Radl-Attacke: Muss Polizist vor Gericht?

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Rosenheim/Traunstein - Der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim hatte im Mai 2011 einen 26-Jährigen aus voller Fahrt vom Rad gerissen. Muss er dafür jetzt vor Gericht?

Fast zwei Jahre ist der Vorfall bereits her: Damals war der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim auf Streife in der Stadt unterwegs, als er einen Radfahrer dabei beobachtete, wie er bei Rot über die Ampel fuhr. Weil der Radler, ein 26-jähriger Zahntechniker aus Stephanskirchen, nicht anhielt, packte der Beamte zu und riss den Mann aus voller Fahrt von seinem Drahtesel. Polizist und Radfahrer zogen sich dabei Verletzungen zu und mussten krankgeschrieben werden.

Der Radfahrer fand sich nun, zwei Jahre nach dem Vorfall, plötzlich auf der Anklagebank vor dem Rosenheimer Amtsgericht wieder. Der Freistaat, vertreten durch das Landesamt für Finanzen, forderte von ihm 1355,14 Euro. 903 Euro für den Dienstausfall des Beamten, 191 Euro Behandlungs- und Therapiekosten und 76 Euro für den Kratzer am Ehering des ehemaligen Polizisten. Am vergangenen Mittwoch wies das Amtsgericht nun aber die Klage zurück.

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Seitdem wurden Gerüchte laut, dass dem Beamten nun eine Anklage wegen Körperverletzung drohe. Wir sind dem nachgegangen und haben mit der Staatsanwaltschaft in Traunstein gesprochen. Andreas Miller, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dementierte am Mittwoch diese Spekulationen. "Uns liegt kein weiteres Verfahren gegen den ehemaligen Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim vor."

Weiterhin offen ist allerdings noch das Verfahren gegen den Beamten wegen der vorsätzlichen Körperverletzung gegen einen Schüler auf der Wiesn-Wache. In erster Instanz wurde der 51-Jährige vom Traunsteiner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Sein Verteidiger, Andreas von Máriássy, ging daraufhin aber in Revision. Jetzt muss der Bundesgerichtshof entscheiden, ob das Verfahren neu aufgerollt wird.

Quelle: rosenheim24.de

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