Seinen alten Job hat er gekündigt

Neue Brauerei in Wiesmühl: Dominic Stallbauer (28) geht aufs Ganze

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Bei der früheren Brauerei Wieser hat Dominic Stallbauer das Brauen gelernt. 2008 wurden dort die Pforten geschlossen, die Räume kann er dank der alten Kontakte jetzt aber zum Teil wieder nutzen.
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Engelsberg - Brauen, abfüllen, etikettieren - er macht alles selbst: Mit gerade mal 28 Jahren bringt Dominic Stallbauer in Wiesmühl jetzt eine eigene Brauerei zum Laufen. 

Eigentlich hatte er einen sicheren Job bei der BASF in Trostberg, doch heuer im Sommer wurde die Verlockung dann einfach zu groß. Dominic Stallbauer hat gekündigt und konzentriert sich jetzt nur noch auf seine "Brauerei Stallbauer": "Eigentlich war das gar nicht geplant. Aber warum nicht einfach mal probieren?" Jetzt steht der 28-jährige in den ehemaligen Räumen der Brauerei Wieser und schafft immerhin an die 500 Liter pro Woche. Helles, Weißbier, Pils.

Ein Eichhörnchen als Wappentier: "Frech und sympathisch"

Mit einem alten Milchkessel und einem Gasbrenner hat Stallbauer begonnen. Er kennt sich aus, hat nach der Schule selbst Brauer gelernt: "Das Bier ist gleich brutal gut angekommen. Irgendwann bin ich mit dem Brauen dann nicht mehr nachgekommen." Es sprach sich mehr und mehr rum, was Stallbauer da in Wiesmühl treibt. Richtige Tanks zum Brauen und ein Gewerbeschein mussten her

Mit Hellem hat er angefangen, inzwischen braut Stallbauer auch Weißbier und Pils.

Jetzt ist Dominic Stallbauer soweit, dass er sich voll und ganz aufs Brauen konzentrieren kann - aber nicht nur das: auch das Etikettieren und Abfüllen übernimmt der 28-Jährige selbst. Klar, Freunde greifen ihm unter die Arme, zum Beispiel auch bei der Grafik: "Wir wollten nur die kleinen Halsetiketten über dem Schnappverschluss. Sie sollen zeigen, dass mein Bier handwerklich ist", so Stallbauer. Als Wappentier entschied er sich für ein Eichhörnchen: "Weil's frech und sympathisch ist."

"Mein Bier ist nichts für den Massenmarkt"

Schon etwas außerhalb von Wiesmühl ist Stallbauers Bier noch immer ein Geheimtipp. Man bekommt es in keinem Getränkemarkt und auch nicht im Wirtshaus: "Dafür würden meine Kapazitäten noch gar nicht reichen." Seit Ende September hat er nun zumindest regelmäßige Verkaufszeiten im Innenhof seiner Brauerei: donnerstags bis samstags, jeweils von 16 bis 20 Uhr. 1,40 Euro kostet eine Halbe in der Flasche. Mit Pfand verlangt er fürs Zwölfer-Holztragerl 24,30 Euro. 

"Ich will traditionelle Biere brauen, aber mit neuem Geschmack, zum Beispiel andere Hopfensorten hernehmen", so Stallbauer: "Ein Bier das geschmacklich anders ist, nichts für den Massenmarkt." Trotzdem hat der 28-Jährige den Ausbau seiner Mini-Brauerei natürlich Schritt für Schritt im Kopf. Regelmäßige Feste schweben ihm genauso vor wie Konzerte im Brauerei-Innenhof - und später vielleicht dann auch mal der Verkauf an Getränkemärkte oder Kneipen. "Wenn genug übrig bleibt", grinst Stallbauer, denn noch sitzt er immer wieder mal auf dem Trockenen. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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