Engelsberger Team macht krasse Erfahrungen

Tajik 2017: Mümmelnde Esel und hackedichte Polizisten

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Engelsberg/Georgien/Kasachstan: Anja und Florian auf dem Road Trip ihres Lebens: Stand der Dinge.
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Engelsberg/Georgien/Kasachstan - Die beiden Abenteurer Anja und Florian aus Wiesmühl an der Alz auf der „Tajik Rally 2017“: So ging die Reise bisher weiter.

Dieser Teil der Geschichte über die Abenteurer Anja und Florian aus Wiesmühl an der Alz auf der „Tajik Rally 2017“ beginnt mit Frust. Auf vieles hätten sie verzichten, geplantes traurigerweise auslassen müssen, heißt es im Logbuch der beiden. „Wir kommen kaum zum Fotografieren oder Filmen“, schreiben sie. „Wir fahren. Den ganzen Tag. Oft die halbe Nacht“.

„Wir fahren. Den ganzen Tag. Oft die halbe Nacht“

Zu diesem Zeitpunkt sind sie in Georgien, einem offenbar „abgefahrenem Land“. „Gerne hätten wir es näher inspiziert“, schreiben Anja und Florian im Logbuch und sie haben einen Entschluss gefasst: Da wollen sie irgendwann noch einmal hin und sich Zeit nehmen für Land und Leute.

„Blöd wird’s erst, wenn man in der Wüste eine Werkstatt braucht“

Es war bestimmt nicht die letzte Nacht irgendwo im Nichts aber diese scheint besonders gewesen zu sein. In der Nähe des Grenzüberganges von Georgien nach Russland schlugen Anja und Florian ein Nachtlager auf. Sie berichten von einer Schar Eseln und ausgebüchsten Pferden als „Nachbarn“ und von einem mulmigen Gefühl, das nicht von Ungefähr kommt. Das Auswärtige Amt schreibt zu dieser Stelle:

Die Einreise (…) von Russland nach Georgien für Ausländer (…) nur über den Grenzübergang Dariali / Hoher Lars an der M3 („Georgische Heerstraße“). Allerdings können kapazitätsbedingte Schwierigkeiten beim Grenzübertritt nicht ausgeschlossen werden. Vor allem aber ist hierbei die Sicherheitslage im Nordkaukasus zu beachten: Von Reisen nach Inguschetien, Tschetschenien, Dagestan, Nordossetien und Kabardino-Balkarien wird dringend abgeraten.

Sie sollen sehr friedlich sein, die Esel 

Na ja: Anja und Florian waren nicht weit von Tschetschenien entfernt. Da dürften frei rum laufende Esel und ausgebüchste Pferde kein so großes Problem gewesen sein. Ein entsprechendes Foto zeigt: Wo auch immer, wer auch immer, welche Probleme auch immer – unter einem Sternenhimmel wird vieles nichtig.

Nachthimmel an der Grenze von Georgien nach Russland

Einem anderen Team noch bei einer Panne geholfen, der Grenzübergang ist offenbar schneller gegangen als gedacht und damit sind Anja und Florian erst einmal wieder in der Spur.

„Blöd wird’s erst, wenn man in der Wüste eine Werkstatt braucht“

„Die Russen sind lustige Leut“

Für zwei bis drei Euro kann man sich in Russland richtig satt essen. Das beschreiben die beiden Abenteurer zur Kulinarik. „Viele hat die Scheißerei erwischt.“ Ob es am medizinischen Phänomen des bekannten bayrischen Saumagens liegt, dass Anja und Florian nicht davon betroffen waren, stand bei Redaktionsschluss freilich noch nicht fest. Wir notieren: Auf der Tajik Rally irgendwo anzuhalten und was essen sollte man sich gut überlegen.

Unendliche Weiten? Ja. Dass da immer mal wieder Polizei steht? Auch ja

Jeder weiß das: Mit einem Deutschen Kennzeichen in der internationalen Wallachei unterwegs zu sein bedeutet, dass man auffällt, gerade den stets freundlichen Beamten der Polizei. „Wir werden oft angehalten“, schreiben die beiden im Logbuch. „Wir stellen uns blöd“, ist offenbar der Profitipp. „Ah! Tourista! Go!“ So einfach geht’s offenbar. Wobei: Anja und Florian sollten noch andere Bekanntschaften mit „Freund und Helfer“ machen.

„… und er rülpste unüberhörbar“

Kasachstan – unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer von Anja und Florian auf der „Tajik Rally 2017“. Wie es scheint, ist Kasachstan das Land der – sagen wir einfach – verrückten Polizisten. „Einer war richtig besoffen“, schreiben die beiden Abenteurer. Das Szenario: Anja und Florian wurden angehalten. Einer – also nämlicher welcher – „durfte unser Auto durchsuchen“. Der gute Mann hat sich offenbar mit der Kuscheldecke der Rallyefahrer angefreundet und es sich darauf gemütlich gemacht „und er rülpste unüberhörbar“. „Die Polizisten freuen sich dass in den Weiten mal jemand vorbei schaut.“

„Die Polizisten freuen sich dass in den Weiten mal jemand vorbei schaut.“

Diese zugegeben für einen Westeuropäer verstörende Begegnung mit einem Staatsdiener hinter sich gelassen, machen Anja und Florian im Folgenden immer wieder mal Begegnung mit der Polizei und ja: Auch verstörend, also für uns: Es scheint, als wäre es eine Frage des Verhandlungsgeschicks, ähnlich wie auf einem orientalischen Markt. Von 200 US Dollar auf 10 Euro für ein fragwürdiges Ticket wegen angeblicher Raserei – alles ist möglich.

Auf nach Kirgistan

Am Dienstagmorgen posteten Anja und Florian folgendes in ihrem Logbuch: „Heute schreiben wir unseren letzten Tag in diesem aufregenden Land (Kasachstan). Insgesamt sechs Tage haben wir gebraucht um es zu durchqueren! Wir haben nicht getrödelt. Die Herzlichkeit und das Interesse der Leute hier an uns rührt uns sehr! Jetzt freuen wir uns auf eine landschaftliche Veränderung. Wir sehen erste Berggruppen nach diesen schier unendlichen Weiten und wir freuen uns mordsmäßig auf den heutigen Grenzübertritt! Kirgistan wir rauschen an!

chiemgau24.de bleibt natürlich weiter dran bis die Abenteurer ihr Ziel Tadschikistan erreicht haben.

Quelle: chiemgau24.de

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