Flughafen-Management wehrt sich

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Freilassing - Viel wurde über die geplante Durchführungsverordnung (DVO) von Dr. Peter Ramsauer diskutiert. Jetzt meldet sich das Management des Salzburger Flughafens zu Wort:

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Der Streit um die geplante Durchführungsverordnung des Bundesverkehrsministers geht weiter. Bereits im Juli hatte Ramsauer in einer Presseerklärung den Entscheidungsträgern auf österreichischer Seite vorgeworfen, sie würden zu wenig für die Entlastung des deutschen Luftraumes tun: "Der Fluglärm belastet einseitig die deutschen Anrainer. 90 Prozent der Flüge vom Salzburger Flughafen werden über den Norden des Flughafens Salzburg und damit über Deutschland und nur 10 Prozent über Österreich abgewickelt. Dieses Verhältnis muss sich spürbar ändern, die Belastungen auf deutscher Seite müssen deutlich sinken. Dafür hat die österreichische Seite bislang zu wenig getan."

Daraufhin gab der Minister die formelle Einleitung einer Durchführungsverordnung über die Nutzung des deutschen Luftraums in Auftrag. Durch die DVO soll die verstärkte Nutzung der neuen Verfahren von und nach Süden über österreichisches Gebiet gefördert werden.

Doch die Vorwürfe des Bundesverkehrsministers, man habe zu wenig getan, möchte das Management des Flughafens nicht auf sich sitzen lassen. Daher gingen die Verantwortlichen jetzt mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

Die Presseerklärung im Wortlaut

"Lange Jahre hat es gedauert, bis der kleine Regionalflughafen Salzburg zum führenden Bundesländerflughafen mit internationaler Anerkennung wurde. Gemeinsam mit der ganzen Flughafenmannschaft bemühen wir uns täglich, die wirtschaftlichen Interessen der Betriebe und Menschen Salzburgs und Ostbayerns zu berücksichtigen und den Auftrag der Eigentümer des Flughafens zu erfüllen. Dazu gehört es, das bestehende Streckennetz zu sichern und neue Strecken von und nach Salzburg zu etablieren und das möglichst im Einklang mit den Nachbarschaftsinteressen der direkten Flughafenanrainer und den bestehenden Umweltauflagen die wir zusätzlich mit unserem Umweltmanagementsystem noch verschärft haben. In diesen Bereichen sind wir in den letzten Jahren erfolgreich tätig gewesen und konnten gemeinsam mit Anrainervertretern, Behörden und Austro Control viel erreichen," so das Flughafenmanagement des Salzburg Airport W.A.Mozart.

Bei den Bemühungen und Verbesserungsaktivitäten, die der Flughafen beschreitet, steht der Mensch im Mittelpunkt, doch die topographische Lage des Flughafens und das Wetter bringen viele Grenzen des Machbaren mit sich. Nichts desto trotz hat das Flughafen-Management in Salzburg neue Wege beschritten und innerhalb Europas neue Maßstäbe gesetzt. Einzigartig ist das Landeverbot für lautere Kapitel III Luftfahrzeuge seit 26. Oktober 2008. Und übrigens wurde in Salzburg das bestehende Nachtflugverbot, das auch durch den deutsch-österreichischen Staatsvertrag geregelt wird, nie in Frage gestellt. Das ist gerade in Hinblick auf die neuesten Informationen aus Deutschland, wonach die dortige künftige Regierung zu den Nachflügen bei den deutschen Verkehrsflughäfen steht, hervorzuheben. Aber auch das Sonder-Förder-Programm für Lärmschutzfenster mit 1 MIO EUR kann sich sehen lassen. Bei den Betriebszeiten von 06.00 – 23.00 Uhr gibt es schon seit 2010 keine Starts nach 23 Uhr, trotz gesetzlicher Abfertigungspflicht. Wichtig sind vor allem die ernsten Bemühungen bei der Entwicklung neuer, lärmmindernder An- und Abflugrouten, die in den letzten Jahren einen neuen GPS gestützten Sichtanflug hoch über der Stadt Salzburg und Bayern, einen Tauernanflug aus Süden und die ständige Feinjustierung bestehender An- und Abflugrouten mit sich gebracht hat. Untätigkeit kann man das wohl nicht nennen.

Pressemitteilung Salzburger Flughafen GmbH/ps

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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