Straße hinauf zum Kehlsteinhaus, sondern auch etliche Fußwege. Die Straße, auf der heute Busse Touristen nach oben fahren, bleibt unter Denkmalschutz - dem Rest geht's allerdings heuer an den Kragen.

Dass der Teer vom Obersalzberg jedoch hochgiftig ist, wurde erst dank einem Umweltskandal im Landkreis Passau publik. Eine Recycling-Firma übernahm rund 1300 Tonnen von dem Teer, der bereits 2010 vom Obersalzberg abgetragen wurde und verbaute ihn wiederum illegal in Niederbayern. Messungen des Forstamts Berchtesgaden ergaben damals aber: Der Asphalt ist hochgradig giftig.

Grenzwerte ums Zehnfache überschritten

Bis zu 10.000 Milligramm polyzyklische aromatisierte Kohlenwasserstoffe enthält der Teer pro Kilo. Bereits ab 1000 Milligramm gelten diese Stoffe als "gefährlicher Abfall": Krebserregend, reproduktionsschädlich, boden- und wasserschädlich. Das Landratsamt Berchtesgadener Land ordnete an, den "Nazi-Teer" schadlos zu beseitigen. Leichter gesagt, als getan?

Forstamt präsentiert Konzept

Die Bayerischen Staatsforsten in Berchtesgaden tüftelten an einem Konzept - nun scheint man zu einem Ergebnis gekommen zu sein. "Detailliert und transparent" soll auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz am 12. März darüber berichtet werden, was man mit den Altlasten anstellen will. Auch über die Auswirkungen der Schadstoffe soll informiert werden. BGLand24.de wird Sie auf dem Laufenden halten, was mit dem Wegenetz am Obersalzberg schließlich passieren soll.

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser